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205-Meter-Haus mit 50 Stockwerken im Bau

Höchstes Bürogebäude der Schweiz bekommt einen "großen Bruder"

Die Installation des MAC verlief reibungslos. Dank passgenauer Vorbereitung konnten die fertigen Plattformen direkt vom Wagen gehoben werden.

Basel/Schweiz (ABZ). – Der Roche Bau 1 in Basel ist bisher als das höchste Bürogebäude der Schweiz bekannt. Sein "jüngerer Bruder", der Roche Bau 2, ist aktuell im Bau und soll seinen Vorgänger in der Höhe sogar noch überragen. Der Neubau wird mit 50 oberirdischen Stockwerken eine Höhe von rd. 205 m erreichen und ist damit das erste Hochhaus der Schweiz, das mehr als 200 m misst. Die Grundfläche ist mit 30 m x 60 m deutlich kleiner als Bau 1. Gleichzeitig ist der Neubau 30 m höher. Dadurch wirkt das neue Hochhaus schlanker. Der Planung und Ausführung des Rohbaus haben sich Meva und die Marti AG als Partner angenommen. Bereits bei den Arbeiten an Bau 1 setzte das renommierte Schweizer Bauunternehmen auf hochwertige Schalungssysteme und fachmännische Kompetenz von Meva. Dank der gesammelten Erfahrungen bei diesem Projekt verstanden die Meva-Ingenieure sofort, worauf es beim Bau 2 ankommt, und konnten bei der neuen Ausschreibung mit versierten Konzepten und detaillierter Planung den langjährigen Partner erneut überzeugen.

Aufgrund der logistischen Herausforderung, eine Großbaustelle in zentraler Lage zu betreiben, setzt man bei beiden Bauprojekten auf den Einsatz automatischer Kletterschalung. Nachdem beim Bau 1 an zwei Kernen gleichzeitig gearbeitet wurde, entschied man sich, den Gebäudekern des Bau 2 mit einem ähnlichen Verfahren zu erstellen. "Der Kern ist durch eine sogenannte Lobby zweigeteilt, sodass wir mit zwei Klettersystemen wieder parallel arbeiten können", erklärt Meva-Ingenieur Volker Götz, der das Projekt federführend betreut. "Dadurch erhalten wir einen wichtigen zeitlichen Vorteil." Natürlich musste schon beim Bau 1 der Einsatz der gesamten Schalungssysteme detailliert geplant werden, um die zeitlichen Vorgaben bei diesem Großprojekt zu erfüllen. Dass dies gut gelang und alle Beteiligten mit dem Ablauf der Bauarbeiten zufrieden waren, zeigt sich auch in der erneuten Beauftragung von Meva. Nun galt es für die Schalungsexperten, die gesammelten Erfahrungen zu nutzen und auf neue, unterschiedliche bauliche Herausforderungen anzuwenden.

Zunächst entstanden in einer mehr als 20 m tiefen Baugrube drei Untergeschosse. Nach dem ersten Erdaushub wurde auf Höhe des zweiten Untergeschosses eine Bodenplatte mit ringförmiger Öffnung betoniert. Diese sogenannte Sprießdecke diente später zur Aussteifung der Baugrube. Das dritte Untergeschoss wurde anschließend in Deckelbauweise erstellt. Indem über Bohrpfähle einige Stahlstützen in das Erdreich eingebracht wurden, bereitete man den Aushub der darunterliegenden dritten Etage vor. Während der Arbeiten im dritten Untergeschoss wurde die ringförmige Sprießdecke durch diese Stahlstützen getragen. Zur Vorbereitung der Gebäudekerne wurde im dritten Untergeschoss zunächst eine Aufzugsunterfahrt in die 2,5m starke Bodenplatte integriert. Durch die Integration der Schächte ist die Platte an dieser Stelle rd. 4,25 m stark. Um Platz für die spätere Installation der Fahrstühle zu schaffen, musste die Geometrie der Kerne dabei genau berücksichtigt werden. Gleichzeitig begann bereits die Anlieferung der Stützböcke sowie der Wandschalung Mammut 350.

