Abbruch von Autobahntalbrücken

Leistungsstarke Technologie und Erfahrung ermöglichen sicheren Projektablauf

Moß demontierte eine Autobahnbrücke der BAB 7 über einer Eisenbahntrasse bei Quickborn am letzten Wochenende.

BAD HERSFELD/QUICKBORN (ABZ). - An dem großen Bauwerksbestand von Autobahntalbrücken ab einem Alter von 40 Jahren nagt in besonderer Weise der Zahn der Zeit. Die Belastungserhöhungen auf den Autobahnen setzen den Bauwerken überproportional stark zu. So ergeben Brückennachrechnungsprogramme mit den heutigen Lastenannahmen vielfach erhebliche Tragfähigkeitsdefizite bei Autobahntalbrücken. In der Folge sind Abbruch und anschließender Neubau angesichts des stetig steigenden Verkehrsaufkommens oftmals unausweichlich. Die realistische Bewertung von Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit bestehender Brücken ist dabei ein komplexes Thema. Der Abbruch der Bauwerke aber ebenso. Der Besuch bei einer entsprechenden Baustelle des Abbruchspezialisten Moß Abbruch-Erdbau-Recycling GmbH & Co. KG zeigt, welche Lösungswege es geben kann.

In Südhessen, östlich von Bad Hersfeld, führt die Firma Moß mit ihrem ZX870XXL einen Abbruch zweier Autobahntalbrücken als Teilprojekt im Rahmen von Sanierung und Ausbau der Bundesautobahn 4 aus. Das Gesamtvolumen des Bauprojekts umfasst gut 50 Mio. Euro und läuft noch bis Mitte 2016. Auf dem Bauabschnitt von 5,5km Länge wird dabei die Trassenführung teilweise komplett neu angeordnet. Die alte BAB 4 verfügte über zwei Fahrstreifen in jede Richtung, Standspuren waren nicht vorhanden. Durch den Ausbau wird die Autobahn in Richtung Eisenach dreispurig, in Richtung Bad Hersfeld bleibt sie zweispurig. Hinzu kommt jeweils eine Standspur. Für eine der beiden bis zu 25 m hohen Autobahntalbrücken, die Brücke "über den großen Kessel", bestand in jüngster Vergangenheit bereits eine Gewichtsbeschränkung. Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 60 t durften nicht mehr über die Brücke rollen.

Der Neubau der Teilstrecke ist notwendig geworden, da die alte Autobahn 4, die aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, gehörig in die Jahre gekommen ist. Außerdem hat sich die A 4 nach dem Fall der innerdeutschen Grenze zu einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen in West-Ost-Richtung entwickelt. Mit der Grenzöffnung sind daher auch die Verkehrsmengen sehr stark angestiegen. Bei dem Abbruch der zwei je ca. 200 m langen Talbrücken der alten Autobahntrasse ist nicht die Maximalhöhe des ZX870XXL von 50 m gefordert. Die Firma Moß muss in einer Arbeitshöhe bis 25 m maximale Leistungskraft erreichen. Aus diesem Grund hat Markus Moß vorausschauend bei dem Kauf des bis zu 145 t wiegenden ZX870XXL von der Kiesel GmbH zusätzlich den verfügbaren 30 m-HD-Ausleger mitgeordert. Erst dieser robuste Ausleger erlaubt den Einsatz eines 6 t schweren Werkzeuges in genannten Höhen. Bspw. war diese Technologiekombination auch bei dem Autobahntalbrückenabbruch "Helterbach" der BAB 7 südlich von Kassel mit einer Höhe bis zu 30 m ein entscheidender Erfolgsfaktor. Mit einem sonst in dieser Höhe üblichen 3-t-Anbaugerät wäre kein effizienter Abbruch machbar gewesen. Bei den Brücken der BAB 4 in Friedewald wäre bei den massiven Längsträger-Unterzügen von 70 cm Breite und 2 m Höhe ohnehin kaum ein Durchkommen gewesen. Nicht so mit dem ZX870XXL mit HD-Ausleger von Moß. Doch bei derartigen Aufträgen ist Teamarbeit gefragt. So werden acht weitere Bagger vor Ort eingesetzt, um bspw. die Fundamente zu zertrümmern.

