Auf Bildschirm in Fahrerkabine

Filtertyp sowie Betriebs- und Einsatzdaten werden angezeigt

IT im Bauwesen, NordBau Neumünster

Ein Cat 325D mit für die Wartung aufgestelltem Motordeckel und 475 kg schwerem Flaschengestell der f-air-tec-Atemdruckluftanlage.

WALLENHORST (ABZ). - "Als junges wachsendes Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter Spaß an der Sache haben, stand für uns die Weiterentwicklung der Schutzbelüftungsanlage mit einer intelligenten Steuerung an oberster Stelle", so der Diplomingenieur für Umwelt- und Verfahrenstechnik Harald Weiten von der Firma f-air-tec Weiten Industrie-Service aus Wallenhorst, nachdem das Ziel erreicht ist und die neue f-air-tec-Steuerung pünktlich zur NordBau allen Kunden und Interessenten präsentiert werden kann (Stand F-Nord-N148/Celler Straße).

Man habe betriebsintern das Wort vom "intelligenten Filter" erfunden, da die neue Steuerung beziehungsweise die Software in der Lage ist, die eingelegten Filter aller Schutzstufen zu erkennen und als Klartext auf dem Bildschirm in der Fahrerkabine anzuzeigen. Die Neuigkeit sei also, dass die Filter wissen, wer sie sind und sich zu erkennen geben – egal, wie lange sie nicht im Einsatz waren.

Auf dem Bildschirm in der Fahrerkabine wird nicht nur der Filtertyp angezeigt, sondern auch die wichtigsten Betriebs- und Einsatzdaten. Das beginnt mit dem Datum der Erstinstallation, die bereits absolvierte Betriebsdauer und die verbleibende Standdauer. Überdies werden Serien- und Artikelnummer und die aktuellen Betriebsdaten gespeichert. Dies geschieht mittels eines RFID-Tags, mit dem sich der Filter jeweils bei seinem Einsatz bei der Steuerung anmeldet, während die Steuerung dann ihrerseits die aktuellen Betriebsdaten erfasst und auf den Filter zurückschreibt.

Trocken lagern

Welchen Vorteil hat das nun für den Betreiber? Es empfiehlt sich nach Firmenangaben, die Filter bei Nichtbenutzung der Schutzbelüftung aus dem Gerät herauszunehmen und trocken zu lagern, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Filter können bei Stillstand der Schutzbelüftung bis zu 50 Prozent ihres Volumens an Feuchtigkeit aufnehmen. Dieses Volumen kann dann nicht mehr für die Aufnahme von Giftstoffen genutzt werden und geht somit für den Betreiber verloren. "Lagert er die Filter im Trockenen kann er die Standzeit erheblich verlängern", so der Tipp.

Später wissen viele Anwender nicht mehr, wie viel Kapazität der einzelne Filter noch hat – es sei denn, man führt über alle Betriebsstunden jedes Filters genau Buch. Wird keine Dokumentation geführt, benutzt man die Filter oft "nach Gefühl" und schätzt die Daten, was entweder dazu führt, dass man schon verbrauchte Filter einsetzt, die keine Wirkung mehr haben, oder man vernichtet die nicht gerade preiswerten Filter zu früh.

Die gesamte Dokumentation kann mit den intelligenten f-air-tec-Filtern nun entfallen. "Jeder Filter zeigt nach dem Einlegen sofort seine Betriebsdaten an, und man ist auf der sicheren Seite", wird berichtet. Der Umgang mit Schutzbelüftungen wird auf diese Weise einfacher. Darüber hinaus müssen die Maschinenbediener keine Filterbücher mehr führen.

Die neue Steuerung kann sogar noch mehr: der Grad der Verschmutzung der Filter kann mittels eines Ampelsystems angezeigt werden. Grün bedeutet: alles in Ordnung. Orange: hier ist Aufmerksamkeit geboten, das heißt der Filter besitzt nur noch geringe Aufnahmekapazitäten. Rot: Der Filter muss gewechselt werden.

Die Entwicklungsarbeit in dem jungen Unternehmen f-air-tec wird am neuen Standort Korschenbroich geleistet – eigenen Angaben zufolge in unmittelbarer Nähe zu innovativen mittelständischen Unternehmen wie dem Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA), einer Ausgründung der Universität Duisburg Essen, oder dem Verein zur Förderung der Energie- und Umwelttechnik, in dessen wissenschaftlichen Beirat Harald Weiten gerade gewählt wurde.

