Mit neuem Pneumat

Produktivität beim Kellybohren erheblich steigern

Wittlich (ABZ). - Das Ankoppeln von Bohrrohren im Kellybohrverfahren nimmt auch heute noch viel Zeit in Anspruch und reduziert die effektiven Bohrzeiten des Bohrgeräts erheblich. Nach Auswertungen der auf einigen Bohrgeräten vorhandenen elektronischen Datenerfassungen beträgt die reine Bohrzeit eines Gerätes in der Regel nur ca. 20% der kompletten Einsatzzeit. Mit einem neu entwickelten Pneumat will die Firma ABF die Zeit für den Ein- und Ausbau von Bohrrohren deutlich verkürzen.

Zum herkömmlichen Einbauen eines Bohrrohres wird das Bohrgerät im Allgemeinen vom Bohrloch zum Bohrrohr hin verfahren. Nach dem Aufsetzen des Druckrohres erfolgt die Verriegelung der Bolzen mittels Teleskopstange oder es muss ein Hilfsgerät eingesetzt werden, um die Bolzen von Hand zu verriegeln. Anschließend wird das Bohrrohr zum Bohrloch gefahren, aufgesetzt, verschraubt und abgebohrt. Zum Ausbauen des Bohrrohres erfolgt der Vorgang in umgekehrter Reihenfolge.

Der ABF-Pneumat wurde entwickelt, um die Nebenzeiten beim Ein- und Ausbauen von Bohrrohren erheblich zu verkürzen und damit die Produktivität zu steigern. Er verfügt über ein elektro-pneumatisches Verriegelungssystem mit – je nach Durchmesser – zwei bis sechs Bolzen und kann über den Kompressor im Bohrgerät mit Druckluft von maximal 8 bar gefüllt werden. Das Aufsetzen des ABF-Pneumats auf das Bohrrohr erfolgt wie bei herkömmlichen Druckrohren mit dem Bohrgerät von der Kabine aus. Dann aber wird mittels einer professionellen Sicherheits-Funkfernbedienung von der Kabine aus verriegelt. Das Aufsteigen mit einer Leiter oder das Verriegeln mittels Teleskopstange gehört der Vergangenheit an. Schwere Unfälle, die sich früher beim An- oder Abkoppeln ereignet haben, sind praktisch ausgeschlossen.

Der ABF-Pneumat arbeitet völlig autark und kann an jedes Drehbohrgerät angeschlossen werden. Sein Tankinhalt ist so ausgelegt, dass der Luftbedarf von mindestens einem Tag gespeichert ist. Hauptaugenmerk bei der Entwicklung lag auf der Steigerung der Produktivität. Die Bohrleistung ist von vielen Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Bohrdurchmesser oder Bohrtiefe abhängig und kann im Allgemeinen nicht exakt vorher bestimmt werden. Nach Informationen namhafter Spezialtiefbauunternehmen kann die durchschnittliche Bohrleistung bei Kellybohren im Zehn-Stunden-Betrieb aber mit ca. 50–80 m pro Arbeitstag angenommen werden. Bei Verwendung von 3-und 4-m-Rohrschüssen finden damit rund 25 bis 50 An- und Abkoppelungsvorgänge statt. Mit einer mittleren Zeitersparnis von etwa drei Minuten pro Koppelungsvorgang ergibt sich daraus eine Zeitersparnis von insgesamt 75 bis 150 Minuten bzw. eine Produktivitätssteigerung von 12,5 bis 25 %.

Dabei ist nicht berücksichtigt, dass während des Ankoppelvorgangs mit dem ABF-Pneumat sowohl der Helfer als auch das Hilfsgerät mit Fahrer frei sind. Der Helfer kann in dieser Zeit bereits den Zapfenverbinder reinigen, und mit dem Hilfsgerät kann die Bohrlochumgebung frei gemacht werden, so dass auch das anschließende Aufsetzen und Verschrauben der Bohrrohre weniger Zeit beansprucht.

Neuere Drehbohrgeräte verfügen in der Regel über einen Windenvorschub anstelle der früher üblichen Vorschubzylinder. Dadurch können in Verbindung mit dem ABF-Pneumat je nach Baustelle und Länge der eingesetzten Kellystange auch längere Bohrrohre von 6 bis 8 m (z. B. 2 x 4 m gekoppelt) eingesetzt werden. Längere Bohrrohre dienen ebenfalls der Steigerung der Produktivität, weil weniger Rohrstöße zu verschrauben sind.

Ein weiterer wichtiger Vorteil des ABF-Pneumats ist die Reduzierung des Verschleißes an den Mitnehmerkeilen der Bohrrohre. Durch die automatische Verriegelung per Knopfdruck hat sich in der Praxis gezeigt, dass Bohrrohre deutlich weniger unverbolzt eingebohrt werden. Dadurch sind auch der Verschleiß an den Mitnehmerkeilen und somit anfallende Wartungs- und Aufarbeitungskosten deutlich reduziert.

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