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Aktuelles Thema der Bauwirtschaft

Europa auf dem Weg zum "Holzbau-Kontinent"

Der hybride Neubau in Berlin-Wedding wurde unter Mitwirkung mehrerer DHV-Mitgliedsunternehmen errichtet.

Brüssel/Ostfildern (ABZ). – Wo, wie und womit sollen wir bauen, um möglichst allen Menschen in unserer Mitte ein Dach über dem Kopf zu geben? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich vor einiger Zeit in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit der Bau-Zukunft Europas befasst. Der Präsident des Deutschen Holzfertigbau-Verbandes e. V. (DHV), Erwin Taglieber, greift ihre Botschaft auf und bezieht für mehr als 240 Mitgliedsunternehmen im Deutschen Holzfertigbau-Verband Position.

"Wir müssen Ursula von der Leyen dankbar sein, dass sie sich in der Frage, womit wir bauen wollen, so klar für die vermehrte Verwendung nachhaltiger Naturmaterialien wie Bambus und Holz ausspricht.

Holzbauunternehmer Erwin Taglieber aus Oettingen ist Präsident des Deutschen Holzfertigbau-Verbandes e. V. (DHV).

Die EU-Kommissionspräsidentin macht damit deutlich, wie die Errichtung von Wohn- und anderen Gebäuden in den EU-Mitgliedsstaaten in Zukunft auszusehen hat, wenn wir den sozialen Wandel in der Gemeinschaft meistern und die Klimakrise in den Griff bekommen wollen: Die Antwort heißt, dass wir in Europa mehr denn je mit Holz und in jedem Fall mit nachwachsenden, klimaschonenden Materialien bauen werden", bringt Taglieber die für die Bauwirtschaft wesentliche Kernbotschaft der Kommissionspräsidentin auf den Punkt.

Nach Auffassung Tagliebers hat die Präsidentin der EU-Kommission Recht, wenn sie die Wahl zukunftsfähiger Baustoffe mit der Frage nach deren Energiebilanz verknüpft. "Es spielt für unser Klima und die Bewohnbarkeit unseres Planeten eine entscheidende Rolle, wie viel Primärenergie zur Herstellung von Baumaterialen aufzuwenden ist", betont der DHV-Präsident. "Schließlich fließen rund 40 Prozent aller Ressourcen gegenwärtig in den Bausektor, es werden ebenfalls rund 40 Prozent aller Emissionen von Gebäuden freigesetzt."

Die Eigenschaft von Holz, das als Baumaterial große Mengen des Klimakillers CO2 über die gesamte Nutzungszeit bindet, sei ein Segen. "Deshalb ist es auch nur konsequent, das Bauen mit Holz über Deutschland hinaus auf gesamteuropäischer Ebene zu forcieren und zu fördern", erläutert Taglieber.

Holzbau mit sechs Vollgeschossen: Mit dem "Holzhaus Lynarstraße" sind 93 Wohnungen und mehr als ein Dutzend Gewerbeeinheiten entstanden.

Als Fertighaushersteller mit modernen Werken im bayerischen Oettingen geht der Unternehmer selbst täglich mit Holz um. Daher könne er sich auch aus forstwirtschaftlicher Sicht ein Urteil über die sehr gute Eignung des Naturbaustoffs erlauben.

"Europa schöpft das Holzbau-Potenzial des Waldes bislang nur zu zwei Dritteln aus", ist der Präsident des Holzfertigbau-Verbandes überzeugt. "Man muss sich vor Augen führen, dass die bewaldete Fläche unseres Kontinents täglich in einer Größenordnung von etwa 1500 Fußballfeldern wächst – davon werden zu Bauzwecken aber nur 1000 verwendet", betont er. "Das bedeutet im Ergebnis, dass der Wald Europas jeden Tag um die Fläche von 500 Fußballfeldern größer wird."

Diese Aspekte sollten Bauunternehmen berücksichtigen. Ein Beispiel für ein erfolgreich umgesetztes Projekt ist ein Gebäude in Holzbauweise, das mit sechs Vollgeschossen in Berlin-Wedding realisiert wurde. Mit dem "Holzhaus Lynarstraße" sind 93 Wohnungen und mehr als ein Dutzend Gewerbeeinheiten entstanden. Weitere Informationen zum Bauen mit Holz hat der DHV unter www.dhv.de zusammengestellt.

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