Heini-Klopfer-Skiflugschanze

18 Tonnen schweres Fundament abgesägt

Bei dem Skiflugschanzen-Einsatz handelte es sich insgesamt um 360 t Stahlbetonabbruch sowie 30 t Holz und Stahlteile.

Oberstdorf (ABZ). – 2016 startete ein umfassender Umbau an der Heini-Klopfer- Skiflugschanze in Oberstdorf. Um weiterhin Großveranstaltungen, z. B. die Ski-Flug-WM 2018, ausrichten sowie die Sicherheit der Sportler und der Zuschauer gewährleisten zu können, sind einige Modernisierungsmaßnahmen notwendig geworden. Aufgrund einer neuen Vorgabe der FIS musste u. a. der inzwischen 50 Jahre alte Sprungrichterturm abgerissen werden, damit ein neuer Turm errichtet werden kann, welcher einen größeren Abstand zur Schanze hat. Daher stand die A. Schenk GmbH mit Sitz in Bad Hindelang-Oberjoch vor der anspruchsvollen Aufgabe, den kompletten Turm inmitten des von Wanderern und Touristen stark frequentierten Stillachtals abzubrechen. Stark erschwerend kam hinzu, dass der Turm nur zu Fuß durch sehr unwegsames Gelände bzw. über die Materialseilbahn erreichbar war.

Im April 2016 begann das Unternehmen, Säge-Arbeiten mit der Hilti DS TS-20-E durchzuführen, und arbeitete sich Ebene für Ebene nach unten – insgesamt waren es 13 Ebenen. Mit einer Materialseilbahn wurden die 2 t schweren, ab-gesägten Betonteile in den Auslauf der Schanze transportiert. Die Besonderheit bei der Arbeit mit einer Materialseilbahn ist nach Angaben des Unternehmens, dass diese nicht wie ein Baukran reagiert, sondern deutlich mehr schwingt.

Besondere Aufmerksamkeit schenkteA. Schenk den beiden Beleuchtungstürmen in unmittelbarer Nähe, welche mit Rundholz geschützt wurden. Eine weitere Herausforderung bestand in der Sicherung der Mitarbeiter, da die Arbeiten auf dem Turm ohne doppelten Boden oder ein Gerüst stattfanden. Mitarbeiter wurden mit einem Höhensicherungsgerät mit Fallstopp sowie einem Auffangschutz ausgestattet. Deutschlands einzige Skiflugschanze liegt fast 1000 m über dem Meeresspiegel, daher kam es auch im April immer wieder zu eintretenden Schneefällen. Diese machten ein Arbeiten in dieser Höhe unmöglich und erzeugten somit einen wachsenden Termindruck, da der Abbruch des gesamten Turms innerhalb von vier Wochen fertig sein musste. Insgesamt waren es 360 t reiner Stahlbetonabbruch sowie 30 t Holz und Stahlteile. Nachdem der Turm fertig abgebrochen war, wartete die Herausforderung auf das Team von A. Schenk, das 18 t schwere Fundament des Sprungrichterturms unter der Geländeoberfläche bündig mit dem Aushub abzusägen. Hierfür wurde die Seilsäge DS WS 15 von Hilti verwendet. Dieses Fundament musste mit einer 13 t-Winde mit Umlenkrollen gesichert und schonend abgelassen werden. Der letzte Teil der Arbeiten an der Skiflugschanze fokussierte sich auf den Schanzenkopf. Die Modernisierung des obersten Teils der Flugschanze beinhaltete die Entfernung der Anlaufluken sowie die Plattformen für TV-Geräte. Diese Wandsäge-Arbeiten fanden in 72 m Höhe statt. Eine zusätzliche Herausforderung zu dieser luftigen Arbeitshöhe war die Betonart der Schanze, da diese aus Leichtbeton mit starker Armierung gebaut ist. Die abgesägten Betonteile wurden mit selbstschneidenden Betonschrauben aus Edelstahl gesichert und mithilfe eines 200-t Autokrans nach unten transportiert.

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