Komatsu auf der CeBIT

Auf dem Weg zum Baumaschinen-BIM

Von Robert Bachmann

Im Gespräch mit Dr. Daniel Heussen ließ sich Minister Olaf Lies (re.) die Vorteile des digitalen Bauens mit den intelligenten Maschinen von Komatsu erklären.

Hannover. – Mit rund 120 Unternehmen präsentierte Japan als diesjähriges Partnerland der CeBIT in Hannover eindrucksvoll seine Innovationskraft in der Digitalisierungsindustrie. Unweit der ehemaligen Wirkstätten der Hanomag durfte ein Unternehmen da natürlich nicht fehlen: Komatsu. Entgegen des eher konservativen Rufs der Branche zeigte der japanische Baumaschinenhersteller, dass die Zukunft des Bauens bereits vor der Tür steht. "Was wir hier zeigen, ist in Japan bereits gelebte Praxis", sagte Karsten Elles, verantwortlich für den Bereich Maschinen mit intelligenter Maschinensteuerung bei Komatsu Europe International, während unseres Standbesuchs auf der CeBIT. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das auch in Europa durchsetzt."

Doch was gab es eigentlich zu sehen? Zunächst ein scheinbar vertrautes Bild: der PC210 LCi. Jedoch mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Bei der eigens für die CeBIT nach Hannover gebrachten Maschine handelte es sich nicht um das bereits 2014 eingeführte 10er-Modell, sondern den weiterentwickelten PC210 LCi-11. Mittels Auto-Schwenklöffel und einer nochmals verbesserten Leistungsfähigkeit verspricht der Nachfolger, die Produktivität für den Anwender ein weiteres Mal zu erhöhen.

Nach wie vor sorgen die am Geländer angebrachten GPS-Antennen in Verbindung mit diversen, in der Hydraulik versteckten Sensoren dafür, dass der Bediener die exakte Position von Maschine und Grablöffel im Gelände exakt verfolgen kann. Wirklich intelligent wird der Bagger jedoch dadurch, dass eben diese Technologie auch ermöglicht, Grab- und Abzieharbeiten halbautomatisch durchzuführen. Damit kann bspw. verhindert werden, dass unerfahrene Fahrer zu viel Material abtragen oder das zuvor ein-gestellte Zielprofil zu beschädigen. Einmal eingefuchst erlaubt die Halbautomatik, bei höherer Präzision deutlich schneller und damit wirtschaftlicher zu arbeiten.

Der eigentliche Clou am Komatsu-Stand auf der CeBIT zeigte sich allerdings nicht beim Blick auf die eindrucksvolle Hardware, sondern steckte in der Software, die hinter dem System steht. In der Komatsu-eigenen Vision des digitalen Bauens fließen die Daten der Maschine nun direkt in ein digitales Geländemodell, welches in der neuen Cloud-Software des Herstellers, KomConnect, verwaltet wird.

KomConnect entstand in der Zusammenarbeit des japanischen Baumaschinenkonzerns mit dem kalifornischen Startup Skycatch. Mittels Drohnentechnik wird dabei ein bis auf 3 cm exaktes Geländemodell in Punktwolkenform generiert. Ausgehend von diesem Modell sowie der sich darin bewegenden Maschinen können Bewegungen und Arbeitsprozesse auf einer Baustelle bis ins Detail digital abgebildet und dokumentiert werden.

Von der digitalen Vorplanung von Erdbewegungsarbeiten bis hin zur Live-Prozessoptimierung eröffnet das System zahlreiche Möglichkeiten, die letztlich ein Building Information Modeling (BIM) für den Tiefbau darstellen. Während das digitale Planen und Bauen hierzulande noch in der Erprobungsphase steckt und dabei vor allem im Hochbau Einzug hält, sei der digitale Tiefbau in Japan bereits Realität, wie Karsten Elles berichtete. Insbesondere die Teilautomatisierung von maschinellen Arbeitsprozessen werde dort durch den in Japan ebenfalls deutlich spürbaren Fachkräftemangel forciert.

Alles Themen, die auch hierzulande eine hohe Dringlichkeit besitzen. Entsprechend überzeugt zeigte sich auch Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der es sich nicht nehmen ließ, sich persönlich von der Innovationskraft Komatsus am Stand auf der CeBIT zu überzeugen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 14/2017.

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