Iveco bekennt sich zum Standort Ulm

Neues Auslieferungszentrum eröffnet

Von Burkhard Büscher

Gaben den Startschuss für das neue Auslieferungszentrum mit der Schere in der Hand (v. l.): Sylvain Blaise, Leiter Iveco Bus, Marc Diening, Managing Director Magirus, Gunter Czisch, Oberbürgermeister Stadt Ulm, Pierre Lahutte, Iveco Brand President, und Sascha Kaehne, Iveco Business Director Deutschland und Schweiz.

Ulm. – Genau 100 Jahre nach dem Beginn der Magirus Lkw-Produktion in Ulm wurde jetzt im Iveco Werk Donautal ein Kundencenter eröffnet, wo Kunden die Möglichkeit haben, ihre Lastwagen und Busse direkt in Empfang zu nehmen.

Iveco und Ulm sind über Magirus seit mehr als 150 Jahren verbunden. Seit nunmehr genau 100 Jahren gibt es motorgetriebene Lastwagen unter dem Traditionsnamen. Iveco eröffnet für seine Kunden und sich zu diesem Jubiläum auf dem Werksgelände in Ulm ein Auslieferzentrum, das mehrere Funktionen erfüllt. Neben dem Auslieferungsprozess bietet der Produktions- und Entwicklungsstandort Ulm mit mehr als 1500 Beschäftigten eine Menge an Möglichkeiten, die eine Abholung vom Termin zum Erlebnis machen. Sei es die Besichtigung der hochmodernen Fertigung von Drehleitern bei der ebenfalls im Werk ansässigen Magirus AG, der Besuch im Feuerwehrmuseum oder eine Leiterfahrt in schwindelerregende Höhen. Als Höhepunkt gilt für trucksportbegeisterte Besucher die Sektion des "Teams Schwabentruck", die als Dauerleihgabe einen 1300 PS Boliden in der Aula stehen haben. 

100 Jahre nach dem Beginn der Magirus Lkw-Produktion in Ulm wurde im Iveco Werk Donautal ein Kundencenter eröffnet.

Das Konzept unterscheidet sich aber auch in einem wesentlichen Punkt von anderen Einrichtungen dieser Art. In einem fließenden Übergang zum Zentrum befindet sich erlebbar eine Abteilung des "Iveco Customer Centers" (ICC). Dort werden Fahrzeuge auf besondere Kundenanforderungen hin in Werksqualität adaptiert. Die Abteilung mit insgesamt fast 90 Mitarbeitern modifiziert jährlich ca. 1800 Fahrzeuge, davon 25 % Sonderfahrzeuge z. B. für die Bundeswehr oder die Schweizer Armee. Neu hinzukommen werden jetzt 220 Busse pro Jahr.

Die ursprüngliche Idee war es, die Auslieferungen von DB-Bussen zu zentralisieren und die Busse in einem angemessenen Rahmen zu übergeben. Nach der Adaption an nationale Vorschriften und Kundenanforderungen wird das Fahrzeug mit seinem ganzen Funktionsumfang und der Bedienung erklärt. Dieses Konzept wurde im Iveco Kundencenter jetzt auf alle – meist schweren – Fahrzeuge übertragen und ausgeweitet.

Direkt am Eingang des Kundencenters zum Tor 2 stehen 300 junge, gebrauchte Lkw (OK Truck), für die drei Verkäufer zuständig sind. Hinzu kommt ein Demopool von Testfahrzeugen, der ständig rd. 50 Einheiten umfassen soll. Besonders gefragte Modelle, vom Transporter Daily bis hin zum schweren Trakker-Kipper, können bei Bedarf gleich mitgenommen werden. Mit einem Investment von 3,5 Mio. Euro habe Iveco im vergangenen Jahr die ehemalige Rahmenproduktionshalle zum Kundencenter umgebaut, verriet Sascha Kaehne, Iveco Business Director Deutschland und Schweiz, bei der Eröffnung. Zukünftig sollen jährlich im Auslieferungszentrum 250 neue Busse und 450 neue Lkw den Besitzer wechseln.

Das neue Iveco Kundencenter Truck & Bus in Ulm.

Die große Verbundenheit des Unternehmens zum Standort Ulm betonten in ihren Ansprachen sowohl der Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Gunter Czisch, als auch Marc Diening, Geschäftsführer von Magirus. Während Czisch erklärte, Magirus gehöre zur DNA von Ulm, sprach Diening davon, dass das neue Kundencenter ein weiterer Baustein in der erfolgreichen des Unternehmen ist. "Was uns auszeichnet, ist eine starke Verwurzelung in Ulm", so seine Aussage. Das Unternehmen CNH mit den Firmen Iveco und Magirus bekenne sich ganz klar hin zum Standort Ulm und die Stärkung der Kompetenzen an diesem Platz.

Auf die wichtige Stellung von Iveco als Bestandteil eines der weltweit größten Investitionsgüterkonzerne, CNH Industrial, wies Pierre Lahutte, Iveco Brand President, während der Feierstunde hin. Dabei ging er u. a. auf die Motorenentwicklung ein. Iveco habe sehr früh erkannt, dass es eine einzige Technologie gebe, die sofort signifikante Ergebnisse bei der Senkung des Treibhausgases bringe: Erdgas. Bereits vor 20 Jahren habe sich Iveco auf diesen sauberen Kraftstoff festgelegt. Die Krönung dieser Entwicklung sei der Stralis NP, der erste uneingeschränkt fernverkehrstaugliche Bio-LNG Truck. Lahutte: "Erdgas ist eine bewährte Technologie mit einem breiten Einsatzspektrum. Erdgas passt zu allen Fahrzeugklassen von Transporter über den Bus bis zum 3-Achser-Lkw." 16 000 verkaufte Fahrzeuge würden die Richtigkeit dieser Entwicklung belegen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2017.

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