Kommentar

Ambitioniert

Burkhard Büscher

Eines muss man der IG Bau schon lassen: Ihre Forderung nach 5,9 % mehr Lohn für die nächste Tarifrunde ist schon sehr ambitioniert. Selbst die IG Metall ist zurückhaltender und diskutiert über Forderungen zwischen 4,5 und 5 % für ihre Branche. Nun gehörte Bescheidenheit noch nie so richtig zu den Tugenden der Gewerkschaft, aber fast 6 % sind selbst in diesen relativ guten Zeiten eine Hausnummer. Gleichzeitig wird schon auf das nächste Jahr geschielt, das sehr wahrscheinlich noch besser werden soll. Vor zwei Jahren hatte die Gewerkschaft 7 % für zwölf Monate gefordert und 5,7 % für 24 Monate bekommen. Die Bauwirtschaft sei voriges Jahr um 3 % gewachsen, rechnet die IG Bau vor, und die Bauinvestitionen dürften dieses Jahr real um 2,1 % steigen. Arbeit ist genug da, aber die Arbeitskräfte werden weniger, das Angebot wird knapper. Die IG Bau nutzt die Gunst der Stunde für ihre Lohnforderungen. Auch die Azubis sollen davon profitieren und 100 Euro monatlich mehr bekommen. Die Arbeitgeber sind erwartungsgemäß von der Gewerkschaftsforderung wenig begeistert und verweisen auf sehr niedrige Umsatzrenditen. Leidtragende des hohen Kostenwettbewerbes seien vor allem die tarifgebundenen Betriebe. Vor dem Beginn der nächsten Tarifrunde am 15. März wird sich schon mal warmgelaufen. Ein bisschen Säbelrasseln gehört halt immer dazu. Man darf gespannt sein, welche Zahl wirklich nach den Verhandlungen als Ergebnis stehen wird.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 08/2016.

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