Umfangreiche Abbrucharbeiten

15 Fußballfelder großes Areal revitalisiert

Köln (ABZ). – Das ehemalige Werksgelände der Akzo Nobel liegt auf einem 110 000 m2 großen Areal mitten in Köln-Bickendorf. Das Gelände, auf dem früher Farben und Lacke gemischt wurden, wird einem modernen Gewerbepark und Logistikzentrum weichen. Der neue Investor Segro möchte erhaltenswerte Bestandsgebäude revitalisieren. Nicht mehr zeitgemäße Immobilien sollen zurückgebaut und in mehreren Bauabschnitten durch moderne Neubauten ersetzt werden.

Das Gelände ist 110 000 m2 groß. Davon sind 48 000 m bebaut. 255 000 m2 umbauter Raum sind vorab zu entkernen. Im Anschluss umfasst der Auftrag die Schadstoffsanierung (PCB, Asbest, KMF) innerhalb der abzubrechenden Gebäude, den Abbruch der Baukörper sowie die Aufbereitung der mineralischen Beton- und Baustoffmengen zum zertifizierten RC-Material. Hinzu kommen zahlreiche Erdarbeiten wie z. B. die Dekontaminierung einiger Bereiche, in denen Schwermetalle und MKW's in verschiedenen Stellen des Erdreichs entdeckt wurden. Die Sonderentsorgung der kontaminierten Materialien und die Auffüllung der Gelände sowie die Erstellung eines tragfähigen Baugrunds bis zur vereinbarten Übergabehöhe übernimmt Hagedorn ebenfalls.

Das Hagedorn-Team seit Juni 2015 bis voraussichtlich Juli dieses Jahres in Köln. Neben einem Hitachi ZX 670 mit 469 PS sind noch ein zweiter Longfrontbagger mit 25-m-Ausleger sowie ein Bagger Cat 329, zwei Cat 336, zwei Cat 349, eine raupenmobile Brecheranlage mit Siebanlage (MR 130Z EVO 2), zwei Radlader Cat 966, ein Mobilbagger Cat 318 und diverse Kleingeräte vor Ort. Gewohntes Business für alle Beteiligten ist die Unterteilung des Projekts in fünf Bauphasen. Das erfordert eine exakte Planung und Disposition des Geräteeinsatzes. Während auf einem Teil des Geländes die Bagger noch die alten Gebäude des Chemiewerks abbrechen, wird auf einem anderen Abschnitt bereits der neue Gewerbepark hochgezogen.

Stefan Quadt, Geschäftsführender Gesellschafter von Tektoplan Schütz, Stock & Partner, die Segro deutschlandweit im Bereich des Projektmanagements und der Projektsteuerung unterstützen, lobt die übersichtlichen Baustellenabläufe: "Hagedorn hat die interne Baustellenlogistik sehr gut organisiert. Wir stehen ständig miteinander in Kontakt. Wenn es mal kritisch werden sollte, erkennen wir das frühzeitig und können gemeinsam Gegensteuerungsmaßnahmen definieren. Das gibt Sicherheit." Bei alten Werksimmobilien kann man durchaus auf die ein oder andere Überraschung stoßen. Das ist in Köln nicht der Fall. "Ich habe selten einen so sauber übergebenen Industriestandort gesehen", lobt Hagedorn Projektleiter Jörg Stachowski. Neben den massiven Gebäuden müssen die Spezialisten von Hagedorn insgesamt 35 Erdtanks rückbauen und haben es unterm Strich mit ca. 13 000 m2 teerstämmigen und bitumengebundenen Dachpappen und ca. 11 000 m2 Asbestflächen zu tun. Der gesamte Abbruch findet in Begleitung mit den Sachverständigen des Gutachterbüros Mull und Partner statt.

Die Betonschere durchschneidet Wän-de und Decken, als wären sie aus Butter. Stück für Stück zerlegt Baggerfahrer Volker Lühr das Gebäude, das in den letzten Wochen vom Hagedorn-Team komplett entkernt wurde. Alle nichtmineralischen Baustoffe sind ausgebaut und entsorgt. Wenn der Baggerfahrer seinen Job gemacht hat, sind von den Gebäuden nur noch einige Haufen groben Schutts übrig. Dieser wird sukzessive in die Brecheranlage aufgegeben. Die Prallmühle rotiert, ein Magnetabscheider zieht die Moniereisenanteile heraus. Übrig bleiben 80 000 t zertifizierter Beton- und Ziegelbauschutt. Betonbauschutt wird auf eine Korngröße von 0–45 mm gebrochen und für den Unterbau der neu zu erstellenden Gebäude und befestigten Außenanlagen genutzt.

Für die komplette Entsorgung und die Anlieferung des benötigten Füllmaterials ist das Gütersloher Wertstoffzentrum zuständig, welches zur Hagedorn-Unternehmensgruppe gehört. Geschäftsführer Frank Kramer ist zufrieden: "Hier in Köln müssen wir rund 11 000 m2 Asbestzementplatten entsorgen und reichlich PCB-belastete Farbanstriche entfernen. Letzteres geschieht mit einem ganz speziellen Sandstrahlverfahren. Den unbelasteten Bauschutt recyceln wir dann auf der Baustelle. Außerdem brauchen wir noch mehr als 50 000 m3 Boden für die Baugrubenverfüllung." Die Organisation dieses zusätzlichen Materials ist dank des hervorragenden Netzwerks des Gütersloher Werkstoffzentrums eine Routineaufgabe.

Mitte Dezember waren der oberirdische Abbruch der Phase 1 und 2 komplett abgeschlossen, die Phasen 3 und 4 zu 70 %. In Phase 5 sind Sanierung und Entkernung bereits erledigt, mit dem Abbruch wurde begonnen. "Wir sind mit der Gesamtabwicklung der Firma Hagedorn sehr zufrieden und voll in der Zeit", freut sich Stefan Quadt von Tektoplan.

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