Diversifikation für Gerüstbaubetriebe

Erhöhung der Chancen und Minimierung der Risiken

Von Tom Koehler

Berlin. – Betriebswirtschaftliche Theorie und die Praxis im Unternehmerischen Alltag unterscheiden sich oftmals – besonders im Handwerk; ganz besonders im Gerüstbauerhandwerk.

So versteht man unter Diversifikation im Allgemeinen, die Ausweitung der eigenen Wahlmöglichkeiten. Im Kontext der Unternehmensführung geht es dabei um die Erhöhung der Chancen und die Minimierung der Risiken in Hinblick auf: 


  • das Sortiment der hergestellten oder angebotenen Waren; d. h. es werden neue Produkte hinzugenommen oder vorhandene Produkte auf neuen Märkten angeboten.
  • den Kreis der Geschäftspartner, also im Wesentlichen der Lieferanten für benötigte Vorprodukte oder der Kunden für die abzusetzenden Waren.
  • die Assets im Rahmen der Geldanlage. (vgl. Fachartikel "Asset Management im Gerüstbau" Der Gerüstbauer I-2016)

Ein sehr schönes Beispiel für Diversifikation in der Gerüstbaubranche ist das Thema Trag-Gerüste. Auch in dieser Branchen-Nische gibt es bereits Spezialisten aus den Reihen der Gerüstbau-Unternehmen, wie z. B. Thyssen Infrastructure (ehem. RöRo) – mit dessen Geschäftsführer Rainer Rix wir zum Thema "Traggerüste" sprechen konnten. Bei dem nachfolgend angebotenen Gedanken geht es nicht darum, sich innerhalb der eigenen Branche (zu Lasten eines fallenden Marktpreises) in den Wettbewerb zu begeben – sondern vielmehr darum, zu schauen, wo genau Diversifikation für die gesamte Gerüstbau-Branche sinnvoll ist.

"Kleine" Traggerüste (bis ca. 8 m) werden i. d. R. vom Bauunternehmen selbst ausgeführt; In der Praxis bedeutet das, dass der Bauunternehmer das Traggerüst anmietet und (zusammen mit der Schalung) von Nachunternehmern in Lohnleistung montieren, umsetzen und demontieren lässt. Die Konstruktion der am Markt befindlichen Systeme ist bereits auf diese Situation abgestellt; d. h. die Systeme sind in ihrem Montageablauf so optimiert, dass z. B. auch ein indischer Eisenbieger nach kurzer Einweisung in der Lage ist, diese Lohnleistung zu erbringen.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass das Angebot von "billiger" Lohnleistung alleine nicht die Herausforderungen des täglichen Bauablaufs abdecken kann – dazu ist fachliche Qualifikation gefragt!

Was hindert Sie als Gerüstunternehmer also daran, sich mit Ihrem Know-how bereits in der Rohbauphase bei Bauunternehmen und Architekten ins Gespräch zu bringen – ihr Sortiment somit zu erweitern. Hinzu kommt, dass Sie im gesamten Bauablauf viel früher "im Spiel" sind, d. h. mit Ihrem angebotenen Know-how bereits in einer frühen Projektphase beteiligt sind.

Statt des Preises einer Lohnleistung bieten Sie ihrem Kunden die Reduktion von Schnittstellen an – eine "Leistung", die kein Lohnunternehmer erbringen kann!

Dazu müssen Sie nicht einmal in das Investitionsrisiko gehen, sondern können sich z. B. aus dem Mietpark der Hersteller von Trag-Gerüstsystemen bedienen, denn in anderen Sparten des Hochbaus (z. B. Schalung) ist es seit Jahrzehnten üblich, sich Material projektweise zu mieten.

Bei Gesprächen – speziell mit Fassaden-Gerüstbau-Unternehmern – höre ich oft, dass persönliche Sicherungsmaßnahmen (z. B. Verwendung einer PSAgA oder eines MSG) die Montage behindere, zu lange dauere und bei gegebenen Marktpreisen nicht umsetzbar sei. Für Industrie-Gerüstbauer ist die Verwendung der PSAgA heute so selbstverständlich wie der morgendliche Kaffee – denn die spüren den "Wunsch des Kunden nach Sicherheit" direkt.

