Rückhalt von Schmierstoffen

Stauraumkanal bei Neuastenberg mit GFK-Rohren realisiert

Amiantit Modernisierung und Sanierung
Beim Bau eines neuen Stauraumkanals und einer Regenrückhaltung setzte die Stadt Winterberg auf GFK-Rohre und -System von Amiantit. FotoS: Amiantit Germany

Winterberg (ABZ). – Pünktlich zur Skisaison gehen im Winterberger OrtsteilNeuastenberg ein Stauraum-kanal und ein aus vierRohrsträngen bestehendes Regenüberlaufbauwerkihrer Fertigstellung entgegen.

Im Auftrag der Stadtwerke Winterberg hat die Ferdinand Altbrod GmbH die Tiefbauarbeiten nach den Plänen des Ingenieurbüros Veldhuis für Hoch- und Tiefbau ausgeführt. Entgegen der ursprünglichen Planung – die eine Ausführung mit Stahlbetonsegmenten vorsah – kamen für die unterirdischen Bauwerke GFK-Rohre von Amiantit Germany zum Einsatz.

Zu dieser Entscheidung haben neben den Werkstoffeigenschaften einbautechnische Gründe beigetragen: Aufgrund der schwierigen topografischen Rahmenbedingungen an der Einbaustelle waren die Gewichte der einzubauenden Rohre mit Blick auf die einzusetzenden Baugeräte limitiert. Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen besitzen GFK-Rohre ein relativ geringes Gewicht. Der neue Stauraumkanal ist mit dem "Amiscreen"-System ausgestattet worden, das auch von Amiantit entwickelt wurde. Die Grobstoffrückhaltevorrichtung, mit dem die Baupartner bereits bei vergangenen Projekten in der Region Winterberg gute Erfahrungen gemacht haben, soll nach Fertigstellung der Anlage dafür sorgen, dass schmutzfrachtfreies Wasser vom Stauraumkanal über die Regenrückhaltung in den Vorfluter abgeleitet wird.

Die Einbaustelle liegt in unmittelbarer Nähe der Postwiese in Winterberg-Neuastenberg und damit in einem der am höchsten frequentierten Wintersportgebiete im Hochsauerlandkreis. Deshalb haben in den Überlegungen der Verantwortlichen u. a. umweltschutzrelevante Aspekte bei der Umgestaltung und Erweiterung der Kanalisation eine Rolle gespielt. "Teilweise werden die Ortsteile Langewiese und Neuastenberg noch im Mischsystem entwässert", erklärt Henrik Weiß, Vorstand der Stadtwerke Winterberg AÖR. "Bei neuen Bauvorhaben wie z. B. der Erschließung der unmittelbar neben der Postwiese gebauten 24 Ferienhäuser wird sukzessive auf ein Trennsystem umgestellt." Damit reagieren die Stadtwerke u.a. auf Forderungen von Unterer Wasserbehörde und Regierungspräsidium Arnsberg und kommen den gesetzlichen Vorgaben nach, nach denen Niederschlagswasser gemäß § 51a Landeswassergesetz vor Ort zu versickern, zu verrieseln oder ortsnah in ein Gewässer einzuleiten sind, sofern dies ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit möglich ist. Mit dem Bau von Stauraumkanal und Regenüberlaufbecken ist in Neuastenberg nun ein neuer Sammelpunkt für Schmutz- und Regenwasser entstanden, mit dem die Vorgaben erfüllt werden. "Im Rahmen der Erschließung der Ferienhausanlage wurde zur Abwasserentsorgung eine neue Kanalisation gebaut, welche das Schmutzwasser über das bestehende und ausreichend dimensionierte Kanalnetz der Kläranlage in Züschen zuführt", erläutert Andreas Veldhuis, Ingenieurbüro Veldhuis für Hoch- und Tiefbau.

Das Niederschlagswasser werde – falls getrennt erfasst – über die Regenrückhaltung (RRB 1-4) direkt in den Vorfluter geführt oder über die Mischwasserkanalisation aufgenommen und im weiteren Verlauf dem neuen Stauraukanal zugeleitet. Von dort gelange der Abfluss gedrosselt in eine Nachblasestation und werde über einen ca. 8 km langen Taldüker zur Kläranlage in Züschen abgeleitet oder – wenn sich der Stauraumkanal bei starken Regenfällen zunehmend füllt – über die Regenrückhaltung auch in den Vorfluter abgeführt. Bei der Wahl des geeigneten Materials für den Bau von Stauraumkanal und Regenüberlaufbauwerk spielten neben den Werkstoffeigenschaften insbesondere bautechnische Belange eine große Rolle. "Rohre aus GFK sind korrosionsbeständig und verfügen über hervorragende hydraulische Eigenschaften", erklärt Dietmar Clever, Bauleitung, Ferdinand Altbrod GmbH & Co KG. Allerdings haben auch die Verhältnisse auf dem Baufeld zu der Entscheidung für den auch in größeren Rohrdimensionen noch vergleichsweise leichten Werkstoff beigetragen. "Mit einem Mobilkran hätten wir auf diesem Untergrund und bei dieser Hanglage nicht arbeiten können", fügt Clever hinzu.

