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"adidas laces"

Höchstleistung für sportliche Architektur erbracht

Architektur,  Stadtplanung und Stadtentwicklung, Stahlbau

Höchstleistung für den Stahlbau bei adidas laces.

HERZOGENAURACH (ABZ). - Das Bauen für Markenarchitektur stellt an alle Beteiligten stets besonders hohe Anforderungen. So war es auch bei "adidas laces", dem neuen Design-, Forschungs- und Strategiezentrum auf dem "World of Sports"-Campus des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach. Die identitätsstiftenden Verknüpfungen vom Produkt des Bauherren zum fertigen Bauwerk mussten mit höchster Präzision umgesetzt werden – vom Entwurf der Architekten kadawittfeldarchitektur über die Ingenieurleistung von Weischede Herrmann und Partner bis hin zu den ausführenden Stahlbauunternehmen Christmann & Pfeifer sowie Prebeck. Das Projekt erhielt im Rahmen des Wettbewerbs "Preis des Deutschen Stahlbaues 2014" eine Auszeichnung.

Das Bürogebäude für rund 1700 Arbeitsplätze wirkt mit seinen Abmessungen von 280 x 100 x 26 m luftig, leicht und hell. Hieran hat die Ausführung als Stahlkonstruktion einen ganz wesentlichen Anteil, weil sie für die gewünschte Schlankheit und Filigranität der Tragstruktur sorgt sowie für Transparenz und Offenheit vom Atrium bis zum Raumkonzept des Gebäudes. Während sich die äußere Erscheinung vornehm zurücknimmt, wird das Gebäude wesentlich von den Verbindungsstegen, den Laces (Englisch für Schnürsenkel) geprägt, denen das Forschungs- und Entwicklungszentrum seinen Namen verdankt. Diese Laces, "schnüren" den Baukörper gleichsam zu einem vielschichtig beziehungsreichen Bürogebäude zusammen. Innerhalb der einzelnen Geschosse ermöglichen die Laces als freie, das Atrium überspannende Verbindungsbrücken ein Höchstmaß an Interaktion und kurzen Wegen und lassen offene Kommunikationsbereiche entstehen. Die Laces, treten auch als vertikale räumliche Einschnitte an der Fassade in Erscheinung und gliedern sie in Form von Loggien.

Herzstück des Gebäudes ist das Atrium, ein wunderbar belebter, identitätsstiftender Kreativ-Raum. Das Atriumdach bildet ein Stahlbogentragwerk mit transparenten dreilagig ausgebildetem ETFE-Kissen als räumlichem und thermischem Abschluss. Es wird getragen von außen liegenden, 4 m hohen Stahlfachwerkträgern, die bis zu 50 m weit spannen. Die Laces selbst werden vom Bogenträger abgehängt.

Im Atrium wird der von den Architekten beabsichtigte Innen-Außenbezug besonders erlebbar. Ein dreigeschossiger Eingangsriegel liegt brückenartig über dem Gebäudeeingang und lässt die Landschaft scheinbar ungehindert in den Raum fließen.

Der auskragende Eingangsriegel überspannt als brückenartiger Gebäudeteil die Eingangsfront stützenfrei über 60 m. Er wird von zwei gigantischen, ca. 12,5 m hohen Stahlfachwerkträgern gehalten, von denen der größere 340 t wiegt – dies entspricht in etwa dem Gewicht eines Jumbo-Jets. Zum Aufstellen waren die größten Kräne Europas notwendig. Die ca. 1000 t schwere und insgesamt 100 m lange Gebäudebrücke nimmt drei Bürogeschosse auf. Um die Geschossdecken aufzunehmen, wurden zwischen den Fachwerkträgern Querträger mit einem Gesamtgewicht von knapp 500 t im Abstand von ca. 4,8 m eingebaut.

Die Fachwerkträger wurden in Einzelteilen von Christmann & Pfeifer gefertigt und zur Passkontrolle vorab komplett ausgelegt, vermessen und markiert, um dann wieder in Einzelteile zerlegt, strahlentrostet und grundiert auf die Baustelle geliefert zu werden. Dort wurden die Einzelteile erneut zusammengefügt und komplett verschweißt. Danach wartete das nächste Highlight: Das Aufrichten der Fachwerke und der "Einhub" am Stück mittels zweier großer Raupenkräne, komplett über einen Zeitraum von insgesamt nur 31 1/2 Tagen, einschließlich des Einbaus aller für den Montagezustand erforderlichen Querträger.

Das Endergebnis kann sich sehen lassen: die Wirkung im Atrium ist sensationell. Der Eingangsriegel wirkt leicht und scheint über dem Campus zu schweben. Kreative Verknüpfung von visionärer Architektur und leistungsstarker Ingenieurkunst macht's möglich. Zufrieden mit ihrer Leistung zeigten sich auch die Stahlbauingenieure des ausführenden Unternehmens Christmann & Pfeifer: "Wir haben die sportliche Herausforderung gern angenommen und mit viel Liebe zum Detail, Know-how und Herzblut die Vision der Architekten erfolgreich umgesetzt."

Planung und Realisierung des Laces erfolgten auch unter wesentlichen Aspekten der Nachhaltigkeit. Hierzu zählen insbesondere ein flexibles Büroraumkonzept für variable Umnutzungen, eine intelligente, energiesparende Lichtsteuerung und Klimatisierung, der Einsatz von Geothermie und Wärmerückgewinnung, Grauwassernutzung sowie höchste Anforderungen hinsichtlich der thermischen und feuchteschutztechnischen Qualität der Gebäudehülle.

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