Anzeige

Allgemeine Bauartgenehmigung

Holznagel ist jetzt baulich zugelassen

Das Lignoloc-Innovationsteam von Beck (v. l.): Stefan Siemers (Director Research & Development), Christian Eder (Quality Manager), Alexander Nolli (Quality & Customer Service Director) Thomas Hochtritt (Research & Development Engineer) und Christian Beck (General Manager & CEO).

Waldkraiburg (ABZ). – Großer Jubel beim Innovationsteam der Raimund Beck GmbH: Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat dem Unternehmen die "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung/Allgemeine Bauartgenehmigung" für "Tragende Holzverbindungen unter Verwendung von Lignoloc-Holznägeln" erteilt.

Die Zulassung ermöglicht die Planung, Bemessung und Ausführung von tragenden Verbindungen im Holzrahmenbau. Anwender können nun Lignoloc-Holznägel verwenden, um Bretter und Platten aus Vollholz, Holzwerkstoffen oder Gipsfaser an Holzbaustoffen zu befestigen. Auch die Umsetzung aussteifender und mittragender Wandtafeln sei mit den Holznägeln kein Problem.

Da Holznägel bisher von keiner Norm erfasst sind, musste der Sachverständigenausschuss anhand der entsprechenden Ergebnisse gewährleisten können, dass das Produkt für eine 50-jährige Verwendung im Bauwesen zugelassen werden kann.

"Die Bauzulassung lässt unsere Vision des nachhaltigen Bauens mit nachhaltigen Befestigungssystemen noch greifbarer werden", betont Christian Beck, General Manager und CEO bei der Raimund Beck GmbH. "Es ist die offizielle behördliche Bestätigung dafür, dass es sich nicht nur um eine verrückte abstrakte Idee, sondern um ein komplett durchdachtes und marktreifes Konzept handelt. Es stellt für uns den ersten großen Schritt aus der Nische in Richtung Massenmarkt dar."

Laut Hersteller ist Lignoloc der erste magazinierte Holznagel für den zukunftsorientierten Einsatz in der industriellen Fertigung und in der ökologischen Holzverarbeitung. Die Holznägel werden aus mitteleuropäischem Buchenholz gefertigt. Durch ihre mechanischen Eigenschaften können Nutzer die Nägel mit dem Fasco-Lignoloc-Druckluftnagler ohne Vorbohren in Holz und Holzwerkstoffe einschießen. Daraus entsteht ein stabiles, unlösbares Konstrukt.

Die spezielle Ausprägung der Nagelspitze und die Hitze, die durch Reibung beim Eintreiben des Nagels entsteht, sorgen dafür, dass das Lignin des Holznagels mit dem des Umgebungsholzes zu einer stoffschlüssigen Verbindung verschmilzt. Diesen Effekt (des seit 1998 bekannten Holzschweißens) konnte Beck in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg anhand von UV-Scanning der Zellstruktur nachweisen. Unternehmensangaben zufolge überzeugen die Beck-Holznägel gegenüber Befestigungsmitteln aus Aluminium oder Stahl dadurch, dass sie weder punktuelle Wärmebrücken bilden noch Korrosionsspuren am Holz hinterlassen. Soll das Werkstück nachträglich in seiner Form bearbeitet werden, sei dies nun ohne Werkzeugverschleiß möglich. Von der Produktion bis zum Recycling heben sich Lignoloc-Holznägel durch ihre umweltfreundlichen Eigenschaften hervor. Europäische Buche ist ein nachwachsender Rohstoff mit kurzen Transportwegen. Laut einer Studie des Nova-Instituts verursacht die Produktion eines Lignoloc-Holznagels nur ein Viertel der Treibhausgase eines technisch vergleichbaren Stahlnagels.

Reine Holzverbindungen seien im ökologischen Holzhausbau besonders geschätzt. Damit Anwender die Holznägel direkt und ohne Vorbohren in Holz oder Holzwerkstoffe einschießen können, sorgen der Lignoloc-F44- und der F60-Druckluftnagler für die notwendige Power, so das Unternehmen. Das F60-System biete jetzt größere Dimensionen, bessere Auszugs- und Scherwerte und mehr Möglichkeiten für den ökologischen Holzbau. Dazu zählen beispielsweise die Vorkonfektionierung von Brettstapeldecken oder die Produktion von Vollholzwandsystemen. Mit den beiden Lignoloc-Heads der Fasco-Gerätelinie können Nutzer die Nägel aus Holz mittlerweile auch in stationären Anlagen verarbeiten, erläutert Beck.

ABZ-Stellenmarkt

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de
Anzeige

Weitere Artikel