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Auf die Schippe genommen

S-Wort

Wenn es um die Benennung von Nahrungsmitteln geht, nehmen wir Deutschen es gerne ganz genau. Ganz seinem Bildungsauftrag entsprechend klärte uns zum Beispiel erst kürzlich der Westdeutsche Rundfunk im Rahmen einer hochkarätig besetzten Expertenrunde darüber auf, wie viel Rassismus bei der Bezeichnung für eine Schnitzelsoße jetzt ok ist oder nicht. Sehr erhellend! Wirklich kniffligelexikologische Fragestellungen regelt hingegen die deutsche Gesetzgebung selbst. Das bekam jetzt auch der Süßigkeiten-Hersteller Ritter zu spüren. Dieser plant, eine neue Sorte seiner beliebten ProduktreiheRitter Sport auf den Markt zu bringen. Weil diese nun aber – ganz dem Zeitgeist entsprechend – ohne Zucker hergestellt werden soll, darf sie in Deutschland streng genommen nicht mehr als Schokolade bezeichnet werden. Das hiesige Lebensmittelrecht regelt unmissverständlich, welche Zutaten in einer "Schokolade" zwingend enthalten sein müssen. Dazu gehört eben auch der kristalline Kalorien- und Kariestreiber. Logisch: Wo kein Loch im Zahn, da auch keine Schokolade. Wie schön, dass die deutsche Rechtslage bei den wirklich wichtigen Themen der Gesellschaft absolut lückenlos ist. rb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 05/2021.

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