Bauaussichten 2017

Weiter positive Stimmung in BBS-Branche

Von Thomas Springer, Vorsitzender des Fachverbandes Betonbohren und -sägen Deutschland, Darmstadt

Thomas Springer, Vorsitzender des Fachverbandes Betonbohren und -sägen Deutschland.

Die positiven Erwartungen für das Geschäftsjahr 2016 wurden erfüllt: Die Betonbohr- und -sägebranche verzeichnet auch in diesem Jahr eine stabile Auftragslage mit dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg. Immer deutlicher wird jedoch der schon frühzeitig vom Fachverband prognostizierte Mangel an qualifizierten Fachkräften. Hier werden wir auch zukünftig mit unseren Aus- und Weiterbildungsangeboten gegensteuern. Sehr erfolgreich verlief auch die diesjährige bauma. Die Präsenz des Fachverbandes sorgte für einen zentralen Anlaufpunkt zum Informationsaustausch unter Kollegen, so gab es bspw. auch ein Treffen mit dem Internationalen Verband der Branche (IACDS). Darüber hinaus konnten wir zahlreiche Neumitglieder gewinnen. Auch die Herstellerfirmen unter unseren Mitgliedern berichteten durchweg von einem sehr guten Messegeschäft.

Für 2017 hoffen wir auf eine weiterhin stabile Konjunktur, was sich in einem Anhalten der positiven Entwicklung widerspiegeln sollte. Eine Unbekannte ist jedoch die politische Entwicklung in Europa, deren mögliche Einflüsse auf die Wirtschaft nur schwer abschätzbar sind. Fest steht dagegen der Termin für die wichtigste Fachausstellung unserer Branche: vom 23. bis 25. März 2017 findet bereits zum dritten Mal die BeBoSa statt. Der Fachverband nutzt das etablierte Branchentreffen für eine eigene Präsenz sowie für die Durchführung der Jahreshauptversammlung. Darüber hinaus sind wir nach aktuellem Planungsstand optimistisch, eine technologische Neuerung im Bereich der Werkzeug- und Maschinenhandhabung präsentieren zu können.

An Vielfalt gewinnt unser Engagement zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für unsere Branche. So stellt der Fachverband ab 2017 ein Mitglied für die Vertreterversammlung der BG Bau. Dies ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen und zahlreichen Gesprächen mit Ministerien, der Berufsgenossenschaft, dem Baugewerbeverband und dem Berufsverband der Bauwirtschaft. Auch wenn unsere Branche nur eine Nische besetzt, so sind wir jetzt in der Lage, im direkten Dialog aktiv mitzugestalten. Das wollen wir auch auf internationaler Ebene erreichen. Deshalb intensivieren wir die Zusammenarbeit mit dem IACDS. Unser Mitglied Michael Findeis wird in diesem Gremium zukünftig als Vizepräsident die Interessen des Fachverbandes einbringen und vertreten. Ziele dieses Engagements sind u. a., den Wissenstransfer unter den Landesverbänden zum Nutzen aller Mitglieder zu verbessern, die Unterstützung untereinander zu intensivieren, aber auch die politische Einflussnahme auf branchenrelevante Entwicklungen und europäische Richtlinien zu vergrößern. Als aktuelles Beispiel sei hier die neue Verordnung zu HBCD-haltigen Abfällen genannt, die auf der Umsetzung einer EU-Richtlinie basiert und mit Inkrafttreten die gesamte Baubranche vor enorme Herausforderungen stellte. Neben der breiten Intervention aller Betroffenen hat auch der Fachverband seine Stimme gegenüber dem Bundesrat erhoben, um die jetzt geltende Übergangslösung zu erwirken. So appelliere ich an verantwortliche Entscheidungsträger, weitreichende Folgen und Konsequenzen doch zukünftig bitte im Vorfeld zu bedenken sowie in der Marktrealität vertretbare Lösungen anzubieten.

Abschließend noch einmal zurück zum Fachkräftemangel. Mit Blick auf die Flüchtlingsthematik ergibt sich aus unserer Sicht hier eine Chance. Wir werden 2017 die Möglichkeiten für eine zentrale Unterstützung bei der Integration und Ausbildung von Flüchtlingen prüfen und anpassen. Die Rahmenbedingungen sind mit dem eigenen Berufsbild und der Erwachsenenqualifizierung gegeben. Jetzt gilt es, diese an die aktuellen Besonderheiten anzupassen. So möchten wir unsere Mitglieder in die Lage versetzen, auch auf diesem Arbeitsmarkt aktiv zu werden. Das wird sicher nicht leicht, doch wir wollen uns der gesellschaftlichen Verantwortung stellen und einen Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten. Ich kann nur jedes Mitglied ermutigen, uns auf diesem Weg zu begleiten – nicht zuletzt, um die eigene unternehmerische Zukunft positiv zu gestalten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Fachbetrieben ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr sowie den Inhabern und Mitarbeitern persönlich alles Gute.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2017.

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