Bau 2017

Messe erreicht wieder neue Bestmarken

2120 Aussteller aus 45 Ländern versammelten sich zur Bau 2017 in München und zogen über 250 000 Besucher an – davon erstmals auch 80 000 aus dem Ausland.

München (ABZ). – Von über 250 000 Besuchern kamen zur Bau 2017 erstmals 80 000 aus dem Ausland nach München. Die Bau, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, hat damit international nochmals deutlich zulegen können (2015: 72 000 Besucher). Mit 2120 Ausstellern aus 45 Ländern wurde nach Angaben der Messe München auch auf Ausstellerseite ein neuer Rekordwert erzielt. Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer freut sich über dieses Ergebnis: "Zum wiederholten Male hat die Bau Rekordwerte erzielt. Sie hat damit ihre Stellung als Innovationsmotor und Impulsgeber der Baubranche eindrucksvoll bewiesen." Auch Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Bau, zeigt sich begeistert: "Aus Sicht der Aussteller war die Bau ein voller Erfolg. Sie trägt zu Recht den Titel Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme." Für Martin J. Hörmann, stellv. Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Bau, ist diese "das Branchenhighlight alle zwei Jahre".

Eröffnet wurde die Bau 2017 von Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Sie bezeichnete die Baubranche in ihrer Rede als "Schlüsselbranche" für zentrale gesellschaftliche Aufgaben. Mit der WohnungsBauoffensive sei man auf dem richtigen Weg: "Es brummt auf Deutschlands Baustellen. Nach Jahren der Stagnation haben wir eine Trendwende geschafft." Nach einem ausführlichen Messerundgang eröffnete die Ministerin die BMUB-Konferenz unter dem Titel "Baupolitik ist gefragt!".

Zu den Top-10-Besucher-Auslandsmärkten gehörten wieder drei Länder außerhalb der EU: die Türkei (3055 Besucher/2015: 3716), Russland (2868/2015: 2500) und China. Der ohnehin hohe Anteil chinesischer Fachbesucher konnte nochmals gesteigert werden (2235 Besucher/2015: 2096). China steigt damit weiter im Ranking der Top-10.

Im Rahmen der Bau hatte die Messe München den Mehrheitserwerb der "Fenestration China" – Chinas bedeutendster Messe für Fenster, Türen und Fassaden – bekannt gegeben. "Für uns als zukünftiger Veranstalter der "Fenestration Bau China" ist die sehr positive Resonanz unserer Kernaussteller hierzu sehr wichtig", erklärte Pfeiffer. Cathy Peng, Gründerin der Fenestration China und künftige Mitgesellschafterin der neuen Fenestration Bau China, sieht im Zusammenschluss von Fenestration China mit Segmenten aus der Bau und dem Bau Congress China eine starke "Win-Win-Situation". Die gemeinsame neue Plattform "Fenestration Bau China" findet erstmals vom 7. bis 10. November 2017 in Shanghai statt. Damit stärkt die Bau auch ihre Position in China, dem wichtigsten Baumarkt der Welt.

An der Spitze des Besucherrankings der Bau stehen diesmal Österreich (11 520 Besucher), die Schweiz (5243) und Italien (5013). Dass die Messe auch außerhalb Europas immer stärker wahrgenommen wird, zeigt die Liste der Länder, die am meisten zugelegt haben. Darunter sind Südkorea (1301 Besucher/+ 42 %), die USA (792 Besucher/+ 40 %) und Indien (803/+ 59 %).

"Die 1964 ins Leben gerufene Bau hat sich in ihrer über 50-jährigen Geschichte zu einem weltweit beachteten Mega-Event entwickelt. Diesen Eindruck gewann jeder, der sich seinen Weg durch die 17 Messehallen bahnte", erklärte Bau-Projektleiter Mirko Arend. Vom ersten Tag an waren Hallen und Messestände voll – wie immer prägten aufwendig inszenierte und häufig doppelstöckige Standpräsentationen das Bild.

Internationalität, Qualität und Vielfalt der Fachbesucher begeisterten die Aussteller auch diesmal wieder. Der eindeutige Tenor: Die Bau hat eine Ausnahmestellung, sie ist die wichtigste Messe der Branche, national wie international. "Die Bau hat wieder einmal ihre Sonderstellung als Weltleitmesse der Branche unter Beweis gestellt", erklärte Bernard Gualdi, Leiter Unternehmenskommunikation von Braas. Ayten Yilmaz von Wicona formulierte kurz und bündig: "Die Bau ist der Knaller." Der Eindruck von Werner Hansmann, Chef von Saint-Gobain Rigips: "Die Zahl der internationalen Kontakte hat in diesem Jahr noch einmal spürbar zugenommen." Hannes Spiss war mit dem chinesischen Unternehmen Northglass zum ersten Mal auf der Bau und der Vizepräsident zeigte sich "komplett überwältigt. Für uns ist eine Teilnahme 2019 ein absolutes Muss". Im Hinblick auf die nächste Bau in zwei Jahren kam von nahezu allen Ausstellern die klare Ansage: Wir sind wieder dabei!

