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Abwerbung von Auszubildenden

IG Bau spricht sich gegen Pläne für Ablösesumme aus

Frankfurt/Main (ABZ). – Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) lehnt Pläne für eine "Ablösesumme" für Azubis grundsätzlich ab. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hatte dies jüngst gefordert, weil junge Menschen nach der Lehre oft abgeworben werden. Die Investition in Ausbildung lohne sich dann für den Betrieb nicht, weshalb Wollseifer einen Arbeitgeberwechsel des jungen Gesellen von einer Erstattung der Ausbildungskosten durch den neuen Betrieb abhängig machen will.

"Wenn man Auszubildende für das Handwerk gewinnen will und jungen Menschen nach der Ausbildung halten möchte, muss man sie während der Ausbildung ordentlich und fair behandeln. Ihnen Perspektiven aufzeigen. Den jungen Menschen vorleben, dass das Handwerk 'goldenen Boden' hat und nicht nur für die Chefs. Junge Menschen wollen in und nach ihrer Ausbildung fair behandelt werden. Wer sich wohlfühlt, wechselt nicht. Sie wollen Perspektiven erkennen, die es ihnen eine Zukunft mit Familie ermöglichen", sagte IG Bau-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt. "Tarifverträge regeln genau das. Aber immer weniger Handwerks-Chefs sind bereit, ihren Beschäftigten gute Tarif- und Arbeitsbedingungen einzuräumen. Ablösesummen für junge Talente versprechen hier keine Verbesserung. Nur wenn die Basis stimmt, klappt es auch mit dem Nachwuchs."

Um die Kosten der Ausbildung gerechter zu verteilen, schlägt die IG Bau hingegen das Modell der Ausbildungsumlage vor, wie es sich in der Bauwirtschaft bereits seit langem bewährt hat. Ein für alle Baubetriebe geltender Tarifvertrag regelt eine Umlage. Danach erhalten Ausbildungsbetriebe 17 der insgesamt 36 Monatsvergütungen für ihre gewerblichen Auszubildenden erstattet. Abgewickelt wird dies über die Sozialkassen der Bauwirtschaft, Soka-Bau. Diese stellen zudem bundeseinheitliche Qualitätsstandards in der Ausbildung sicher, indem sie überbetrieblicher Ausbildungszentren prüfen. Mit Erfolg: Im Baubereich liegt die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse über dem Branchendurchschnitt und auch die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist gegen den allgemeinen Trend der vergangenen Jahre gestiegen, und zwar zuletzt um 3 %.

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