Gerüstbauer-Handwerk

Einhausungen waren Jahresthema

Fachtagungen und Kongresse, Baupolitik und Verbände, Gerüstbau

Wetterschutzdächer und -einhausungen sowie vertikale Gerüstbekleidungen zählen zu den anspruchsvollsten Aufgaben des Gerüstbauhandwerks und erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Können und statisch konstruktivem Verständnis.

Bad Neuenahr-Ahrweiler (ABZ). - Mitte November fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler das Groß-Seminar "Einhausungen und Bekleidungen für Wetter- und Umweltschutz" des Güteschutzverbandes Stahlgerüstbau und der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk statt.

In diesem Jahr standen Einhausungen und Bekleidungen für Wetter- und Umweltschutz, ihre normative und rechtliche Einordnung sowie die daraus folgenden Konsequenzen für die Praxis im Fokus.

Anlass für die Auswahl des Jahresthemas waren die häufig vorgebrachten Wünsche aus Mitgliedskreisen und die neue europäische Regel für Einhausungskonstruktionen. Im Jahr 2015 hat das CEN die neue DIN EN 16508, die Produktanforderun-gen und Nachweisverfahren für temporäre Einhausungskonstruktionen regelt, verabschiedet. Wetterschutzdächer und -einhausungen sowie vertikale Gerüstbekleidungen zählen zu den anspruchsvollsten Aufgaben des Gerüstbauhandwerks und erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Können und statisch konstruktivem Verständnis. Große Spannweiten der Überdachungen, fehlende Ankermöglichkeiten sowie hohe Wind- und Schneelasten bedingen Beanspruchungen, die nur auf Grundlage aktueller technischer Vorschriftenwerke und einschlägiger Fachliteratur eingeschätzt und in adäquate technische Lösungen umgesetzt werden können. Darüber hinaus wurden rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte behandelt.

Der erste Seminartag begann mit einem Einblick in die Historie der Wetterschutzkonstruktionen. Hier wurde der Verlauf von der anfangs ins Leben gerufenen "produktiven Winterbauförderung" über die Asbestsanierung in den siebziger Jahren bis hin zum Trend des Dachgeschossausbaues erläutert.

Anschließend wurde die Verabschiedung der DIN EN 16508 "Einhausungskonstruktionen – Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung" bekannt gegeben. Diese Norm beinhaltet Regelungen für das Gerüstbauer-Handwerk bezüglich der Klassifizierung der Schnee- und Windlasten für temporäre Konstruktionen und erleichtert die Bemessung und Tragwerksplanung maßgeblich. Im Verlauf wurden themenbezogene Projekte vorgestellt. Hierbei standen Konzepte hinsichtlich Platz- und Zeitmangel und dem damit verbundenen Montageablauf sowie Problemlösungen bei der technischen Entwicklung von Sonderkonstruktionen im Mittelpunkt. Es wurden Lösungen aufgezeigt, die vom üblichen Systemmaterial der Hersteller abweichen. Diese Bauvorhaben wurden von Vorträgen zu meteorologischem Basiswissen und Lastannahmen ergänzt. In diesem Zusammenhang haben auch die am Markt befindlichen Hersteller ihre Entwicklungen und ihr Produktportfolio vorgestellt. Letztlich wurde von den skandinavischen Kollegen präsentiert, wie im hohen Norden mit extremen Witterungsbedingungen und den daraus resultierenden Herausforderungen umgegangen werden kann. Am zweiten Tag rückten vertikale Gerüstbekleidungen in den Vordergrund. Auch hier erfolgte eine praxisorientierte Darstellung.

Durch die Ausführung als starre oder membranartige Bekleidung konnten unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes im öffentlichen Raum, dem Schutz vor Witterungseinflüssen, insbesondere Feuchtigkeit und starkem Wind im maritimen Bereich, oder als Projektfläche zur Gestaltung von künstlerischen Installationen bewältigt werden. Die Vorstellung der Bauvorhaben wurde durch Referate über Lastannahmen, rechtliche Fallstricke und Portfolio von Anbietern solcher Bekleidungen ergänzt.

Das nächste Groß-Seminar findet im nächsten Jahr am 4./5. November statt. Weitere Infos unter www.geruestbauhandwerk.de.

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