Die Position der Bau als Nummer eins der Branche lässt sich nach Informationen des Veranstalters auch aus der vom Marktforschungsinstitut Gelszus durchgeführten Ausstellerbefragung ablesen. Danach beurteilten fast alle Aussteller (98 %) die Bau mit "ausgezeichnet bis gut". Ihr Leitmessecharakter wird ebenso auf breiter Front (95 %) anerkannt. 95 % der Aussteller erteilten Bestnoten für die Qualität, 91 % für die Internationalität der Besucher. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird von den Ausstellern diesmal besser gesehen als noch im Jahr 2015. 91 % – gegenüber 81 % vor zwei Jahren – beurteilen sie mit "ausgezeichnet bis gut". Die Aussteller bestätigen: Die Bereitschaft zu konkreten Geschäftsabschlüssen hat sich im Vergleich zu 2015 nochmals verbessert. Fast alle Aussteller (98 %) wollen auch 2019 wieder dabei sein.

Die Befragung der Besucher blieb stabil auf höchstem Niveau. Auch hier gilt: Steigerungen sind kaum möglich. Wie im Jahr 2015 bewerteten 98 % der Besucher die Bau mit "ausgezeichnet bis gut", 96 % wollen in zwei Jahren wiederkommen. Bestnoten vergaben die Besucher insbesondere für die Breite und Vollständigkeit des Angebots (98 % "ausgezeichnet bis gut") sowie für die Präsenz der Marktführer (95 %). In allen Kategorien liegt die Zufriedenheit der Besucher im Bereich zwischen 90 und 100 %, auch das ist Normalität bei der Bau. Das wichtigste Ziel, die Information über Neuheiten, haben 95 % der Besucher erreicht – das ist nochmal eine leichte Steigerung gegenüber 2015. Fast alle Besucher, genau 95 %, sind Fachbesucher, 62 haben eigenen Angaben zufolge eine leitende Position inne.

Auch wenn die Bau nicht nur durch die Vielfalt der Besucher, sondern auch durch ihre Themenvielfalt überzeugte, so standen doch zwei Themen im Mittelpunkt des Messegeschehens: Wie stark die Digitalisierung die Zukunft des Bauens beeinflussen wird, zeigten vor allem die Aussteller der Bau IT in Halle C3. Das Thema Build-ing Information Modeling (BIM) war dort allgegenwärtig. Das andere, in den Messehallen dominierende Thema bildeten smarte, "mitdenkende" Bauelemente und -systeme, die bestimmte Eigenschaften besitzen und auf äußere Einflüsse reagieren – vom Türgriff mit Fingerscanner über die Energie erzeugende Fassade bis hin zur Systemlösung für das voll vernetzte Smart Home.

Die drei Messeforen innerhalb des Rahmenprogramms waren auch diesmal wieder ein Publikumsmagnet: Mitten in den Hallen (C2, A4 und B0) platziert, konnte man dort kostenlos die großen Themen der Branche "mitnehmen", erläutert von unabhängigen Fachleuten aus Architektur, Forschung und Industrie. Im Mittelpunkt der Vorträge standen die Digitalisierung des Planens und Bauens, das modulare serielle Bauen sowie das Thema "smart": Das Forum B0 legte einen weiteren Schwerpunkt auf praktische Lösungen zur Sanierung und Modernisierung von Gebäuden, außerdem fanden dort der Tag der Immobilienwirtschaft und der Hochschultag statt.

Begleitend zu den Präsentationen der Aussteller wurden die Leitthemen der Bau 2017 (Intelligente Fassade – Digital Planen, Bauen und Betreiben – Vernetzte Gebäude – Bauen und Wohnen 2020) in mehreren Sonderschauen thematisiert und veranschaulicht – aus verschiedenen Blickwinkeln und unter unterschiedlichen Aspekten. Die Bau arbeitete dabei mit renommierten Partnern zusammen: mit der Fraunhofer-Allianz Bau, der DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, dem ift Rosenheim sowie der GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik.

Ein Glanzlicht im Rahmen der Bau war erneut die Lange Nacht der Architektur. Über 35 000 Besucher wollten am Freitagabend 70 Gebäude, architektonische Highlights der Stadt München, im nächtlichen Lichterglanz erleben.

Erneut wurden im Rahmen der Bau zahlreiche Preise verliehen, darunter der 1:1-Preis "Das erste Haus" in Kooperation mit der "Bauwelt", der AIT-Innovationspreis, der BAKA-Preis für Produktinnovationen, der Preis "Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft", der Baustoffmarkt-Oskar sowie der Bayerische Ingenieurpreis. Höhepunkt war sicher die Bekanntgabe der Gewinner der Archi-World-Academy, einem Wettbewerb, den die Bau zum dritten Mal gemeinsam mit dem Architekturportal Archi-World ausgeschrieben hatte. Die zwölf Gewinner, die aus über 1500 Bewerbern aus aller Welt ausgewählt wurden, dürfen sich über halbjährige Praktika bei internationalen Top-Architekten freuen und zeigten sich begeistert Seite an Seite mit ihren künftigen Arbeitgebern. Die nächste Bau wird vom 14. bis 19. Januar 2019 mit zwei neuen Hallen auf dem Gelände der Messe München stattfinden. Das Ausstellungsgelände soll dann auf 200 000 m² vergrößert werden.

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