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17. Deutscher Schlauchlinertag und 8. Deutscher Reparaturtag

"Ein Schlauchliner ist keine Krempelsocke"

Dem Austausch zwischen Teilnehmern und Herstellern wurde an beiden Veranstaltungstagen viel Platz eingeräumt.

Troisdorf (ABZ). – Geballtes Know-how auf engstem Raum und die Möglichkeit zum kompakten Networking – diese Gelegenheit nahmen fast 600 Teilnehmer des 17. Deutschen Schlauchlinertages und des 8. Deutschen Reparaturtages kürzlich in Troisdorf wahr. Rd. 30 Referenten und etwa 40 Aussteller sorgten mit interessanten Vorträgen und einer Fülle von Exponaten für eine ansprechende Kulisse, die von Außenvorführungen und Foren wie dem Einsteigerforum oder dem Nachwuchsförderprogramm im Rahmen des Schlauchlinertages ergänzt wurden. In diesem Sinne waren die beiden Tage für Organisator Dr. Math. Igor Borovsky, 1. Vorsitzender der Technischen Akademie Hannover e. V. (TAH) und Geschäftsführer des Verbandes Zertifizierter Sanierungsberater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB), Dipl.-Ing. Franz Hoppe, lange Jahre in verantwortlicher Position bei der Hamburger Stadtentwässerung tätig, sowie für Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des VSB, eine runde Sache.

Das Interesse an den Veranstaltungen scheint ungebrochen: Technisch hoch leistungsfähige Renovierungs- und Reparaturverfahren haben sich im Kanalbau zwar längst etabliert, doch wer meint, Verfahren und Techniken seien ausgereizt, der musste sich in Troisdorf eines Besseren belehren lassen: Nach wie vor feilen Hersteller und Anwender an der Weiterentwicklung ihrer Produkte, z. B. mit Blick auf Anwendungsmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Das zeigten die Präsentationen auf der forumsbegleitenden Fachausstellung ebenso wie die inhaltlich breitgefächerten Vorträge, in denen Anwender, kommunale Netzbetreiber und Hersteller von ihren Erfahrungen berichteten.

So präsentierten Hersteller u. a. Weiterentwicklungen im Bereich der UV-Aushärtung, Entwicklungspotenziale der LED-Lichthärtung und die Bedeutung einer Profilanalyse mit Lasertechnik als Qualitätssicherung für die Sanierung. Im Umgang mit dem Schlauch bleibt es nach wie vor spannend, so Hoppe in seinem Fazit: "Ein Schlauchliner ist keine Krempelsocke, die man einkrempelt und nach dem Einbau vergisst." Eine Veranstaltung wie der Schlauchlinertag liefere für die Weiterentwicklung dieses komplexen Bauverfahrens wertvolle Impulse, welche die Hersteller dazu bewegen, mit Blick auf weitere Anwendungsmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit an der Weiterentwicklung ihrer Produkte zu feilen.

Mit einem neuen inhaltlichen Auftakt präsentierte sich der 8. Deutsche Reparaturtag. Unter dem Titel "Anforderungen heute und morgen" wurde zu Beginn nicht nur auf den Stand der Normenarbeit eingegangen und Klassifizierungen von Techniken und Materialien sowie aktuelle Entwürfe nationaler und internationaler Normarbeit vorgestellt, sondern erstmals auch über die digitale Reparaturbaustelle diskutiert. Während früher durchaus immer die etwas umfangreicheren Sanierungsmaßnahmen wie die Renovierungen im Vordergrund standen, sind unter zunehmender Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeitsaspekten zunehmend auch die Reparaturverfahren verstärkt in den Fokus von Netzbetreibern gerückt. "Eine durchaus positive Entwicklung, zu der auch eine Veranstaltung wie der Reparaturtag beigetragen hat", so der VSB-Vorsitzende Hippe, der sich an Zeiten erinnern kann, an der die Reparatur keine Lobby hatte.

Dass auch die Digitalisierung beim Umgang mit Reparaturverfahren immer mehr Einzug hält, verdeutlichte der Beitrag "Wasserwirtschaft 4.0 – Die digitale Reparaturbaustelle". "Die angestrebte durchgängige Bearbeitung von der Planung über die Ausführung bis zur Bestandsverwaltung erfordert die Auseinandersetzung mit BIM-Ansätzen und Cloudlösungen" stellte Hippe fest. "Hier müssen weitere Voraussetzungen für eine intelligente Vernetzung von Bestandssystemen aber auch Rechtssicherheit für Auftraggeber und Auftragnehmer geschaffen werden." Auseinandersetzen muss die Branche sich auch mit der E-Vergabe, die mittlerweile den meisten geläufig ist, sowie mit digitalen Rechnungen – Sie werden jetzt auch auf europäischer Ebene zunehmend eingeführt.

Nachholbedarf scheint es auch bei dem nach wie vor sensiblen Thema der Sanierungsüberwachung zu geben. Die kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten des Sparsamkeitsprinzips verdeutlichte, dass eine konsequente Bauüberwachung letztendlich Nutzungsdauer schafft und dem Werterhalt dient und damit auch den neuen Anforderungen des kommunalen Rechnungswesens. Gleiches gilt auch für die vorbereitenden Arbeiten wie Planung oder Ausschreibung.

Bei dem Thema "Anwendungen von kombinierten Fräs- und Sanierungsrobotern" wurde gezeigt, welches Rüstzeug man braucht, um alles fachgerecht zu verspachteln. Interessant war in diesem Zusammenhang, welche Verfahrenstechniken den Anwendern mittlerweile zur Verfügung stehen und wie breit das Anwendungsspektrum geworden ist. Ähnliches gilt für den Einsatz von Innenmanschetten: Bei einem Überblick über die verschiedenen Nennweitenbereiche wurde deutlich, dass bei einem sachgerechten Einsatz unter Berücksichtigung der Einsatzgrenzen und mit der nötigen Erfahrung mit ausgereiften Produkten einiges erreicht werden kann.

Der Qualitätsstandard von modernen Reparaturverfahren sei für die Dauerhaftigkeit der Kanalinfrastrukur ebenso von entscheidender Bedeutung wie eine fachgerechte Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung, so VSB-Vorstandsvorsitzende Hippe in einer Zusammenfassung des Reparaturtages. Werde das berücksichtigt, sieht Hippe Reparaturverfahren weiter auf dem Vormarsch. Vor diesem Hintergrund trage eine Veranstaltung wie der Reparaturtag dazu bei, die vorhandene Qualität zu bewahren und immer weiter zu verbessern.

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