Lkw mit Bohranlage im Einsatz

Stromleitungen erhalten neue Schutzrohre

Terra, Rohr- und Leitungsbau

Problemloser Rohreinzug mit Aufweitkopf DA 160 mm für eine 30 kV Stromleitung DA 110 mm. Gut zu sehen der integrierte Wirbel im Aufweitkopf.

Werder (ABZ). - Firma Plamann aus Werder in Brandenburg verlegt mit ihrer leistungsstarken 4 t HDD-Bohranlage aus dem Hause Terra deutschlandweit Schutzrohre für 30 kV-Stromleitungen. Mit dem Terra-Jet TJ 1804 S und dem geschulten Bohrteam können die Rahmenverträge mit e.on e.dis und mit der Telekom durchgeführt werden. Für den schnellen Baustelleneinsatz hat die Firma einen speziellen Lastwagen für die Bohranlage gekauft. Dieser wurde bei der Terra AG in Absprache mit der Firma Plamann designed, eingerichtet und einsatzbereit gemacht.

Auf dem geschlossenen Lkw wird die komplette Bohranlage inklusive zweier 2000 l Tanks für die Spülflüssigkeit und einer extra großen Misch- und Pumpstation, die 100 l/min Bentonit-Spülflüssigkeit in die Bohrwerkzeuge pumpen kann, transportiert. Der Lkw wurde von einem Künstler professionell besprüht. Zu sehen ist der rote Terra-Jet TJ 1804 S in einer traditionellen Schweizer Landschaft mit Kühen.

Mit dem Terra-Jet TJ 1804 S hat sich die Firma Plamann für eine 4 t HDD-Bohranlage entschieden, die 1800 Nm Drehmoment bei gleichzeitig 180 U/min am Bohrgestänge leistet. Die 37 kW Antriebsleistung gehen komplett auf den Antriebsschlitten und machen die Anlage 25 % stärker als jede vergleichbare HDD-Bohranlage auf dem Markt. Zusammen mit dem patentierten Doppelzylinder-Vorschub arbeitet sie ohne Kraftverlust mit 100 % Krafteinleitung. So können Schutzrohre Ø 300 mm bis 120 m verlegt werden. Die Firma Plamann hat sich zudem für zwei Spülflüssigkeitstanks mit insgesamt 4000 l und einem Spülflüssigkeitsvolumen am Bohrkopf von 100 l/min entschieden. Dank dem hohen Spülflüssigkeitsvolumen können so auch schwierige Böden gemeistert werden. Eine Woche lang wurde die Mannschaft geschult und auf den Bohralltag vorbereitet.

Zunächst mussten Schutzrohre für 30 kV Stromleitungen verlegt werden. In einer ersten Bohrung wurden 85 m gebohrt und ein Rohr DA 110 mm eingezogen. Eine Besonderheit der Bohrung war ein stillgelegter Betonschacht mit 8 cm Wandung. Dieser konnte mit dem 3-Fingerkopf aus dem Hause Terra tatsächlich durchbohrt werden. Ebenso erfolgreich war die Aufweitung auf 160 mm. Die gesamte Baustelle konnte während 4,5 h fertiggestellt werden. Bei der zweiten Bohrung mussten drei Leitungen in einer Trasse verlegt werden.

Es handelte sich dabei um 2 x HDPE DA 110 mm sowie 1 x HDPE 160 mm mit 14 mm Wandung. Die Bohrtrasse führte an der bestehenden Mittelspannungsleitung entlang. Einerseits war ein Sicherheitsabstand von 1 m gefordert, um Störsignalen auszuweichen. Andererseits musste ein ausreichender Abstand von den Bäumen eingehalten werden. Der Untergrund war aufgefüllt und verdichtet. Abbruchsteine, Betonbrocken, Tonscherben und Feldsteine konnten dank der leistungsstarken Maschine mit dem integrierten ADBS aufgeweitet werden. Das ADBS (Automatic Drilling and Backreaming System) fühlt den Untergrund und regelt innert Millisekunden die Einzugsgeschwindigkeit beim Wechsel von hartem zu weichem Untergrund. Die HDPE-Rohre wurden in einem Dreieck angeordnet. Somit konnte in unterschiedlichen Bohrtiefen gebohrt werden. Für das 160 mm Rohr erfolgte zunächst eine Zwischenaufweitung auf Ø 160 mm. Anschließend konnte ein Aufweitkopf DA 215 mm mit integriertem Wirbel und groben Zähnen angebracht werden. Die Bohrung konnte somit erfolgreich über eine Länge von 45 m absolviert werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2015.

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