Rekordumsatz und kräftiges Wachstum

Stihl gibt bei Akkus Gas

Auf der Stihl Bilanz-Pressekonferenz stellte Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora zahlreiche Produktneuheiten vor, darunter auch die Motorsäge MS 462 C-M für die professionelle Forstwirtschaft, die in Waiblingen produziert wird.

Waiblingen (ABZ). – "Der Umsatz der Stihl Unternehmensgruppe stieg 2016 um 6,6 % auf 3,46 Mrd. Euro – ein Umsatzrekord im Jahr unseres 90. Firmenjubiläums. Mit den Wechselkursen des Vorjahres hätte das Umsatzplus sogar bei 9,5 % gelegen", teilte der Stihl Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens mit. "Wir geben Gas bei der Entwicklung neuer Akku-Geräte und werden gleichzeitig in der Benzin-Technologie weiterhin führend sein", so der Vorstandsvorsitzende. Die Möglichkeiten von Industrie 4.0 und Digitalisierung setze Stihl ein, um den Kundennutzen weiter zu erhöhen. Stihl werde 2018 neue Technologien und vernetzte Produkte präsentieren. "Der Trend geht in Richtung Smart Garden", so Dr. Kandziora. "Ich rechne 2017 mit einer noch deutlich höheren Nachfrage als im vergangenen Jahr – insbesondere bei unseren Akku-Geräten."

Stihl plant besonders am deutschen Stammsitz erhebliche Investitionen zur Unterstützung des Wachstums. "Wir suchen derzeit etwa 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Stammhaus, vor allem für die Bereiche Akku, Elektronik, IT und Connected Products."

Das Umsatzwachstum wurde 2016 durch ein deutliches Absatzplus getrieben. Wichtigster Wachstumsmotor war erneut der nordamerikanische Markt. Auch in Westeuropa stieg die Nachfrage kräftig, was u. a. auf die erfolgreiche Markteinführung des AkkuSystems Compact zurückgeht. Der Markt in Russland hat sich leicht erholt. Im deutschen Markt konnte Stihl im vergangenen Jahr ebenfalls deutliche Umsatzsteigerungen erzielen. Diese Entwicklung setzte sich auch im ersten Quartal 2017 fort. Der Vorstandsvorsitzende betonte: "Die neu-en Produkte und die damit verbundene Nachfrage überstiegen erheblich unsere Erwartungen und zeigen, dass Stihl Qualität in jedem Preis- und Kundensegment einen hohen Stellenwert genießt." Die Stihl Vertriebsgesellschaften konnten in vielen Ländern Marktanteile hinzugewinnen. "Damit bauen wir unsere globale Wettbewerbsposition weiter aus", so Dr. Kandziora.

Für die Saison 2019 rechnet der Vorstandsvorsitzende mit einem zusätzlichen Wachstumsschub, da die Stihl Unternehmensgruppe dann auch das gesamte Produktsortiment des Gartengeräteherstellers Viking unter der Marke Stihl anbietet.

"Der Rasenmäher, bisher von Viking und ab 2019 ausschließlich unter der Marke Stihl vertrieben, ist das klassische Einstiegsprodukt im Markt für Gartengeräte. Integriert in einer Marke – der weltweit bekannten Marke Stihl – werden unsere Akku-Systeme beim Kunden noch besser punkten können." Die weltweiten Investitionen (209 Mio. Euro) überstiegen erneut die Abschreibungen (151 Mio. Euro). Investiert wurde weiter vor allem in die Fertigungs- und Logistikeinrichtungen des Unternehmens und auch in die Entwicklung neuer Produkte.