Für den Bau der 7,9 m hohen Wände war der Stützbock STB 450 vorgesehen. In Verbindung mit der großflächigen Wandschalung Mammut 350 konnte die gewünschte Höhe nach zweifacher Aufstockung erreicht werden. Da die Außenwände unterhalb der Sprießdecke lagen und es nicht möglich war, die Schalung per Kran zu versetzen, nutzte man verfahrbare Stützböcke. Die zuvor erwähnten Stahlstützen boten allerdings nur wenig Platz zum Rangieren. Der Stützbock STB 450 zeichnet sich durch eine geringe Tiefe von nur 2,45 m aus und ist damit besonders platzsparend im Einsatz auf der Baustelle. Durch den Einsatz von Fahrriegeln wird die Konstruktion ein wenig breiter. Um dennoch einwandfreies Rangieren in der engen Baugrube möglich zu machen, setzte Meva hier neue Fahrriegel ein, die enger an der Schalung liegen. "Das war wirklich Millimeterarbeit im Großformat", sagt Bauführer Armin Looser. "Die Meva-Ingenieure haben alle Faktoren mit einberechnet und dabei auch die Ausführung berücksichtigt, sodass wir hier problemlos arbeiten konnten." Unterhalb der Sprießdecke konnten somit Takte mit rd. 10 m Länge betoniert werden. Dabei wurden je vier Befüllstutzen genutzt. Anschließend verdichtete das Team auf der Baustelle den Beton über druckluftbetriebene Außenrüttler. Nachdem die Außenwände des dritten Untergeschosses fertiggestellt waren, galt es, die Stahlstützen zu ummanteln. Die Stahlbetonverbundstützen mit einer Grundfläche von bis zu 1 m² wurden ebenfalls mit der Wandschalung Mammut 350 erstellt. Aufgrund der innenliegenden Stahlstützen entschied man sich, dafür die Schalung über die äußeren Kanten hinweg mit Richtschienen und Säulenbügeln zu verbinden.

Im dritten Untergeschoss wurden die Außenwände unter der Sprießdecke mit verfahrbaren Stützböcken STB 450 geschalt.

Die zwei Gebäudekerne konnten wiederum über eine Höhe von 3,8 m zunächst konventionell mit Mammut 350 geschalt werden. Dabei galt es, die verwinkelte Geometrie der zahlreichen Schächte zu beachten, denn neben drei Treppenhäusern und insgesamt 16 Aufzügen beherbergen die Gebäudeker-ne zudem verschiedene Versorgungsschächte. Mit neuen Planungsinstrumenten haben die Schalungsingenieure von Meva eine einfache und präzise Lösung für die Anfertigung detaillierter Schalungspläne angewendet. Diese wurden weitestgehend dreidimensional gezeichnet, um das Verständnis bei allen Beteiligten zu verbessern. Komplexere Faktoren der Schalungsplanung lassen sich somit räumlich besser abbilden. Die Bauabschnitte können plastisch dargestellt und aus unterschiedlichen Winkeln betrachtet werden. Z. B. kann bei einem T-Anschluss in der Wandschalung die Kopfankerstelle nicht genutzt werden, sodass eine Stabilisierung mit Richtschienen notwendig wird. Vergleichsweise kleine Systemteile wie Anker und Richtschienen sind daher exakt geplant, um etwa eine Durchbiegung zu verhindern. Der Vorteil eines 3D-Modells liegt darin, auf Knopfdruck zweidimensionale Pläne und Stücklisten zu erstellen. "Gerade bei den Kernen mit 2200 m² Schalung bedeutete dies eine enorme Erleichterung für unsere Techniker", freut sich Volker Götz. "Wir arbeiten besonders exakt und effizient. Davon profitieren unsere Kunden direkt, denn die Pläne sind schnell erstellt und auch Änderungen lassen sich einfacher umsetzen." Dank der dreidimensionalen Ansichten konnten sich auch die Verantwortlichen der F. Hoffmann-La Roche AG ohne besondere schalungstechnische Vorkenntnisse ein genaues Bild von den Bauarbeiten an ihrem Gebäude machen. Demnach hilft die umfassende Planungsarbeit nicht nur dabei, einen reibungslosen Baufortschritt sicherzustellen, sondern fördert auch die Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien. Auf den konventionell geschalten Grundriss der Kerne sollte schließlich das automatische Klettersystem MAC passgenau installiert werden. Da das System samt der Hydraulik individuell für jeden Einsatz geplant wird, bereiteten die Meva-Mitarbeiter noch im Werk das MAC für den Großeinsatz vor. Rd. 100 Plattformen wurden auf die Anforderungen des Roche Bau 2 speziell zugeschnitten. Dabei galt es u. a., die Träger, Balken und Zylinder auf das gewünschte Maß zu bringen, damit der Aufbau vor Ort reibungslos funktionieren konnte. Diesen Service bietet Meva an, um den Einsatz der komplexen Kletterschalung für die Kunden möglichst einfach und effizient zu gestalten. Nach nur vier Wochen war so bereits die Installation des Klettersystems MAC auf der Baustelle abgeschlossen.

