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Abriss zunächst keine Option

Staumauer wird neu gebaut

Für den Neubau einer Staumauer des Grimselsees/Schweiz wurden unter anderem Treppentürme aus Ringscaff-Material verbaut.

Grimsel/Schweiz (ABZ). – Es gab eine Zeit, in der die Arbeiten mit Beton noch zu den Pioniertaten des Bauhandwerks zählten. Und wie immer bei solchen Versuchen der ersten Stunde, kam es auch hier zu Fehlern, die erst viel später bemerkt wurden und nur sehr aufwändig beseitigt werden konnten – und können. Am Grimsel in der Schweiz schickt man aktuell eine ganze Staumauer in den Vorruhestand, nachdem sich herausgestellt hat, dass unter anderem durch jährlich zentimeterweise Betonverschiebungen die Anforderungen an die strukturelle Sicherheit des Bauwerks nicht mehr nachhaltig gewährleistet sind.

Problem: Da ein Abriss oder eine Sanierung logistisch und finanziell kaum zu stemmen und außerdem eine Bewirtschaftung des Staubeckens zur Stromgewinnung in der Zeit nicht weiter möglich wäre, setzt der Betreiber, die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), einfach eine komplette, neue Staumauer vor die Alte. Sobald die neue Mauer steht – die Bauzeit ist mit sechs Jahren eingeplant – wird die alte Mauer an mehreren Stellen durchlässig gemacht, so dass sich das Wasser bis zur neuen Mauer staut und die alte Mauer zu beiden Seiten (und somit belastungsfrei) Wasserkontakt haben wird. Das Staubecken des Grimselsees ist mit einem Volumen von 94 Millionen m³ ein Kernstück der KWO-Kraftwerkstandorte.

Die Burn und Künzi Gerüstbau AG aus Oey in der Schweiz wurde mit der Stellung verschiedener Gerüste beauftragt. Unter anderem kam das Modulgerüst des nordrhein-westfälischen Herstellers scafom-rux zum Einsatz, um den Zugang zu den Bauplätzen in den verschiedenen Etagen der für die Verankerung des neuen Betonbogens vorgesehenen Steilwände zu gewährleisten. Die erfahrenen Gerüstprofis von Burn und Künzi seilten sich zur Montage der Gerüstkonstruktionen teilweise aus schwindelerregenden Höhen an den Felsen ab – selbstredend unter Einhaltung umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen. Dann wurden die Treppentürme etappenweise von oben nach unten gebaut. Weiterhin mussten Fußgängerbrücken und Podeste aus Gerüstmaterial errichtet werden. Das Projekt ist für die Dauer von August 2019 bis Oktober 2020 veranschlagt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2020.

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