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8,2 Milliarden Euro möglich

Kostenrahmen bei S21 steigt

Berlin/Stuttgart (dpa). – Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte noch später fertig werden als zuletzt geplant und am Ende 8,2 Mrd. Euro kosten. Entsprechende Informationen von "Spiegel Online" wurden im Umfeld des Aufsichtsrats bestätigt. Erst im November war bekannt geworden, dass die Kosten für den unterirdischen Durchgangsbahnhof und seine Anschlussstrecken um 1,2 Mrd. Euro auf 7,6 Mrd. Euro steigen. Schon damals war die Rede davon, die Eröffnung zu verschieben – zunächst auf 2024 – und weitere 300 Mio. Euro als Risikopuffer einzuplanen. Nun kursiere auch die Summe von 500 Mio. Euro, hieß es. Der zuständige Vorstand Ronald Pofalla wolle die Lage transparent darstellen. Mit Zusatzaufwendungen für die neuerliche Verzögerung könnte sich der Kostenrahmen damit auf 8,2 Mrd. Euro dehnen. Zu den Treibern bei dem Projekt zählen gestiegene Baupreise und Probleme mit dem Baugrund.

Die Projektgegner forderten erneut die Offenlegung aller Fakten zu dem umstrittenen Milliardenvorhaben. "Wir erwarten nun, dass die ganze Wahrheit auf den Tisch kommt und dass sich die Politik nicht weiter mit dieser Salamitaktik der Eingeständnisse vorführen lässt", sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses, Eisenhart von Loeper. Die Gegner planen anlässlich der Aufsichtsratssitzung eine Protestkundgebung. Das baden-württembergische Verkehrsministerium und auch die Stadt Stuttgart wollten den jüngsten Bericht nicht kommentieren.

Wer für die Mehrkosten aufkommt, ist nicht geklärt. Die Bahn, der Bund, die EU, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und der örtliche Flughafen hatten 2009 vereinbart, die Kosten aufzuteilen. Damals gingen sie von 4,5Mrd. Euro aus. Die Bauherrin Deutsche Bahn wurde mit 1,7 Mrd. Euro der größte Finanzierer. 2013 erweiterte die Bahn den Finanzrahmen auf gut 6,5 Mrd. Euro. Für den Aufschlag wollte die Bahn die übrigen Projektbeteiligten in die Pflicht nehmen. Doch die lehnen das ab.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 05/2018.

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