Brüninghoff-Gruppe

Vier Baustoffe intelligent miteinander verquickt

von Ebba Stoffregen

Heiden. - Die Brüninghoff-Gruppe setzt auf eine integrale Produktion und fertigt Bauelemente aus Holz, Beton, Stahl und Aluminium komplett hausintern. Mit Erfolg: Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Heiden hat innerhalb von zehn Jahren den Gruppenumsatz verdoppelt und auch für 2016 erwartet Frank Steffens, Geschäftsführer der Brüninghoff GmbH & Co. KG und Brüninghoff Holz GmbH & Co. KG, weiteres Wachstum.

Lag der Schwerpunkt von Josef Brüninghoff und seiner 1974 gegründeten Einzelunternehmung noch im Bereich Reit- und Landwirtschaftshallen, so bietet Brüninghoff heute ein vielfältiges Leistungsangebot. Das Kerngeschäft ist die Produktion von vorgefertigten Bauelementen aus Holz, Beton, Stahl und Aluminium. Darüber hinaus begleitet Brüninghoff Bauvorhaben von der Projektidee bis zum fertigen Produkt bzw. bis zur Schlüsselübergabe. Die Gruppe agiert dabei unter zwei Firmierungen: Aus dem ehemaligen Einzelunternehmen wurde 2005 die Brüninghoff GmbH & Co. KG, die europaweit bis zu 160 Bauprojekte im Jahr realisiert. Die Brüninghoff Holz GmbH & Co. KG, bis Ende 2012 im Leistungsbereich des Projektbau-Unternehmens integriert, konzentriert sich auf den Präzisionsabbund und Holzbausystemlösungen mit dem Schwerpunkt Elementierung.

"Holz ist für Brüninghoff seit über 40 Jahren ein wichtiger Rohstoff. Mit dem Start des Unternehmens Brüninghoff Holz haben wir unsere langjährige Erfahrung im Holzbau wieder stärker in den Fokus gerückt ", sagte Frank Steffens. Die Leistungsfähigkeit des Geschäftsbereichs Holz sei 2013 mit der Übernahme der Schwarzwald Abbund Herbert Riegger e. K in Villingen-Schwenningen zudem ausgebaut worden, sodass auch der wachsenden Bedeutung des natürlichen Baustoffs Rechnung getragen werden könne. 

Jährlich verarbeitet das Unternehmen in den Produktionen in Heiden und in Villingen-Schwenningen sowie Niemberg bis zu 12 000 m Holz. Die unternehmerische Neuaufstellung, die gleichfalls mit Investitionen von rund 1,5 Mio. Euro allein in den Standort Villingen-Schwenningen verbunden war, scheint der richtige Schritt für Brüninghoff gewesen zu sein: "Zwischen 2005 und 2015 haben wir mit unserem 400 Mitarbeiter starken Team unseren Gruppenumsatz auf rund 80 Mio. Euro verdoppelt. Für 2016 rechne ich damit, dass wir einen Gruppenumsatz von 90 Mio. Euro erzielen werden", sagte Steffens, der gemeinsam mit Bernhard Müter und Sven Brüninghoff, Sohn des Firmengründers, die Geschäfte der Brüninghoff GmbH & Co. KG lenkt. Die Brüninghoff Holz führt Steffens gemeinsam mit Sven Brüninghoff.

Innovationstreiber sei bei Brüninghoff die Produktion und das intelligente Verquicken der vier gängigen Baustoffe Holz, Beton, Stahl und Aluminium. "Entlang eines integralen Produktionsansatzes entwickeln, konstruieren, produzieren und montieren wir komplette Bauobjekte und begleiten diese bis zur Fertigstellung. Dabei bleibt der gesamte Herstellungsprozess im eigenen Haus – von der Produktentwicklung und Produktion über die softwaregestützte Projektdokumentation bis hin zur Logistik", so Steffens. Durch die exakte Vorproduktion in den betriebseigenen Produktionsstätten könne nicht nur präzise und wirtschaftlich gearbeitet, sondern vor allem auch Abwicklungszeiten der Projekte deutlich verkürzt werden.

Neben der Produktion von Holzbau-Elementen für Decken oder Wände, verarbeitet Brüninghoff im Fertigbetonteilwerk in Heiden jährlich bis zu 7000 m Beton. Produziert werden u. a. Stahlbetonwände und -stützen, Sandwich-Elemente und Decken. Über 4000 t Stahl können pro Jahr für Stahlkonstruktionen, Stützen, Stahlbauteile oder Kranbahnen verarbeitet werden. Zudem fertigt das Unternehmen in den eigenen Produktionshallen aus Aluminium-Profilen Fenster-, Türen und Fassadenelemente. In der firmeneigenen Lackiererei werden die Oberflächen der Fertigteile aus Stahl, Beton, Aluminium oder Holz entsprechend veredelt.

Synergien dieser hauseigenen Kompetenzen nutzt Brüninghoff gleichfalls für das Entwickeln eigener Immobilienkonzepte. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt iBuilding hat das Unternehmen Produkte und Systeme entwickelt, mit dem vorgefertigte Elemente objektspezifisch kombiniert werden können. Brüninghoff hat dafür eigens eine Tragkonstruktion aus Brettsperrholz für individuell vorgefertigte Außenwände entworfen und die Holz-Beton-Verbunddecke weiterentwickelt. Die Fassade kann kundenspezifisch ausgewählt werden – je nach Material wird sie in den Vorfertigungsprozess integriert. In Abhängigkeit ihrer materialspezifischen Eigenschaften und Vorteile kombiniert Brüninghoff damit Baustoffe für den klassischen Verbundbau. Das Besondere: Holz ist der zentrale Baustoff im System.

"Diese Hybridbauweise bietet zahlreiche Vorteile", so Steffens. Der Baustoff Holz aus einer nachhaltig betriebenen Waldwirtschaft trage als natürlicher Klimaschützer dazu bei, CO2-Belastungen zu begrenzen. Zudem könnten mit Hilfe der integralen Produktion an einem zentralen Standort z.B. Abfälle aus der Holzverarbeitung zur Energieerzeugung wiederverwendet werden. Gleichfalls beeinflusse die serielle Vorfertigung qualitativ hochwertiger, aber kosteneffektiver Bauteile und Tragwerke auch Transport- und Baustellenabläufe in erheblichem Maße.

Was die Hybridbauweise mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Kombination rmit anderen Baustoffen leisten kann, wird derzeit im Hafen von Münster deutlich.

Hier ist Brüninghoff mit dem Arge-Partner Oevermann an der Realisierung des "H7" beteiligt. Hinter dem Namen "H7" verbirgt sich ein Holz-Beton-Hybridbau, der sich über sieben Etagen erstreckt. Ein Novum: Denn baurechtlich sind in Nordrhein-Westfalen nur vier Geschosse mit einer Tragwerkskonstruktion aus Holz erlaubt. Das H7 soll nicht nur den Beweis liefern, inwiefern konstruktiv mit einer intelligenten Kombination verschiedener Materialien gebaut werden kann, sondern hat auch den Anspruch ein energieeffizientes, nachhaltiges sowie kosteneffizientes Bauwerk zu sein – ganz im Sinne der Firmenphilosophie der SuperBioMarkt AG als Ankermieter. Der erste Spatenstich für dieses "Leuchtturmprojekt" erfolgte im März 2015, die Fertigstellung ist für Herbst 2016 geplant.

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