Ich glaube es ist hierzulande grundsätzlich unzulässig, Sicherheit und wirtschaftliche Aspekte als Gegensatz zu sehen oder gar gegeneinander aufzurechnen! Mehr und mehr Auftraggeber haben verstanden, dass "Sicherheit" ein ebenso wichtiger Bestandteil der Produktivität ist, wie z. B. das Thema "Personalqualifikation" oder Logistik-Optimierung! Der Markt ist an der Stelle in Bewegung, Umdenken in den Reihen der Unternehmer ist jetzt erforderlich!

Wie das in der Praxis aussehen kann, lässt sich z. B. an den Herstellerangaben für den Peri UP Flex Stützturm MDS zeigen: Der kranversetzbare Pero UP Flex Stützturm MDS ist durch seine innovative Montageabfolge eines der schnellsten und sichersten Traggerüstsysteme am Markt.

Alle Einzelteile des Traggerüsts werden dabei systematisch im Schutz eines vorlaufenden Geländers montiert und auch demontiert. Die Beläge sind integrierte Bestandteile und die zentralen Elemente des Turms. Sie beschleunigen die Handhabung und sorgen gleichzeitig für hohe Sicherheit.

Vorteile:


     - Bis zu 30 % weniger Einzelbauteile sorgen für schnelles und wirtschaftliches Arbeiten.

    - Der Stützturm hat bis zu 40 % weniger Gewicht als vergleichbare Systeme. Kein Systembauteil wiegt über 16 kg.

    - Der Stützturm Peri UP Flex MDS bietet eine hohe Sicherheit in sämtlichen Montagephasen und reduziert durch die innovative Montageabfolge Fehlanwendungen.

    - Hohe Lastaufnahme – unabhängig von der Spindel-Auszugslänge

    - Flexible Grundflächen-Abmessung durch variable Länge (bei B = 1,25 m)

    - Kompatibel zum Modulgerüst Peri UP Flex

Peri präsentierte den Stützturm MDS erstmals auf der Intermat 2012 in Frankreich, es folgte die internationale Vorstellung auf der bauma 2013 in München. Der Stützturm zeichnet sich dadurch aus, dass der Gerüstbauer in jeder Situation ohne zusätzliche Ausrüstung gegen Absturz gesichert ist.

Derzeit auf dem Markt eingeführte Stütztürme erfüllen die Anforderungen hinsichtlich des optimal sicheren Aufbaus nur teilweise. Der Stützturm MDS mit seiner Konzeption der zwingend verwendeten Arbeitsebenen schließt diese Lücke: Alle Ebenen des Stützturms werden automatisch im Schutz eines vorlaufenden Geländers montiert und auch demontiert. Auf diese Weise ist die Sicherheit der Anwender in allen Montagesituationen gewährleistet. Die Belagtafeln verriegeln nach dem Einlegen selbsttätig, ein Ausbau von unten ist nicht möglich. Die Beläge sind integrierter Bestandteil und das zentrale Element im Peri UP Flex Stützturm MDS. Sie beschleunigen die Handhabung und sorgen gleichzeitig für eine hohe Sicherheit.

Der Sicherheitsaspekt zieht sich wie ein roter Faden durch das Peri Schalungs- und Gerüstprogramm. Sicherheit wird soweit wie möglich im System umgesetzt oder alternativ mit einfach zu montierendem Zubehör umgesetzt. Ergebnis sind minimierte Unfallrisiken und reibungslose Arbeitsabläufe. Die Kombination Sicherheit und Wirtschaftlichkeit überzeugt auch den Vollprofi!

Rainer Rix beantwortet die Frage: "Was genau hat den Ausschlag gegeben, dass Sie sich bei der Modernisierung Ihres Materialparks für den MDS-Turm entschieden haben?" Rainer Rix: "Wir mussten unseren Materialpark modernisieren und uns von unserem mittlerweile betagten Traggerüst-System verabschieden. Bei der Neuinvestition haben wir neben Sicherheit und Wirtschaftlichkeit auch auf die Flexibilität geachtet; Der MDS-Stützturm bietet bei konstanter Breite von 1,25 m flexible Längenabmessungen im metrischen Raster von 0,25 m. Hinzu kommt die Kompatibilität zum Modulgerüst Peri UP Flex, das ebenfalls metrische Maße hat und das wir projektweise anmieten."

Zusammenfassung: Diversifikation bedeutet Veränderung, Abwechslung und die Spezialisierung auf mehrere Bereiche. Durch das Anmieten von Trag-Gerüstsystemen kann für einen qualifizierten Gerüstbaubetrieb die Erweiterung des eigenen Angebots-Segments erreicht und neue Kundenkreise erschlossen werden.

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