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Arbeiten auf engstem Raum

Aachen bekommt neues Shoppingcenter

Doka, Baustellen, Züblin, Schalungstechnik, Hochbau

Der gesamte Baukörper schmiegt sich mit seinen geschwungenen Formen an die Straßenzüge der Aachener Altstadt an. Lagerplatz: Fehlanzeige.

AACHEN (ABZ). - Das Einkaufszentrum Aquis Plaza entsteht mitten in der Aachener Fußgängerzone.Architektonisch und städtebaulich soll sich das Großprojekt behutsam in das gewachsene Innenstadt-Ensemble integrieren. Seine hochwertige Bauausführung und elegante Gestaltung knüpft an die historische Nachbarbebauung an.

Das Investitionsvolumen bei diesem Projekt beträgt 290 Mio. Euro. Eine der größten Herausforderungen ist die Koordination der unterschiedlichen Gewerke bei sehr beengten Platzverhältnissen. Es gibt so gut wie keine Lagerfläche. Nur eine Zufahrt erschließt das 100x200m große Areal in der Kaiserstadt. Hier fahren an Spitzentagen bis zu 20 Lkw mit Baumaterial, Beton und Schalungen. Eine logistische Meisterleistung für die bauausführende Ed. Züblin AG. Sie erstellt das Shoppingcenter schlüsselfertig als Generalunternehmer.

Wichtig war es daher, einen Schalungspartner zu finden, der mit seiner Produktpalette auch außergewöhnliche Aufgaben realisieren kann. Gleichzeitig war entscheidend, große Schalungsmengen mit kürzester Vorlaufzeit just in time beziehen zu können. Und das auf Grund der engen Platzverhältnisse z.T. vormontiert. Oder vor Ort mit eigenem Personal einfach aufstellbar. Die Entscheidung für Doka als Komplettlieferant stand schnell fest. In Spitzenzeiten sind Ortbetonschalungen mit einem Wert von mehr als 10,3 Mio. Euro auf der Baustelle. Das Shoppingcenter liegt im Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande mit einem Einzugsgebiet von 1,2 Mio. Menschen.

Laut Bauherr ECE aus Hamburg eine ideale Lage. Etwa 130 Fachgeschäfte werden hier ab Herbst 2015 ihre Waren anbieten. Die Verkaufsfläche beträgt 29 200 m² auf drei Ebenen. Hinzu kommen gastronomische Angebote. Eine aufwändige Parkhausspindel erschließt die 600 Pkw-Stellplätze auf den beiden oberen Decks. Ein Tunnel bindet sie an den öffentlichen Verkehrsraum an.

Im 3. und 4. Obergeschoss liegen Wohnungen. In der 5. Etage befinden sich die in den Dachzentralen untergebrachten Anlagen der Haustechnik. Dieses Projekt mit der Einkaufs-Mall ist geprägt durch organische Formen, u. a. an den Übergängen der Unterdecke zum großzügigen Glasdach. Soll heißen: Den rechten Winkel findet man hier nur selten. Vielmehr schmiegt sich der gesamte Baukörper mit seinen geschwungenen Formen an die Straßenzüge der Aachener Altstadt an.

Zum Weihnachtsgeschäft 2015 sollen sich die zwei Zugänge zum Einkaufserlebnis öffnen. Zuvor haben die 250 Rohbauer, vornehmlich Eisenflechter, Betonbauer und Einschaler, noch viel vor sich. Auf dieser größten Baustelle in der Region kombiniert man Ortbeton und (Halb-)Fertigteile. In Kürze werden die Rohbauarbeiten termingerecht abgeschlossen sein.

Zunächst erfolgte die Gründung. Anschließend die Fertigstellung der 15 000 m² großen und bis zu 100 cm starken Bodenplatte. Danach war ein abschüssiger "Zufahrtsdamm" ins Innere des Bauwerks herzustellen. Er muss permanent über die ganze Bauzeit frei befahrbar sein. Hierüber läuft die gesamte Baustellenlogistik für die enge Baustelle. Die Projektingenieure der Doka planten und berechneten dazu eine entsprechende Konstruktion. Sie ist 9 m hoch und 7 m weit gespannt. Dazu wird das Brücken-Traggerüst DokaShore verwendet. Es setzt sich zusammen aus hochtragfähigen Stützen und Systemträgern des Baukastensystems SL-1. Seine typengeprüften Stützen nehmen Einzellasten bis 430 kN auf. Oberhalb dieser Abfangung kann nun sicher und termingerecht gearbeitet werden. Darunter rollt ungehindert der Baustellenverkehr.

Das Innere des Gebäudes besitzt z. T. große und geschwungene Luftgeschosse. Zu ihrer Überbrückung dienen Systemteile aus dem SL-1-Baukasten. Auf den Profilen ihrer SL-1-Träger stehen bis zu 9m hohe Traggerüste. Sie unterstellen die 40 cm starken Decken der nächsten Geschossebenen. Einige Staxo-Türme sind abgespannt, um auch höhere Horizontal-Lasten sicher aufzunehmen. Staxo 100 ist mit seinen robusten Stahlrahmen für große Unterstellungshöhen und hohe Lasten konzipiert. Es kombiniert in jeder Situation hohe Tragkraft und Sicherheit.

