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Aufbau des Mauerwerks überprüfen

Hologramm auf die Baustelle projizieren

Die Hololens-Technologie ermöglicht es, Informationen aus dem BIM-Modell auf die Baustelle zu bringen.

Duisburg (ABZ). – Über Anwendungsmöglichkeiten der Hololens-Technologie bei Bauvorhaben informierte kürzlich der Duisburger Baustoffkonzern Xella.

"Im Allgemeinen investieren Unternehmen viel Zeit und Geld, um BIM während der Vorbereitungsphase einzusetzen", so Xella. Doch auch bei perfektem BIM-Engineering basiere die Bauausführung auf der Baustelle derzeit auf 2D-Plänen, die häufig unzureichend und nicht immer aktuell seien. Deshalb sei es sehr wichtig, die Informationen aus dem BIM-Modell direkt auf die Baustelle zu bringen.

Die Hololens-Technologie ermögliche dies auf leicht verständliche, benutzerfreundliche Weise. Diese Technologie überträgt ein 3D-BIM-Modell als Hologramm auf die Brille und projiziert es vor Ort direkt auf die Baustelle. Der Träger der Brille kann so den korrekten Aufbau des Mauerwerks überprüfen und sich Informationen über die nächsten Arbeitsschritte einblenden lassen. Mitarbeiter im Büro dagegen können über in die Brille integrierte Kameras die Begehung aus der gleichen Perspektive in Echtzeit miterleben und bei Rückfragen sofort Hilfestellung leisten. Die Technik erhöhe die Effizienz und biete die Möglichkeit, Bereiche wie Planung, Abrechnung und Vor-Ort-Support zu verbinden, so Xella.

Montage-Teams von Xella setzen diese Hololens-Technologie bereits in Belgien und den Niederlanden ein, erläutert das Unternehmen. Und General- und Bauunternehmer würden die Brille verwenden, um Rohbau, Schlitz- und Durchbruchsplanung mit der Gebäudetechnik abzugleichen. Erste Unternehmen würden die Brille außerdem zu Ausbildungszwecken nutzen. Bisher sei die Technologie noch nicht vollständig implementiert, da die Anzahl der Geräte begrenzt sei, erläutert Xella. Alle Kunden, die ihr eigenes AR-Gerät kaufen, könnten die Technologie mit dem Support von Xella jedoch sofort einsetzen. Die neue Hololens 2 sei gegenüber der ersten Generation der Brille präziser und ermögliche weitere Anwendungen, erläutert Xella. Das wichtigste Update für den Einsatz bei Bauprojekten sei das optimierte "Alignment Tool". Es ermögliche eine exaktere Positionierung des Modells in der realen Welt. Auch die Größe der virtuellen Modelle, die per Beamer als Hologramm auf die Brille projiziert würden, sei einfacher zu adaptieren.

Da es die Hololens 2 in einer speziellen Version für die Baubranche als Hololens 2 XR10 in der Trimble Edition mit einem integrierten Bauhelm gibt, kann sie nun viel komfortabler auf der Baustelle eingesetzt werden, so Xella. Außerdem sei die Mixed-Reality-Brille leichter geworden und es sei einfacher, virtuelle Modelle durch Gesten zu steuern.

"Mit der Entwicklung der Hololens 2 hat die Mixed-Reality-Technologie einen großen Schritt nach vorn gemacht", so Xella. Mit diesen Neuerungen könnte das Unternehmen weitere konkrete Anwendungsfälle für seinen blue.sprint-Planungsservice und diese Technologie entwickeln. Neben der digitalen Planung und Umsetzung von Bauprojekten auf der Baustelle seien mit der Hololens 2 auch andere Optionen denkbar: Sei es die Qualitätskontrolle durch den Bauleiter auf der Baustelle, wo Baufehler direkt erkannt werden oder Architekten, die sich mithilfe der Hololens schnell einen Überblick zum Baufortschritt verschaffen können. Ebenso sei es bereits möglich, Bauherren ihr zukünftiges Haus auf das Baugrundstück zu projizieren. Die Technologie könne aber genauso eingesetzt werden, um Wissen schnell und einfach verfügbar zu machen. So könnten Schulungen im Handwerk mittels Mixed Reality beispielsweise direkt interaktiv per Schritt-für-Schrittanleitung auf die Baustellen projiziert werden. "Es ist schwierig, zum gegenwärtigen Zeitpunkt verbindliche Aussagen über die Marktreife zu treffen, nicht zuletzt, da die Investitionskosten für das Gerät aktuell noch sehr hoch sind", so Xella. Das Unternehmen gehe davon aus, dass sich einige Anwendungsfälle innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre am Markt durchsetzen werden.

Die Kosten für den Einsatz der Hololens-Technologie werden vom ausführenden Unternehmer getragen. Im Endeffekt würde sich die digitale Planung durch die Ersparnis von Kosten und Zeit nicht nur selbst tragen, sondern Kosten einsparen, meint Xella. Auf der Baustelle sei eine gute Internetanbindung via WLAN oder Mobilfunk (LTE) zur Gewährleistung des Datenflusses mit der Cloud nötig, um die Technologie einzusetzen.

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