46. VDBUM-Seminar 2017

Erstmals 1000-Besucher-Marke geknackt

Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied des VDBUM und Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH.

Kernthema des diesjährigen Großseminars waren die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung.

Mit mehr als 1000 Besuchern erzielte das 46. VDBUM-Seminar 2017 einen neuen Besucherrekord. Neben dem seit letztem Jahr neuen Veranstaltungsort lockte vor allem der thematische Fokus auf den Digitalisierungstrend am Bau ins Sauerland Stern Hotel in Willingen.

Willingen. – "Mit der Wahl des neuen Veranstaltungsortes für das VDBUM-Seminar haben wir alles richtig gemacht", sagte Peter Guttenberger beim Blick in den vollen Saal auf der Eröffnungsgala des traditionsreichen Branchentreffs. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik dazu entschieden, das Großseminar ins Sauerland Stern Hotel in Willingen zu verlegen. Dafür sprachen nicht nur die insgesamt größeren Flächen für die Veranstaltung selbst sowie das Plus an Zimmern zur Unterbringung der Besucher. Auch zeigte sich in diesem Jahr erneut der gewachsene Kongresscharakter des VDBUM-Seminars, dem das neue Hotel nun in Gänze gerecht wird.

In Zahlen ausgedrückt: Exakt 1041 Anmeldungen verzeichnete der Verband in 2017 und knackte damit erstmals die 1000-Besucher-Marke. Auf den 1550 m² Ausstellungsfläche innen sowie 2500 m² Ausstellungsfläche außen zeigten dabei 91 Aussteller ihre aktuellen Neuentwicklungen und Konzepte rund um das Bauen von heute und morgen. Insgesamt 58 Referenzen sorgten darüber hinaus für ein gewohnt breites Themenspektrum in den Vorträgen und Workshops während der Veranstaltung.

Inhaltlich stand dabei alles im Zeichen der digitalen Transformation des Bauens. "Mit Wohlwollen stellen wir fest, dass Maschinen heute schlau genug sein können, um auf Veränderungen zu reagieren", kommentierte Guttenberger die zunehmende Digitalisierung der Maschinentechnik in seiner Eröffnungsrede. Nicht jedoch, ohne gleichsam kritisch zu hinterfragen: "Aber wo führt das hin? Braucht die Welt zukünftig noch den Störfaktor Mensch?" Die Digitalisierung sei eine Entwicklung mit Chancen und Risiken. Sich dieser Entwicklung zu entziehen, sei keine Option. Es gelte, die Chancen zu nutzen, ohne die Folgen dabei auszublenden. Am Ende komme es immer auf den Menschen an.

Damit befand sich Guttenberger im Schulterschluss mit dem diesjährigen Gastredner Johann Bögl. Erstmals hatte sich der VDBUM dazu entschieden, hierfür auf einen brancheninternen Vertreter zurückzugreifen und den Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl als Gastreferenten zur Eröffnungsgala geladen. Mit seiner pointierten Rede bewies Bögl, dass auch diese Entscheidung richtig war. Unter dem Titel "Fortschritt baut man aus Ideen" – gleichsam der Slogan des oberpfälzischen Bauunternehmens – sprach Bögl über die Entwicklung der Windkraftsparte, die das Unternehmen quasi aus dem Nichts aufgebaut habe. Die tragenden Pfeiler dieser Erfolgsgeschichte seien gute Ideen gewesen sowie die Courage, diesen im richtigen Moment nachzugehen. "Eine hohe Wertschöpfungstiefe ist für uns kein Ballast, sondern eine strategische Komponente", sagte Bögl und sprach sich damit deutlich gegen den Trend zur Renditenerhöhung durch billige Arbeitskräfte so-wie die innovationshemmenden Preisschlachten der Vergangenheit aus. Diese Umstände seien auch dafür verantwortlich, dass andere Industrien – bspw. in puncto Digitalisierung – so viel weiter seien als die Baubranche. Für den Fortschritt brauche es begeisterte und begeisterungsfähige Menschen, keine Grenzen und keinen Protektionismus, wie Bögl auch mit Blick auf die aktuelle politische Entwicklung betonte.

"Eine hohe Wertschöpfungstiefe ist für uns kein Ballast", sagte Johann Bögl in seiner Ansprache zur Eröffnungsgala des 46. VDBUM-Seminars. FOTO: Manfred Klein

Welche Möglichkeiten sich aus guten Ideen und der Fähigkeit, diese richtig umzusetzen, ergeben, darum drehte sich das reichhaltige Vortrags- und Workshop-Programm auf dem diesjährigen VDBUM-Seminar. Einen großen Teil des Inhalts gestalteten die diesjährigen Schwerpunktpartner Liebherr, JCB und Wirtgen, die neben neuen Technologien und Konzepten auch die Entwicklung ihrer Unternehmen vorstellten und damit aufzeigten, dass Fortschritt am besten auf nachhaltigem Boden gedeiht. Darum herum konnten sich die Besucher je nach Interessenlage auch zu Themen wie der klassischen Motoren- und Antriebstechnik, Transportlogistik oder der Nachwuchsgewinnung informieren. In drei parallelen Vortragsreihen blieb so kein Interesse ungedeckt.

Ganz konkret wurde es mit dem Fortschritt schließlich bei der Verleihung des VDBUM-Förderpreises, der in diesem Jahr zum mittlerweile fünften Mal vergeben wurde. Über die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung für Innovationen in der Baubranche freuten sich 2017 die Harald Gollwitzer GmbH für ihr Rohrverlegegerät RVG 1.0 ("Innovation aus der Praxis"); Atlas Copco in Deutschland, die für ihren handgehaltenen pneumatischen Abbruchhammer RTex ausgezeichnet wurden ("Entwicklungen aus der Industrie"), und die SPS Energy GmbH, welche die Jury mit einer neuartigen thermoaktiven Energiespundwand überzeugte ("Projekte aus Universitäten und Hochschulen").

Dieter Schnittjer.

"Umfrage bestätigt gefühlte Einschätzung"

"Die bereits am letzten Seminartag zugesandte elektronische Seminar-Umfrage (Erstellung durch das VDBUM-Mitglied DTO-Research, Düsseldorf) zeigt bei ca. 35 % Rücklaufquote ein klares Bild der Zufriedenheit aller Besucher. Neben dem vielfältigen Seminarvorträgen war wieder einmal die Ausstellung der Magnet für intensive Fachgespräche, Geschäftsvereinbarungen sowie der Vernetzung. Unser Ziel, mit aktuellen und kompetent besetzten Themenfeldern die Seminarbesucher zu begeistern, haben wir erreichen können. Die Zusammenarbeit zwischen dem Organisationsteam des VDBUM, den Referenten, den Ausstellern und den Mitarbeitern im Kongress – und Hotelbereich – hat Freude bereitet und wurde mit Bestnoten der Besucher belohnt. Alles in allem freuen wir uns auf die Vorbereitungen für 2018. Mit neuen Herausforderungen und aktuellen Themen werden wir das VDBUM-Großseminar vom 20.–23. Februar 2018 gestalten und sind uns sicher, dass wir den hohen Qualitätsanspruch erhalten und entwickeln können."

Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied des VDBUM und Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH. 

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