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Am Zug bei armiertem Beton

Hammerbohrer bewährt sich im Gleisbau

"Bahn kommt!" – Gerade erst hat die Tram die Gleisbauer von der Strecke vertrieben, nun drängelt schon die nächste, und der Sicherungsposten gibt erneut das Warnsignal.

Halle a. d. Saale (ABZ). – "Bahn kommt!" – Gerade erst hat die Tram die Gleisbauer von der Strecke vertrieben, nun drängelt schon die nächste, und der Sicherungsposten gibt erneut das Warnsignal. "Nahverkehrsstrecken im urbanen Umfeld geben uns ein enges Zeitfenster vor, wenn man bei fahrendem Betrieb baut", erklärt Christoph Schmoranzer, Bauleiter bei Rhomberg Sersa Deutschland. Sein Team arbeitet derzeit auf einer der wichtigsten Verkehrsadern der Universitätsstadt Halle (Saale) und führt die Tram dort auf neue Gleise: Die Straßenbahn wird in einem mehrstufigen Großprojekt zur Stadtbahn ausgebaut, damit Fahrgäste zukünftig bequemer, schneller und für die Anwohner leiser reisen. Für den Bauleiter bedeutet dieser Auftrag daher mehr als Schwellen und Schienen: "Was man im Gleisbau nicht sieht, aber viel Zeit kostet, sind die Vorbereitungen: der Unter- und Tiefbau, die Bahnstromversorgung, die Ausstattung mit Sicherungssystemen." Als Teil der Rhomberg Sersa Rail Group, dem österreichisch-schweizerischen Bahnbau- und Bahntechnikspezialisten, ist das Unternehmen dafür laut eigenen Angaben bestens aufgestellt: "Wir decken das komplette Leistungsspektrum vom Gleisbau bis hin zur Kommunikationstechnik und Instandhaltung ab", erklärt Christoph Schmoranzer.

Bevor sich das Zeitfenster wieder schließt, muss schnell und effizient gebohrt werden. "Im aktuellen Bauabschnitt ist der sonst zweigleisige Streckenverlauf eingleisig – was die Straßenbahndichte zusätzlich erhöht. Das heißt: Alle 3 bis 5 Min. rollt eine Tram durch unsere Baustelle. Wir müssen dabei die Sicherheit der Mitarbeiter ebenso beachten wie den Zeitplan der Tram – der Verkehr darf nicht verzögert werden. Alles muss fachgerecht und gleichzeitig schnell ausgeführt werden", erklärt der Bauleiter weiter, während das Team den heutigen Einsatz vorbereitet. "Auf diesem Streckenabschnitt installieren wir sog. Fangwinkel, um uns zusätzlich zu schützen, wenn wir am Gleis arbeiten. Sollte eine Straßenbahn entgleisen, fangen die Winkel sie auf", führt der Bauleiter aus und wartet kurz ab, bis der Sicherungsposten die Gleise wieder freigibt. Mitarbeiter Philip Engelhardt macht sich dann ans Werk: Die Fangschienen mit farbigem Sichtschutz versehen, ausrichten, Löcher markieren – und schon kann gebohrt werden. "Das Problem bisher: Wenn man den Bewehrungsstahl trifft, kommt auch der beste Bohrer nicht durch die Schwellen und Gleiseindeckplatten", sagt der Gleisbauer – bevor er den Bosch Vier-Schneiden-Hammerbohrer SDS max-8X ausprobiert. Den setzt er heute erstmals mit seinem 8-kg-Bohrhammer GBH 8-45 DV Professional ein und ist begeistert: "Man merkt gar nicht, dass man in Stahlbeton arbeitet. Der Bohrer geht ohne Druck durch."

Philip Engelhardt ist schneller als erwartet vorangekommen. Für den ersten Fangwinkel sind fast alle Löcher fertig gebohrt und bereit für den nächsten Arbeitsschritt – Die nächste Tram kann also kommen. Der Gleisbauer nutzt die kurze Pause, um den Bohr-Ø zu wechseln. "Wir arbeiten mit Ø von 20 bis 28 mm", erklärt er und freut sich daher über einen weiteren Vorteil des neuen Hammerbohrers: Der SDS max-8X ist der einzige Vier-Schneiden-Hammerbohrer mit Vollhartmetall-Bohrkopf im Markt, der Ø bis 28 mm bietet – gängige Modelle liegen bei max. 16 mm. Dies ermöglicht Herstellerangaben zufolge die Bosch Induktions-Diffusions- Schweißtechnologie (IDS). Sie sorge für eine homogene, sehr starke und dauerhafte Verbindung von Bohrkopf und Spirale, die gleichzeitig besonders temperaturbeständig sei: Die hohen Temperaturen von mehr als 400 °C, die beim Bohren in armierten Beton möglich sind, können dem SDS max-8X-Bohrer Herstellerangaben zufolge im Vergleich zu herkömmlichen Bohrern nichts anhaben. Für Philip Engelhardt bedeutet das auch, dass er einen SDS max-8X-Bohrer länger einsetzen kann als andere: Er hat laut Bosch mehr als die Hälfte mehr Standzeit als sein Vorgänger SDS max-7 – und dieser habe sich bereits durch eine längere Lebensdauer gegenüber vergleichbaren Wettbewerber-Modellen ausgezeichnet. "Wenn wir unter Zeitdruck arbeiten, ist es wichtig, dass der Bohrer nicht verkantet und wir schnell wieder aus dem Bohrloch herauskommen", beschreibt der Gleisbauer die Anforderungen an das Zubehör. Er weiß noch einen weiteren Vorteil des Hammerbohrers zu schätzen: "Durch die sehr scharfe, pyramidenförmige Spitze habe ich eine gute Führung beim Ansetzen. Auch das spart Zeit." Für noch mehr Bohreffizienz sorge beim SDS max-8X zudem die spezielle Geometrie des Vier-Schneiden-Vollhartmetall-Bohrkopfes, so der Hersteller. Er hat im Gegensatz zu gängigen Hammerbohrern keine abgeschrägten Schneidkanten, sondern flache 180°-Schneidkanten. Das Ergebnis: Eine max. Übertragung der Schlagkraft ohne Energieverlust in den Randbereichen. Philip Engelhardt hat inzwischen auch den zweiten Fangwinkel montiert und sein Bauleiter ist mit dem heutigen Arbeitsfortschritt zufrieden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 24/2019.

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