"Die Eigenkapitalquote der Stihl Grup-pe ist mit 70,5 % nach wie vor hoch. Das bildet eine wichtige Grundlage für die Unabhängigkeit unseres Familienunternehmens und die langfristige Ausrichtung unserer Strategie. Außerdem ermöglicht uns diese gesunde Finanzstruktur, alle Investitionen grundsätzlich mit eigenen liquiden Mitteln zu finanzieren", erklärte Dr. Kandziora. Das Absatzplus führte auch zu mehr Beschäftigung, sodass sich der Personalstand bis zum Jahresende um 4,7 % erhöhte – auf weltweit 14 920 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz des deutschen Stammhauses, das heißt der Andreas Stihl AG & Co. KG um 2,4 % auf erstmals 1 Mrd. Euro. Die Exportquote liegt mit 88,9 % auf Vorjahresniveau. Die größten Umsatzzuwächse sind in der EU und in Nordamerika zu verzeichnen. Das Investitionsvolumen betrug 70 Mio. Euro und lag wie auch in den Vorjahren über den Abschreibungen. Die Mittel flossen hauptsächlich in Baumaßnahmen, Produktionsanlagen und IT-Aktivitäten. Auch in den kommenden Jahren wird in das deutsche Stammhaus kräftig investiert. Der Personalstand im Stammhaus erhöhte sich 2016 um 4,3 % auf 4366 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Jahresende. Dr. Kandziora: "Bei der Beschäftigung im deutschen Stammhaus planen wir ein deutliches Wachstum. Wir haben derzeit über 100 offene Stellen – vor allem für hochkarätige Experten. Die wachsende Zahl der Beschäftigten sehen wir als Investition in eine langfristig erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Damit stärken wir unsere Kraft zu wachsen."

"Stihl hat eine umfassende Digitalisierungsstrategie entwickelt", so Dr. Kandziora. "Für uns ist Digitalisierung ein Treiber, um zusätzlichen Kundennutzen zu schaffen. Dies kann sich in den Eigenschaften unserer Produkte zeigen, in der Interaktion mit Kunden oder in neuen Geschäftsmodellen." Um digitale Projekte zu beschleunigen und innovative Geschäftsmodelle schneller zur Marktfähigkeit zu bringen, beteiligt sich Stihl an dem Programm Activatr der Stuttgarter Firma Pioniergeist. Activatr bringt erfahrene Start-up-Gründer mit innovationsfreudigen Mitarbeitern etablierter Unternehmen zusammen. Aus Activatr sollen innovative Ideen hervorgehen, die entweder bei Stihl verbleiben oder mit denen neue Start-ups als Beteiligungsunternehmen von Stihl eigenständig am Markt agieren. In drei Monaten wurden durch interdisziplinäre Gründerteams Ideen für zwei neue Geschäftsmodelle entwickelt. Im Laufe des Jahres werden diese noch präzisiert, um konkrete Produkte und Dienstleistungen entwickeln zu können. Aktuell werden bereits weitere neue Ideen kreiert.

In diesem Frühjahr werden einige neue Produkte in den Markt eingeführt: zum einen die Stihl HSA 94 R für den Rückschnitt und die Stihl HSA 94 T für den Trimmschnitt – beides leise, leistungsstarke Profi-Heckenscheren mit Akku-Antrieb, zum anderen die Profi-Motorsense Stihl FSA 130 mit Zweihand- oder Rundumgriff, die das AkkuSystem PRO ergänzt. Das Akku-Baukastensystem für professionelle Ansprüche weist damit mehr als 20 Geräte auf. Dazu kommt die Reihe der besonders preisattraktiven Akku-Geräte im Einsteigerbereich: Heckenschere, Rasentrimmer und Blasgerät mit jeweils integrierten Akkus. Seit Jahresbeginn wurden zudem weitere Produkte eingeführt, wie bspw. der Benzin-Hochentaster im Einstiegsbereich mit der Bezeichnung Stihl HT 56 C-E.

"Wir geben bei Akku Gas und können ein immer breiteres Sortiment an AkkuProdukten anbieten, und das, ohne bei unseren Benzin-Produkten auch nur 1 mm nachzugeben", resümierte Dr. Kandziora. "Davon zeugen die Neuheiten dieses Frühjahrs." Auch Viking ergänzt das Stihl AkkuSystem Compact um ein weiteres Gerät: den Rasenmäher MA 235. Mit seinen kompakten Geräteabmessungen, dem ergonomischen Mono-Komfortlenker, einer Schnittbreite von 33 cm und einem Gewicht von nur 14 kg ist der MA 235 der perfekte Partner bei kleinen Gärten mit Rasenflächen von bis zu 200 m².

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2017.

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