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Arbeitsschutz

Zehn Jahre deutsch-indische Zusammenarbeit

Prof. Karl-Heinz Noetel, Leiter des Stabsbereiches „PSA und besondere DGUV-Kooperationen“ der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU).

Berlin (ABZ). - „Die deutsch-indische Kooperation im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz hat sich stetig weiterentwickelt und verstärkt – Arbeitsschutzbedingungen nach deutschem Vorbild sind bereits Gegenstand der Richtlinien für den Bausektor in Teilen Indiens.“ Das erklärte Prof. Karl-Heinz Noetel, Leiter des Stabsbereiches „PSA und besondere DGUV-Kooperationen“ der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU),auf der Jubiläumsveranstaltung zur deutsch-indischen Zusammenarbeit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Seit zehn Jahren setzt sich die BG BAU, gemeinsam mit der DGUV, weiteren Berufsgenossenschaften und beteiligten Organisationen vor Ort für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und höhere Sicherheitsstandards in Indien ein. „Die Arbeitsbedingungen und Sicherheitsstandards in Indien sind oft prekär. Jedes Jahr sterben tausende Menschen dort auf Baustellen“, unterstrich Noetel. Um dem entgegen zu wirken, habe die BG BAU in Kooperation mit der DGUV und verschiedenen indischen Institutionen, Behörden und Ministerien in den letzten zehn Jahren zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, die das Bewusstsein um die Gefahren auf der Baustelle schärfen sollen. „Es ist wichtig, dass Schulungen für Beschäftigte und Unternehmer durchgeführt werden und statistische Daten als Grundlage für Präventionsmaßnahmen im Baubereich erhoben werden“, sagte Noetel mit Blick auf die Initiative der BG BAU in Indien.

„Natürlich liegt das Hauptaugenmerk der BG BAU weiterhin auf der Präventionsarbeit in Deutschland. Trotzdem sollten wir unseren Blick über den Tellerrand richten“, so Noetel. Ein Großteil der in Ländern wie Indien hergestellten Produkte ist für den europäischen Markt bestimmt. Die Produktionsbedingungen dieser Güter zu beeinflussen und zu verbessern sei deshalb, laut dem Positionspapier zum internationalen Engagement der Unfallversicherungen im Bereich der Prävention, Möglichkeit und Notwendigkeit zugleich. Eine Annährung von Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards verbessere die Bedingungen im Wettbewerb und die Qualität der Produkte. So werden in Indien beispielsweise noch immer gesundheitsschädliche Stoffe wie Asbest verarbeitet. Damit diese Stoffe nicht als Bestandteile von Produkten nach Europa importiert werden, sei es wichtig sie vor Ort aus dem Verkehr zu ziehen. Höhere Standards würden das, auch in deutschem Interesse, gewährleisten.

Zusammen mit der DGUV unterstützen die BG BAU und die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) die Präventionsarbeit in Indien durch aktives Handeln und fachliche Expertise. So wurde beispielsweise gemeinsam mit dem Kalinga Institute of Industrial Technology ein Exzellenzzentrum zur Förderung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aufgebaut. Gleichzeitig arbeitet die BG BAU mit der Arbeitsschutzdirektion Indiens zusammen, um Arbeitsinspektoren weiterzubilden, die Forschung zu fördern und Prüfungen im Bereich des Arbeitsschutzes zu erhöhen. Diverse Schulungen, Konferenzen, Kampagnen und Workshops werden außerdem durch die DGUV und die BG BAU organisiert. Dabei hat sich die Zusammenarbeit mit einzelnen Bundesstaaten und Institutionen, zu einer kontinuierlichen Kooperation mit dem indischen Arbeitsministerium und den obersten Behörden für Arbeitsschutz und Sozialversicherung entwickelt.

„In den letzten Jahren hat die BG BAU im Bereich Arbeitssicherheit in Indien viel erreichen können. Der Bundesstaat Maharashtra hat neue Arbeitsschutzbestimmungen nach dem Vorbild deutscher, berufsgenossenschaftlicher Vorschriften eingeführt und in den Richtlinien für den Bausektor festgeschrieben“, erklärte Noetel. „Die indische Politik unterstützt uns sehr. Das Interesse an dem Thema ist überwältigend – und es wächst weiter.“ Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass nachhaltige Projekte und fachliche Expertisen autark in Indien weiterentwickelt und verbreitet werden können.

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