Hochalpin-Einsatz

Gittermast-Autokran hebt Windkraftanlagen

Der "TC 2800-1" hat sich als Arbeitsgerät beim Hochgebirgs-Einsatz bewährt.

Schweizer Alpen (ABZ.) – Im Auftrag der deutschen Enercon GmbH errichtete die Schweizer Welti-Furrer Pneukran & Spezialtransporte AG auf dem 2500 m hohen Griespass drei "E-92"-Windkraftanlagen. Da solch ein Einsatz enorme Ansprüche an das Arbeitsgerät stellt, verließ sich der Kran- und Transportdienstleister mit Hauptsitz in Zürich dabei auf einen Gittermast-Autokran von Terex.

"Der TC 2800-1 ist zum einen sehr wendig und er verfügt zum anderen über eine außerordentliche Steigfähigkeit. Das sind zwei unverzichtbare Voraussetzungen für die Arbeit im Hochgebirge, die diesen Kran zu unserem bevorzugten Arbeitsgerät bei solchen Höheneinsätzen machen", erklärt Projektleiter Werner Häfliger von Welti-Furrer. Hinzu komme sein flexibles Abstütz-Konzept, das wahlweise 10 x 10 m oder 14 x 14 m beträgt und ihn damit auch bei schwierigen Baustellenverhältnissen einsetzbar macht. Schwierige Verhältnisse erwarteten das Welti-Furrer-Team und ihr Arbeitsgerät bei diesem Einsatz von Anfang an: Bereits die Auffahrt zur Baustelle war für den Autokran sowie für die 15 Transport-Lkw und die Hilfskrane alles andere als eine Spazierfahrt: Steigungs-Passagen von bis zu 18,5 % , zahlreiche Engpässe und die höhenbedingten Leistungsverluste bei den Fahrzeugen forderten nicht nur dem Material, sondern auch den Menschen einiges ab. Denn sowohl sämtliche Fahrtstrecken als auch die Stellplätze mussten vorab in den Fels geschlagen und z. T. freigesprengt werden. Doch nur aufgrund dieser Vorarbeiten konnte es dem Team gelingen, den Kran pünktlich auf die Baustelle zu verbringen.

Für den Aufbau des Krans veranschlagte das Team zwei Tage mit vier Monteuren. Auch diese zeitliche Vorgabe konnte dank der montagefreundlichen Konstruktion des "TC 2800-1" eingehalten werden – und das, obwohl die Montage des Auslegers wegen der schwierigen Geländeverhältnisse teilweise überhängend erfolgte. Für die anstehenden Hübe wurde der Kran mit einer Abstützfläche von 14 x 14 m und einem Gegengewicht von 200 t am Oberwagen gerüstet. Für den Ausleger wählten die Welti-Furrer-Spezialisten die Konfiguration SH/LH SGL_S7 mit 90 m Hauptausleger. Zudem montierten sie den leichten, starren Hilfsausleger LF-2, der eine zusätzliche Höhe von 12 m brachte.

Damit stand eine Mastlänge von 102 m zur Verfügung – genug, um die Stahlrohrtürme der Windkraftanlagen mit ihrer Höhe von 84 m zu errichten und alle Komponenten mit Maximal-Gewichten von bis zu 64 t in einem Arbeitsradius von 22 bis 25 m zu heben. Die Hübe selbst verliefen routiniert: "Unser Team ist auch im Hochgebirgseinsatz erfahren und kennt sich mit den besonderen Verhältnissen in den Bergen bestens aus", betont Häfliger. Denn vor Wetterkapriolen ist man in dieser Höhe niemals sicher – mit sehr schnell wechselnden Wetterverhältnissen ist hier ebenso jederzeit zu rechnen wie mit plötzlich aufkommendem Wind.

Wenn das Wetter verrückt spielt, kann es sogar im Sommer schneien – so wie es kurz vor dem Einsatz geschah: Der Pass wurde wegen Schneefalls gesperrt, sodass temporär keine Zufahrt zur Baustelle möglich war. Das Zeitfenster für die Montage der drei Windkraftanlagen war also sehr eng. Deshalb mussten die eingeplanten drei Monate Verweildauer des "TC 2800-1" auf der Baustelle auch ausreichen, um alle drei Windkraftanlagen gemeinsam mit dem Enercon-Montage-Team aufzubauen.

"Wir haben jede windfreie Zeit konsequent genutzt und konnten so den Terminplan trotz der widrigen Umstände einhalten und alle Anlagen pünktlich übergeben", resümiert Häfliger zufrieden und fügt hinzu: "Das verdanken wir nicht zuletzt der Kombination eines perfekt eingespielten Teams mit dem richtigen Arbeitsgerät, das sich auch bei diesem Hochgebirgseinsatz einmal mehr bestens bewährt hat."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 04/2017.

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