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Abbruch einer der beiden Autobahntalbrücken der BAB 4. Fotos: Moß Fotos: Moß

Erst die leistungsstarke Technologiekombination der Einsatzgeräte, das statisch detailliert ausgearbeitete Abbruchkonzept und die Erfahrung von Moß beim Brückenabbruch ermöglichten einen schnellen und sicheren Projektablauf. Zudem bietet der gewählte maschinelle Abbruch einen weiteren Vorteil: Eine zusätzliche Beeinträchtigung des Verkehrs auf der meist direkt am Abbruchobjekt verlaufenden neuen Autobahntrasse kann vermieden werden. Bei der sonst häufig angewendeten Abbruchmethode durch Sprengung wäre eine Vollsperrung unvermeidbar gewesen.

Für die Baustelle Friedewald wird neben der Technologiekombination für den Abbruch ein weiterer Erfolgsfaktor sichtbar – die Recycling-Aufbereitung. Zwar ist die Aufbereitung von Bauschuttmaßen mittels mobiler Brechanlagen heutzutage Standard, die Firma Moß geht hier jedoch einen entscheidenden Schritt weiter und sieht die RC-Aufbereitung nicht als Nebenprodukt eines Auftrages an, sondern als echte Kernkompetenz. "Die gütegeschützte mobile Herstellung von 80 000 bis 100 000 t qualifiziertem RC-Mineralgemisch in Friedewald zeigt, was Auftraggeber wünschen", so Markus Moß. Das waren einmal 5 km Autobahnbetonfahrbahn und die Betonrestmassen beider Brücken der alten BAB 4. Spezifische Qualitätsmaterialen sind also gefragt. Denn solche Produkte können direkt im Straßenbau von Autobahnen weiterverarbeitet werden und erfüllen deren strengste Anforderungen. "Eine derartige leistungsstarke und komplexe mobile Produktion vor Ort aufzubauen geht nicht ohne langjährige Erfahrung und eigene Spezialmaschinen bei bester Logistik", resümiert der Firmenchef. Kein Wunder also, dass die Firma Moß das erste Unternehmen bundesweit ist, welches das RAL-Gütezeichen für "mobil aufbereitete Recycling-Baustoffe" (GZ 501/05) erhalten hat.

Die Leistungen des Abbruchspezialisten Moß sind im Bereich "Abbruch von Autobahntalbrücken" sehr gefragt. Direkt im Juni folgt der nächste Auftrag – eine ca. 350m lange und bis zu 30 m hohe Autobahntalbrücke in Nordbayern. Dabei handelt es sich um eine Spannbetonbrücke. Aber auch mit deren Bauwerksspezifika ist Moß vertraut. So stürzen, anders als Stahl- und Stahlbetonkonstruktionen, Spannbetonbrücken bei fehlerhafter Abbruchfolge ohne jede Vorankündigung plötzlich zusammen. Somit sind gesonderte Planungskenntnisse und Referenzen gefordert. Danach gefragt zählt Markus Moß unter anderem den Abbruch der Spannbetonbrücken des Autobahnkreuzes Münster-Süd BAB 1/BAB 43 im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der BAB 1 auf. Oder ganz aktuell, die Krandemontage einer Autobahnbrücke der BAB 7 bei Quickborn von vergangenem Wochenende. Doch eine Spezialisierung und der Aufbau von Kompetenzen, wie es beim Brückenabbruch bei der Firma Moß der Fall ist, verlangt nach firmeneigenem Fachpersonal.

Gut 130 Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen heute. Ein wichtiger Weg, den Bedarf an Fachkräften decken zu können, ist die eigene Nachwuchsarbeit. So werden bei Moß junge Leute in den Berufsfeldern Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Baugeräteführer sowie Berufskraftfahrer ausgebildet. Einige Ausbildungsplätze seien noch nicht belegt, so Ausbildungsleiter Klaus Nieweler. Angehende Azubis hätten also noch eine Chance.

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