"Hier sitzen hochdekorierte und anerkannte Spezialisten zusammen und tauschen sich untereinander aus. In diesem besonderen Umfeld sprudeln die Ideen nur so aus uns heraus. Die örtliche Nähe macht es dann auch noch leicht, ganz schnell Ideen zu prüfen und umzusetzen", berichtet der Diplomingenieur. "Für die einzelnen Projekte lassen sich hier sehr schnell Partner finden, da das Netzwerk, das sich hier gebildet hat, unglaublich groß ist."

Sein Unternehmen sei schon vor der offiziellen Markteinführung der neuen Steuerung an der nächsten Generation dran: "Natürlich muss das alles abwärtskompatibel bleiben, damit auch unsere Kunden mit älteren Geräten von den neuen Entwicklungen profitieren können."

In einem Projekt mit der IUTA werde die Firma das Problem lösen, dass sie heute noch keine genauen Aussagen über die Beladung der Aktivkohlefilter mit Luftschadstoffen machen könne. "In einem anderen wollen wir das Zusammenspiel verschiedenster Anbauteile für Baumaschinen mit unserer Steuerung prüfen. Die Idee, die dahinter steckt, ist die, dass wir unsere Steuerung und die vorhandene Software auf weitere Anbauteile ausweiten können und damit eine Schnittstellenfunktion bieten wollen", so Weiten weiter. Für den Betereiber habe das den Vorteil, dass er alle verfügbaren Daten bei nur einem Lieferanten abrufen kann und so die Planung seiner Wartungen und Prüfungen einfacher sind.

Störungen im Betriebsablauf werden weitgehend vermieden. Wenn beispielsweise eine Rußfilteranlage ausfällt, könnte die Steuerung die gespeicherten Betriebsdaten sofort an die Firma senden, und diese könne sich daran machen, die Störung schnellstmöglich zu beheben. "Im Idealfall könnten unsere Techniker sogar schon mit der Lösung des Problems unterwegs zum Kunden sein, noch bevor der Kunde bemerkt hat, dass etwas nicht stimmt", zeigt Unternehmer Weiten Möglichkeiten auf.

Neben den Schutzbelüftungen vertreibt die Firma Staub- und Partikelschutzanlagen, Standheizungen, Klimatechnik, Dieselrusspartikelfilter und Atemdruckluftanlagen. Die f-air-tec-Atemdruckluftanlagen werden aufgrund behördlicher Vorschriften in hoch kontaminierten Bereichen eingesetzt. "Es wäre sehr unangenehm für die Maschinenführer, wenn sie in diesen Bereichen eine Atemschutzmaske tragen müssten", heißt es.

Die Atemdruckluftanlage stellt sicher, dass die komplette Fahrerkabine unter Atemdruckluft steht und der Maschinenbediener so rundum geschützt ist. Die Bedienung der Atemdrucklufterzeugung ist dabei einfach. Alles, was der Betreiber braucht, ist in einem Container zusammengefasst. Hierzu gehört ein Atemdruckluftkompressor mit einer Lieferleistung von bis zu 680 l reinster Atemdruckluft nach DIN pro Minute.

Integrierte Überwachung

Die Überwachung sämtlicher Parameter ist hier integriert. Der fällige Wechsel der Filterkartusche wird genauso automatisch angezeigt wie eine falsche Drehrichtung des Kompressors aufgrund falscher Polung.

"Der Bediener und Betreiber kann sich ganz und gar auf seine ursprünglichen Aufgaben konzentrieren. Wir beziehungsweise unsere Anlagen nehmen unseren Kunden alle diesbezüglichen Arbeiten und Überwachungsfunktionen ab", so Harald Weiten. "Wir stellen gern unser Leistungspotenzial unter Beweis, indem wir Speziallösungen für besondere Anwendungsfälle bei Kunden übernehmen. Dieser Herausforderung konnten wir uns in diversen Projekten im Auftrage der Firmen Zeppelin, Volvo, Liebherr, Sennebogen und Doosan erfolgreich stellen." Deshalb sei man enthusiastisch und optimistisch in das Jahr 2010 gegangen.

Die speziell geschulten Techniker des Unternehmens sind bundesweit und im angrenzenden Europa unterwegs und montieren, warten und überprüfen alle Schutzbelüftungen und Dieselrußpartikelfilter. Speziell für die Überprüfung der Russfilter, gemäß TRGS 554 jährlich fällig, wurden schon vor längerer Zeit ein Abgasmessgerät angeschafft und die Techniker geschult, damit die Installation und Prüfung der Russpartikelfilter gemäß TRGS 554 erfolgen kann.

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