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Abbruchverband Nord

Unternehmen klagen über Entsorgungskosten

Hamburg (rb). – Steigende Entsorgungskosten werden für die Unternehmen der Abbruch- und Recyclingbranche zunehmend zum Problem. Das geht aus den Ergebnissen einer Betriebserhebung hervor, die der Abbruchverband Nord e. V. Anfang des Jahres unter seinen Mitgliedsbetrieben durchgeführt hat. Immer längere Transportwege sowie ein gestiegener Bürokratieaufwand haben die Kosten für die Entsorgung mineralischer Bau- und Abbruchabfälle in den letzten Jahren deutlich erhöht.

An der erstmalig vom Abbruchverband Nord e. V. durchgeführten Betriebserhebung hatten sich 92 der insgesamt 140 Mitgliedsunternehmen beteiligt. Neben allgemeinen Informationen zum Tätigkeitsbereich, zu einer vorhandenen Präqualifikation oder der Beschäftigungssituation in den Unternehmen, wurden in der Erhebung auch Einschätzungen zur Geschäftsentwicklung erfasst – unter anderem zur Auftragslage, Preisentwicklung sowie zur Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen.

Grundlegend habe sich dabei ein optimistisches Bild gezeigt. Sowohl die Auftragslage als auch die Preisentwicklung der letzten fünf Jahre wurde von den Betrieben mehrheitlich positiv bewertet. 72 Betriebe gaben an, dass sich die Auftragslage im Zeitraum zwischen 2014 und 2019 verbessert habe; bei 13 ist sie gleichgeblieben. Lediglich vier Betriebe verzeichneten eine Verschlechterung der Auftragslage. 74 Betriebe gaben an, dass das Preisniveau für Abbruch- und Gefahrstoff-sanierungsarbeiten im Jahr 2019 gegenüber dem Jahr 2014 gestiegen sei; bei zwölf Betrieben sei es gleichgeblieben. Entsprechend positiv hat sich auch die Beschäftigungssituation entwickelt. Im genannten Zeitraum haben die befragten Betriebe insgesamt 169 kaufmännische und 443 gewerbliche Mitarbeiter neu eingestellt. Für das Jahr 2020 planen die Betriebe rund 200 weitere Stellen zu besetzen.

Sorgen bereitet hingegen die Entwicklung bei der Entsorgung. So hatten insgesamt 89 Betriebe angegeben, dass die Entsorgungskosten für Bau- und Abbruchabfälle zwischen 2014 und 2019 deutlich gestiegen seien – im Durchschnitt um 65 Prozent. Als zusätzlicher Kostentreiber erweisen sich der Erhebung zufolge immer längere Entfernungen, die für die Entsorgung bestimmter gefährlicher Abfälle in Kauf genommen werden müssen; im Durchschnitt um 45 Kilometer. Kritisiert werde von vielen Betrieben unter anderem, dass die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung zu einem erhöhten Sortier- und Bürokratieaufwand geführt habe und dass es nach wie vor an einer bundeseinheitlichen, länderübergreifenden Regelung für die Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen fehle.

Weitere Kostentreiber sehen die Befragten in einem hohen Analyseaufwand bei der Gefahrstofferfassung, neuen Gefahrstoffen, zum Beispiel Asbestvorkommen in Putz- und Spachtelmassen, sowie fehlenden Entsorgungsmöglichkeiten für einzelne Abfallschlüssel vor Ort. Die Folge sind erhöhte Entsorgungskostenbeziehungsweise zunehmende Transportwege. Unter den steigenden Anforderungen und Auflagen leide zudem auch die Wiederverwertung unbelasteter Bau- und Abbruchabfälle.

Die Erhebung fand im Zeitraum Ende des Jahres 2019 und Anfang 2020 statt. Mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Geschäftslage und Beschäftigungssituation in der Branche sind den Ergebnissen daher nicht zu entnehmen.

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