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Auftrag fürs Leben

Bagger verlädt kompletten Berg

Volvo CE, Bagger und Lader

Mit seiner 4 m³ fassenden Schaufel verlädt der EC700CL bis zu 1500 t/h.

Volvo CE, Bagger und Lader

Teamwork ist angesagt: der Volvo EC700CL mit seinem Team vor dem Berg, den es zu verladen gilt.

STEYRLING/ÖSTERREICH (ABZ). - Er sieht aus wie der kleine Bruder des berühmten Erzbergs in der Steiermark und hört auf den Namen "Kremsmauer". Aber erstens wird hier nicht seit 1300 Jahren abgebaut sondern erst seit 1948 und zweitens gewinnt man hier kein Erz, sondern hochwertigen Kalkstein für die Stahlindustrie der voestalpine. Seit Oktober 2013 steht mit einem Volvo EC700C ein 70-t-Bagger im Zentrum des Materialumschlags. Mit anderen Worten: ein Hydraulikbagger, der als Lebensaufgabe einen ganzen Berg zu verladen hat.

Die voestalpine Stahl GmbH betreibt insgesamt zwei Bergwerke. Im oberösterreichischen Steyrling, eine im 100%igen Eigentum befindliche Produktionsstätte und mit Beteiligungen an dem wohl traditionsreichsten Bergwerk Österreichs, dem Erzberg in der Steiermark. 49 Mitarbeiter werden in Steyrling beschäftigt. Im Tagbaubetrieb wird hier mit Scheibenabbau und untertägiger Abförderung hochwertiger Kalk für die Stahlindustrie gewonnen. 95% des Materials geht an die drei Voestalpine-Standorte in Linz, Kapfenberg und Donawitz, der Rest an private Abnehmer.

Werksleiter Björn Kirchner erläutert dazu: "Wir haben hier Ressourcen für gut 80 Jahre und mehr als 80 Mio. t Material abzubauen. So gesehen brauchen wir uns um die Zukunft dieses Standorts keine Sorgen zu machen." Der erste Volvo-Vorläufer hat in Steyrling bereits Mitte der 1980er-Jahre Einzug gehalten und zwar in Form eines Zettelmeyer-Radladers ZL5001, der 1985 in Betrieb genommen wurde – gefolgt von einem Akerman-Bagger, der in den Jahren darauf gute Dienste leistete. Anfang der 1990er-Jahre traten dann erstmals Volvo-Baumaschinen in Erscheinung.

Angefangen mit einem Hydraulikbagger EC210 und Radladern wie L180 und L220. Mit Jahresbeginn 2013 kam Österreichs erster Volvo Großradlader L-250G in Steyrling zum Einsatz. Dieser neue, zweitgrößte Radlader aus dem Hause Volvo ist das erste Modell in der 35-t-Klasse. Sein 13-l-V-ACT-Dieselmotor mit sechs turbogeladenen Zylindern leistet mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl fast 400 PS. In Verbindung mit dem neuen Antriebsstrang sowie dem leistungsstarken Hubgestänge mit Z-Kinematik und Schaufelinhalten bis 10,2 m³ bringt diese Maschine beeindruckende Leistungswerte. Mit gekühlter Abgasrückführung und einem Partikelfilter mit aktiver Regenerierung entspricht der Motor den Vorschriften der Euro-Stufe IIIB/Tier4. Er setzte sich damit gegen eine breit gefächerte Prominenz durch und konnte in der Folge bei der Beschickung von Brechanlagen voll überzeugen.

Durch die Umstellung vom reinen Wand- bzw. Etagenabbau (von vorne nach hinten) zum Scheibenabbau (Schicht für Schicht von oben nach unten) wurde die Investition in einen Großbagger erforderlich. Nach Besichtigung des ersten EC700 in Österreich, der seit 2006 sehr zufriedenstellend in einem steirischen Bergwerk am Grundlsee im Einsatz steht, fiel schließlich die Entscheidung zugunsten des 70-t-Baggers von Volvo.

Für die Investitionsentscheidung zeichnen vier leitende Mitarbeiter verantwortlich: Werksleiter Björn Kirchner, Einkaufsleiter Erwin Lungenschmid, Bruchbetriebsleiter Wilfried Peyfuß und Werkstätten Meister Herwig Pimminger. Der EC700CL, mit seinem 16,1 l Volvo-Motor D16E, der die Abgasanforderungen der Stufe IIIB erfüllt und zur Freude der Besitzer durchschnittlich nur 47–48 l Diesel verbraucht, wurde seinem Einsatzbereich entsprechend mit zusätzlichen Ausrüstungen bestellt: eine zusätzliche Bodenplatte, Steinschlagschutz für die Kabinenverglasung, sowie Schutzeinrichtungen für Hub- und Löffelzylinder. Weitere Komforteinrichtungen für die Fahrer und das Wartungspersonal, wie CD- und MP3-Player mit Fernwartung, Klimaanlage, Rückfahrkamera; Zentralschmieranlage, zahlreiche LED-Arbeitsscheinwerfer, etc. zeichnen die mehr als komplette Ausstattung des Großbaggers aus.

Von den 1,2 Mio. t Jahresleistung bewegt der Volvo EC700C rund 50 % bei der Muldenbeladung. 1200–1500 t Material vom gesprengten Haufwerk verlädt er mit seiner 4-m³-HD-Felsschaufel – abhängig von saisonalen Bedingungen – Tag für Tag im Zwei-Schichtbetrieb meist auf knickgelenkte Muldenkipper der Marke Volvo. Aus logistischen Gründen bedienen bis zu sechs Fahrer abwechselnd den 70-t-Bagger. Tägliche Wartungsarbeiten werden unter der Aufsicht vom Werkstättenmeister Herwig Pimminger von werkseigenen, fachkundigen Technikern durchgeführt. Ab dem 1.April 2014 wird sich in der Produktionslogistik einiges ändern. Dann geht hier eine neue unterirdische Doppelband-Förderanlage, mit einer Förderleistung von 500 t/h und einer Länge von 250 m in Betrieb und der EC700C wird seinen Arbeitsplatz auf die Spitze des Kremsmauers verlegen. Dort beschickt er dann eine mobile Brechanlage, die das Abbaumaterial auf eine weiter oben gelegene Förderanlage von der Spitze des Berges her beschickt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 03/2014.

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