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Auf die Schippe genommen

Tanz

Lachen und Weinen liegen für den außenstehenden Betrachter der Corona-Demonstrationen in Berlin oft sehr dicht beieinander. In die zumeist gruseligen Szenen – in der Regel durch schwarz-weiß-rote Flaggen gekennzeichnet – mischen sich dort auch brüllend komische. Vor allem dann, wenn es um den esoterischen Flügel des Teilnehmerfeldes geht. Dazu gehört unter anderem die Gruppe um den Sprecher der Bewegung "Querdenken 711", Stephan Bergmann. Ihre Form des Widerstandes gegen das Geradeausdenken findet Ausdruck in einem bizarr anmutenden Tanz, begleitet von wilden Schlägen auf Brust und Bein, lauten Ausrufen und ausgestreckten Zungen. Dafür haben sie sich bei den rituellen Tänzen der indigenen Bevölkerung Neuseelands bedient. Blöd nur, dass die Maori in diesem Fall wenig Sinn für Humor haben. Die Szenen aus Berlin seien "anstößig" und führten die spirituelle Bedeutung der Haka genannten Tanzform ad absurdum. Noch blöder für die ansonsten rechtlich so versierten Protestler: Die von ihnen dargebotene Form des Haka ist in Neuseeland urheberrechtlich geschützt. Nun muss Bergmanns Schenkelklopferverein wohl neue Moves einstudieren. Wir empfehlen den Moonwalk von Michael Jackson. Dann klappt es vielleicht auch mit dem Rückweg aus der vernunftbefreiten Zone. rb

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