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Auf eigene Stärken besinnen

Von Johann Ettengruber, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Abbruchverbandes e. V., Köln

Die deutsche Abbruchbranche ist sehr zufrieden mit dem zurückliegenden Jahr 2019. Der Ausblick in das kommende Jahr 2020 ist ebenfalls zuversichtlich. Wir hatten sehr gut zu tun und gehen davon aus, dass dies auch im nächsten Jahr noch so anhalten wird.

Ich ertappe mich dabei, wie diese Einleitungssätze von mir so etwas von "Und jährlich grüßt das Murmeltier" an sich haben. Wir befinden uns nach wie vor in einem nun schon mehrjährigen Konjunktur-Hoch. Dafür sollten wir dankbar sein und auch erst gar nicht versuchen, diese guten Zeiten irgendwie klein zu reden. Aber wir sollten, auch wenn es dem ein oder anderen gedanklich schwerfallen mag, die jetzige gute Situation bereits dafür nutzen, um unsere "Hausaufgaben" für kommende Zeiten zu machen.

Dafür ist es aber notwendig, sich über die eigenen Unternehmensstärken (und -schwächen) klar zu werden. Wo stehe ich und wo will ich hin mit meinem Unternehmen, ist die Frage die dabei gestellt – und beantwortet werden sollte. Und bei der Beantwortung sollen, ja müssen wir "egozentrisch" sein. Wir sollten uns bei dieser für unser Unternehmen essentiellen und ganz individuellen Frage ausschließlich auf uns und unser eigenes Unternehmen konzentrieren. Und nicht auf den Wettbewerber; egal ob wir ihn so nennen oder andere Worte dafür finden.

Denn nur mit der Fokussierung auf die eigenen Stärken und einem aus mir selbst heraus erklärten Ziel werde ich auch auf Dauer die Energie haben, dieses Ziel zu verfolgen und zu erreichen; besteht mein Ziel hingegen im Vergleich mit Wettbewerbern, werde ich immer nur ein Getriebener des Erfolgs Anderer sein. Wichtig ist dabei auch, dass die Unternehmensziele realistisch bleiben und ich als Unternehmer auch den Mut habe, sie gegebenenfalls wieder zu korrigieren.

Wobei wir als familiengeführte Mittelständler uns auch an dieser Stelle eklatant von vielen Konzernen unterscheiden. Wir denken in Generationen und nicht in Quartalszahlen. Wir denken an unsere Mitarbeiter und deren Familien und nicht an den Aktienkurs des Unternehmens. Bei falschen Entscheidungen von uns kostet es unser eigenes Geld und wir werden nicht noch mit einer millionenschweren Abfindung belohnt.

Wir müssen – jeder für sich und sein Unternehmen – uns auf unsere eigenen Stärken besinnen und die Unternehmensphilosophie die dahintersteckt, den eigenen Mitarbeitern vermitteln und sie damit "anstecken", um sie mitzunehmen. Denn ohne unsere Mitarbeiter geht es nicht. Wenn jeder Mitarbeiter, vom Helfer bis zum Oberbauleiter, von der Werkstatt bis zum Büro, auf dem Weg zum angestrebten gemeinsamen Erfolg mitzieht, dann werden wir diesen Erfolg mit Sicherheit auch im kommenden Jahr in unseren Unternehmen haben.

Mit den besten Wünschen für die Leser der ABZ zum neuen Jahr.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/02/2020.

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