Zur Anlieferung des automatischen Klettersystems starteten an der Meva-Zentrale in Haiterbach beinahe täglich zwei Lkw. Dank der passgenauen Vorbereitung konnten die fertigen Plattformen nach der Ankunft in Basel direkt vom Wagen gehoben werden. Dadurch war es möglich, das MAC direkt zu installieren, ohne dass es wegen einer Zwischenlagerung wertvollen Platz in der engen Baugrube belegen musste. "Das Team auf der Baustelle kannte die Meva-Systeme bereits", sagt Bauführer Armin Looser. "Viele waren schon beim Bau 1 dabei und kennen die Montageabläufe. Dadurch haben wir keine Leerlaufzeiten und auch der Aufbau und die Anwendung des MAC gingen uns dank der Unterstützung durch Meva leicht von der Hand."

Noch im dritten Untergeschoss wurde das Klettersystem in Betrieb genommen und passierte die Öffnung der Sprießdecke. Diese sollte anschließend geschlossen werden. Aufgrund der Höhe von 8,5m setzte die Marti AG auf das modulare Traggerüstsystem MEP zur Unterstützung der Deckenschalung. Mit verstellbaren Diagonalkreuzen passte sich das System samt der flexiblen Deckenschalung MevaDec an die geforderten Flächen an. Wo der Stützenabstand etwa aufgrund eines Wechsels der Hauptträgerrichtung nicht mit den Abmessungen der MEP-Rahmen übereinstimmt, hilft das Diagonalkreuz bei der notwendigen Aussteifung.

Über den steckbaren Fallkopf ließ sich die Deckenschalung MevaDec zudem schnell und einfach einsetzen, sei es von oben mit entsprechender Absturzsicherung oder über Kopf von einer Arbeitsplattform des MEP-Traggerüsts. Gleichzeitig ermöglicht der MevaDec-Fallkopf das Frühausschalen, indem er Haupt- und Nebenträger der Systemdeckenschalung um 19 cm absenkt. Durch früheren Wiedereinsatz der Deckenschalung kann die Materialvorhaltung somit optimiert werden. Im zweiten Untergeschoss konnten die Stützböcke per Kran versetzt werden, da die darüber liegende Decke noch nicht betoniert war. Die Außenwände im ersten Untergeschoss werden doppelhäuptig geschalt, bevor die Baugrube anschließend verfüllt wird. Ab Anfang 2019 wächst das neue Hochhaus bereits langsam aus der Erde. Das geführte Schutzsystem MGS und das MAC mit geschlossenen Arbeitsplattformen gewährleisten dabei höchste Sicherheit.

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