Zwischen Solingen und Remscheid

Historische Brücke saniert

Sanierung der 107 m hohen Müngstener Brücke über der Wupper zwischen Solingen und Remscheid.

Solingen/Reemscheid (ABZ). – Die Müngstener Brücke ist 465 m lang und mit 107 m Höhe die höchste Stahlgitterbrücke Deutschlands. Aufgrund ihrer Abmessungen und der zukunftsweisenden Montageprinzipien ist sie auch heute noch eine der bedeutendsten deutschen Eisenbahnbrücken.

Im Jahre 1897 als Eisenkonstruktion errichtet, bedeutete der Bau dieser Eisenbahnverbindung zwischen den beiden bergischen Städten Solingen und Remscheid eine große Erleichterung, da man sich bis zur Errichtung der Brücke mit der Bahn nur über einen 44 km langen Umweg erreichen konnte.

Nach weit über 100 Jahren muss die Müngstener Brücke nun umfassend instand gesetzt werden, um die Verkehrs- und Standsicherheit zu gewährleisten. Die Instandsetzung erfolgt über einen Zeitraum von mehreren Jahren und in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.

Im ersten Bauabschnitt (Los 1) wurde die Fahrbahnbrücke erneuert und durch eine neue Schweißkonstruktion ersetzt. Die Firma Teupe stellte hierfür ein großflächiges Hängegerüst über die gesamte Länge von 480 m und über die Breite der Brücke von 12 m. Das Hängegerüst wurde auf voller Länge und Breite zum Schutze der Umwelt mit einer Bodenwanne ausgestattet. Weiterhin wurden die 28 Rollenlager zwischen den Gerüstbrücken und den Widerlagern bzw. Gerüstpfeilern ausgetauscht. Hierfür wurden die Gerüstbrücken angehoben, ausgebaut und die neuen Lager eingebaut. Während dieser Arbeiten musste die Bahnstrecke gesperrt werden. Teupe wurde auch für den Austausch der Rollenlager mit der Stellung von zwölf komplexen Hängegerüsten einschließlich Einhausung beauftragt. Zum Schutz von Passanten wurden für die Dauer der Sanierungsphase vier Wege mit Schutzeinhausungen versehen. Hierfür baute Teupe vier Schutztunnel.

Die ARGE Müngstener Brücke, Los 2 (bestehend aus den Firmen Schachtbau Nordhausen Stahlbau GmbH, Tiefenbach GmbH und Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH) erhielt den Auftrag für alle Leistungen der Stahlbauerneuerung, des Korrosionsschutzes und der Ertüchtigung des Brückenbauwerks. Der Auftragsanteil Teupe umfasst Teile der BE und Baustellenlogistik, alle Gerüstbauarbeiten und Schutzeinhausungen sowie die Stellung der gesamten Zugangstechnik für die Ausführung der Stahlbau-, Korrosionsschutz- und Sanierungsarbeiten.

Seit 2014 werden die Gerüstbrücken, die Gerüstpfeiler und der Bogen sowie die Widerlager instand gesetzt. Hierbei werden beschädigte Stahlteile ausgetauscht sowie lose Nieten und Schrauben ersetzt. Außerdem erhält das gesamte Bauwerk einen umfassenden Korrosionsschutz. Die Ausführung der Arbeiten erfolgt im Schutze von Einhausungen, damit kein Strahlschutt in die Umwelt gerät. Für die abschnittsweise Sanierung der Gerüstbrücken stellt Teupe derzeit zwei fahrbare, großvolumige Gerüstkonstruktionen, die über die Länge der Brücke hinweg 19 Mal umgesetzt werden. Außerdem erhielt Teupe den Auftrag für die abschnittsweise Einrüstung inklusive der vollständigen Einhausung der sechs Brückenpfeiler. Hierfür werden über 40 000 m² Modul- und Spezialgerüstmaterial über die Bauzeit hinweg eingesetzt. Aufgrund der extremen Hanglage und der erheblichen Brückenhöhe ist eine sehr aufwendige Gründung der Gerüste erforderlich. Für die Anpassung der Gerüste an die Neigung der Pfeiler wurden im Hause Teupe objektbezogene Spezialgerüstriegel entwickelt, die an allen Pfeilergerüsten eingesetzt werden. Die gesamte ingenieurtechnische Planung, technische Bearbeitung, Konstruktion und Nachweisführung führt Teupe im eigenen Haus durch. Die Ausführung der Sanierungsarbeiten an der Müngstener Brücke läuft seit 2013 und wird voraussichtlich bis 2018 andauern.

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