IG Bau

Bessere Qualität in der Ausbildung notwendig

FRANKFURT/MAIN (ABZ). - Anlässlich des Ausbildungsstarts forderte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) die Arbeitgeber auf, die Qualität der Berufsausbildung deutlich zu verbessern. "Anstatt das zu lernen, was für ihren Beruf wichtig ist, müssen viele Auszubildende zeitweise Hilfstätigkeiten verrichten", sagte IG Bau-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt. "Mit Schmalspurausbildungen muss endlich Schluss sein. Die Wirtschaft schimpft ständig über Fachkräftemangel, tut aber zu wenig dafür, ihrem Nachwuchs wichtige Qualifikationen zu vermitteln – das passt nicht zusammen." Auszubildende würden oftmals als billige Hilfskräfte missbraucht, indem sie lediglich Handlangertätigkeiten übertragen bekämen, so die IG Bau. Bei den Prüfungen fehlten ihnen dann die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten. Ein gelungener Start ins Berufsleben werde ihnen so unmöglich gemacht. Die IG Bau fordert deshalb insbesondere, dass Auszubildende von qualifizierten, geprüften Ausbildern betreut werden und das an modernen Arbeitsgeräten wie Computern, Maschinen und Werkzeugen. Die Ausbildungsqualität müsse mit regelmäßigen Kontrollen und einer engen Abstimmung zwischen Betrieb und Berufsschule gesichert werden. Zudem müssten die Auszubildenden eine faire Vergütung erhalten, die zum Leben reiche. Kosten der Ausbildung, wie Arbeitsmaterial und Fahrten zu oft weit entfernten Berufsschulen, habe der Arbeitgeber zu tragen.

"Immer wieder wird von Seiten der Wirtschaft betont, dass es zu wenige Fachkräfte gäbe, doch gleichzeitig nimmt die Ausbildungsbereitschaft vieler, vor allem großer Betriebe, immer weiter ab. Das ist eine Heuchelei, die unerträglich ist", sagte Carsten Burckhardt. Die IG Bau macht sich dafür stark, dass Auszubildende in eine feste Beschäftigung übernommen werden. "Nach Ausbildungsende werden viele Azubis vom Betrieb vor die Tür gesetzt. Damit schießt sich die Wirtschaft ins eigene Knie. Denn so mancher ausgelernte Azubi kehrt seiner Branche enttäuscht den Rücken und fehlt, wenn Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter suchen", sagte Burckhardt. Zur Ausbildungsqualität gehöre auch, dass Azubis im Betrieb mitbestimmen könnten. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) vertrete die Interessen der Auszubildenden und jungen Mitarbeiter. Eine JAV könne dann gewählt werden, wenn es einen Betriebsrat gebe und der Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer unter 18 Jahren bzw. Auszubildende unter 25 Jahren beschäftige. "Die IG Bau unterstützt JAVen und Betriebsräte bei der Vorbereitung der JAV-Wahlen und macht sie fit für ihre Aufgaben", sagte Burckhardt. In vielen Betrieben würden die JAVen in diesem Oktober oder November für ihre zweijährige Amtszeit gewählt.

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