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Auf die Schippe genommen

E-Post

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Das hat offensichtlich auch die Deutsche Post erkannt und eine neue Digitaloffensive gestartet, die ungeduldigen Briefempfängern den grauen Alltag versüßen soll. Künftig will sie beim Briefversand die E-Mail, ihren einst schärfsten Konkurrenten, ins Spiel bringen. Nicht auf die progressive, papiersparende Art und Weise, sondern im Sinne einer ergänzenden Dienstleistung. So können sich Sendungsempfänger künftig für einen Online-Dienst anmelden, der ihnen im Vorfeld der eigentlichen Zustellung Fotos der im Versand befindlichen Briefsendungen schickt. Die Fotos zeigen wohlgemerkt nur das Äußere, nicht den Inhalt der Sendungen. Das Briefgeheimnis muss schließlich gewahrt bleiben. Der Mehrwert ist dennoch sofort zu erkennen: Endlich flattern die mit Spannung erwartete Arztrechnung oder die monatlichen Kontoauszüge, die man immer schon auf digitalen Versand umstellen wollte, nicht mehr unangekündigt ins Haus. Das schafft Transparenz und schützt vor überzogenen Erwartungshaltungen beim Öffnen des Briefkastens sowie der herben Enttäuschung, wenn statt des handgeschriebenen Liebesbriefs darin dann doch wieder nur der maschinell erstellte Werbewisch des lokalen Weinfachhändlers liegt. rb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2020.

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