Viele Fachleute bescheinigen dem Gerät eine hervorragende Anpassung an unterschiedliche Grundrisse. Dazu dienen Grundrahmen mit 0,90, 1,20 und 1,80 m Höhe. Ihre Abstände lassen sich von 0,60 m bis 3 m variieren. Einfach einstellbare Kopf- und Fußspindeln bieten eine millimetergenaue stufenlose Höheneinstellung. Die Decken sind in vielen Bereichen bis auf das Basement durchzustützen. Dies ergibt sich aus der besonderen Statik des Gebäudes. In der Folge entsteht eine recht hohe Materialvorhaltung an Traggerüsten Staxo 100. Ihr Warenwert summiert sich auf mehr als 3,3 Mio. Euro.

In der Oberkonstruktion sind Doka-Vollwandträger eingesetzt. Je nach Belastung die H20-Träger mit den blauen Enden oder die neuen Verbundschalungsträger Itec 20 mit der grauen Endverstärkung. Beide Doka-Trägertypen haben nahezu gleiches Gewicht und sind bauaufsichtlich zugelassen. Durch ihre besondere Konstruktion nehmen die Verbundschalungsträger allerdings rund 80 % höhere Lasten auf. Das spart Material und vor allen Dingen Arbeitszeit.

In den Geschossen mit Wohnungen und Pkw-Stellplätzen beträgt die Geschosshöhe lediglich bis zu 3,0 m, bei 25 cm Deckenstärke. Diese Decken werden geschalt mit der besonders anpassungsfähigen Deckenschalung Dokaflex 30 tec. In diesem Flex-System dient der hoch belastbare Verbundschalungsträger I tec 20 als Jochträger. Dies bedeutet, dass man deutlich weniger Deckenstützen benötigt, die weiter auseinander stehen. Dokaflex 30 tec kann zur Unterstützung der Fertigteildecken benutzt werden. Ebenso zum Schalen von kompletten Ortbetonfeldern im Passbereich.

Im Regelfall wird hier oben mit Fertigteil-Stützen, Pilzköpfen und -Deckenelementen gearbeitet. An den noch liegenden Fertigteil-Stützen werden Andockköpfe angeschraubt. Anschließend hebt der Kran die Stützen in Position. Es sind nur noch die Justierstreben einzuhängen, die sich automatisch durch eine Schwerkraftklinke sichern. Hier muss nichts mehr in der Höhe von einer Leiter aus angeschraubt werden. So lassen sich die Stahlbetonstützen von Anfang an einfach und schnell ins Lot stellen. Die Kranbindung wird entscheidend verkürzt. "Das spart richtig Zeit und ist außerdem sicher", hört man von den Betonbauern. Dieselbe Technik dient zum Aufstellen der Hohlwände und sorgt auch dort für Tempo. Auch die 3 t schweren Pilzköpfe mit 2,5 x 2,5 m Abmessung und einer Stärke von 20 cm sind Fertigteile. Sie liegen sicher auf zwei mit Staxo 40 unterstellten Verbundschalungsträgern I tec 20. Diese Konstruktion sorgt für einfaches und schnelles Einrichten der Pilzköpfe. Aufwändiges Verschwerten entfällt. Zu den anschließenden Fertigteil-Deckenelementen besteht ein Spalt von ca. 3 cm. Er lässt Toleranzen in der Herstellung der Fertigteile zu und wird von unten zugeschalt.

"Wohin man auf dieser Baustelle auch schaut, überall ist Doka-Schalung im Einsatz. Das kommt nicht von ungefähr", verrät Marcus Karr, Arbeitsvorbereitung,Ed. Züblin AG. "Wir haben das Projekt im Vorfeld ganzheitlich analysiert und uns dann bewusst für Doka entschieden. Bei Doka bekommen wir nicht nur ausgereifte Technik, sondern auch technische Bearbeitung, Statik, Schalungsvormontage auf der Baustelle und eine tolle Richtmeisterbetreuung."

Doka, Baustellen, Züblin, Schalungstechnik, Hochbau

Auf Grund der besonderen Statik des Gebäudes sind die Decken in vielen Bereichen bis auf das Basement durchzustützen.

Die geordnete Rückgabe des Mietmaterials ist ein weiterer wichtiger Baustein. Hierbei begutachtet man gemeinsam die zurückzuliefernde Schalung. Bereits bei Auftragsvergabe wurde dies vereinbart. Allerdings lassen die Baustellenverhältnisse eine Abnahme vor Ort nicht zu. So erfolgt die Abnahme auf dem Lagerplatz von Doka. "Dies bindet weniger Baustellenpersonal und verkürzt nebenbei auch die Mietzeit", freut sich Marcus Karr. Während der Bauphase nutzt Züblin das Kundenportal myDoka. Es erlaubt jederzeit Zugriff auf projekt- und baustellenspezifische Daten – bequem von einem PC oder Tablet im Büro und auf der Baustelle. myDoka bietet einfache Handhabung und garantiert die Vertraulichkeit der Daten. Schalungs-Fachbauleiterin Alexandra Jurik hat dadurch eine optimale Schnittstelle zum Doka-Team.

"Dieses Projekt ist schalungstechnisch meilenweit von üblichen Hoch- oder Industriebauprojekten entfernt. Hier sind nicht alltägliche Lösungen gefordert. Da kann ich mich auf mein erfahrenes Team von Schalungsexperten im technischen und kaufmännischen Büro sehr gut verlassen", betont Armin Eckhardt, Leiter der Doka-Niederlassung Düsseldorf.

Mit dem Auftrag Aquis Plaza setzen die Deutsche Doka und Ed. Züblin AG ihre langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit fort.

Beide Unternehmen haben bereits bei einigen Großprojekten erfolgreich zusammengearbeitet, unter anderem beim CityGate Stuttgart, der Fachhochschule Düsseldorf-Derendorf und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main. 

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