Mit dem vor Ort eingesetzten 40-t-Bagger war somit das mögliche Gewicht der Rohre mit Nennweiten von bis DN 2900 auf max. 10 t limitiert; schon deshalb sei die Entscheidung für die GFK-Rohre die ideale Wahl gewesen, um die Verlegung der Bauteile fachgerecht und sicher ausführen zu können.

Der rund 20 m lange Stauraumkanal ist dem Regenüberlaufbauwerk vorgelagert. Er ist mit einem GFK-Drosselschacht DN 2600 sowie einem GFK-Entlastungsschacht DN 2400 ausgestattet und besteht aus GFK-Rohren in der Nennweite DN 2000. Das Besondere: Zwei Rohrstränge im Inneren des Stauraumkanals dienen der "Amiscreen"-Technologie, die von Amiantit als Alternative zu herkömmlichen Rechensystemen entwickelt wurde und der Rückhaltung von Grobstoffen dient. "Bei der herkömmlichen Nutzung von Rechen an oder auf Schwellen in einem Entlastungsbauwerk gelangt man schnell an Grenzen", erläutert Uwe Napierski, Vertriebsleiter Sonderanwendungen, Amiantit Germany GmbH. So könne ein Rechen einerseits die Grobstoffe gut zurückhalten, andererseits aber auch sehr schnell verstopfen. Daher seien für eine kontinuierliche Arbeitsweise integrierte Reinigungseinrichtungen bisher unverzichtbar. Diese basieren wiederum auf mechanischen Systemen. Setzt jedoch solch eine meist konstant mitlaufende Rechenreinigung einmal aus, können die Grobstoffe den Rechen verstopfen.

Am Ende werde das Rückhaltesystem überspült und das abschlagende Was-ser gelange ungereinigt wieder in die Vorflut. Beim "Amiscreen"-System erfolgt die Rückhaltung der Grobstoffe durch perforierte Rohre, die direkt im Stauraumkanal angeordnet sind. Es wird damit eine riesige Rechenfläche geschaffen, die in etwa dem 25-fachen eines klassischen Rechens auf oder an einer Entlastungsschwelle entspricht.

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Werkstoffeigenschaften wie das relativ geringe Gewicht der GFK-Rohre auch bei größeren Nennweiten machten die Erstellung des Regenüberlaufbauwerkes erst möglich.

"Das energiefreie Schmutzstoffrück-haltesystem benötigt keine beweglichen Bauteile. Das System ist überdies wartungsarm und verschleißfrei. Es ist korrosionsbeständig, langlebig und kann mit einer Sensorik auch funktionell überwacht werden", nennt Gebietsverkaufsleiter Hans Jürgen Bieber, Amiantit Germany GmbH, weitere Vorteile. Der verbesserte Rückhalt von Schmutzstoffen im Stauraumkanal führe zu einer geringeren Schmutzbelastung der Vorflutgewässer. Verbunden mit dem guten Ausspülverhalten von GFK-Rohren in einem Stauraumkanal und dem dadurch möglichen Transport der zurückbehaltenen Schmutzstoffe hin zur Kläranlage könne ein aktiver Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität geleistet werden. Wenn bei starken Regenfällen der Zufluss den gedrosselten Ablauf übersteige, fülle sich der Stauraumkanal und die Rechenelemente werden durchströmt. Bei vollständiger Füllung setze dann der Abfluss über die Schwelle im Entlastungsbauwerk ein. Über das Entlastungsbauwerk gelange das Mischwasser in das Regenrückhaltebauwerk, wobei die Grobstoffe von "Amiscreen" im Stauraum zurückgehalten werden. Das dem Mischwasserstauraumkanal DN 2000 nachfolgende Regenrückhaltebecken besteht aus vier gestaffelt angeordneten GFK-Rohrsträngen in der Nennweite DN 2900. Diese sind 9, 12, 16 sowie 22 m lang und verfügen über ein Stauvolumen von insgesamt 400 m³. Von einem Überlaufbauwerk läuft das Wasser über eine Raubettrinne in den Vorfluter. Laut Aussage von Planer Veldhuis wird durch die neuen Bauwerke der Höchstwasserabfluss von über 700 l/s auf die Einleitungsmenge von 20 l/s begrenzt. Mit den neuen Bauwerken ist den gesetzmäßigen Auflagen damit ebenso Genüge getan wie den Umweltschutzaspekten. Ski-Touristen können sich über saubere Pisten freuen.

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