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Aus der Farbpallette der Natur geschöpft

Sandgelber Klinker für zeitgenössisches Landhaus eingesetzt

Die sandfarbene Hagemeister-Sortierung "Kopenhagen" harmoniert mit den champagnerfarbenen Aluminiumelementen. Gemauert wurde der Pavillon in einem speziellen Verband, der sich aus der lamellenartigen Anordnung ergibt.

Gelderland/Niederlande (ABZ). – Ein neues Wahrzeichen ziert den niederländischen Nationalpark De Hoge Veluwe. Die Architekten von Monadnock und De Zwarte Hond haben ein Besucherzentrum mit Restaurant, Shop und Empfangsräumen als zeitgenössisches Landhaus entworfen. Seine Fassade knüpft mit champagnerfarbenem Aluminium und dem sandgelben Klinker der Hagemeister-Sortierung "Kopenhagen GT+FU" an die Farbgebung der es umgebenden Heideflächen an.

Der Nationalpark De Hoge Veluwe in der niederländischen Provinz Gelderland ist ein 5400 ha großes Naturschutzgebiet. Er ist beliebt bei Erholungssuchenden, nicht zuletzt auch aufgrund des Kröller-Müller-Museums von Henry Van De Velde und Wim Quist und des Jagdschlosses St. Hubertus von Berlage. In die Reihe dieser architektonisch außergewöhnlichen Bauten im Herzen des Parks gesellt sich nun das neue Besucherzentrum, Parkpaviljoen, das auf 3300 m² eine Rezeption, ein Restaurant und einen Shop beherbergt. Die Besucher reisen zunächst durch die Natur und werden dann im Wald von einer Landmarke begrüßt, die schon von weitem zu sehen ist.

Der Entwurf stammt aus einem Kooperationsprojekt der Rotterdamer Büros Monadnock und De Zwarte Hond. "Wir haben den Parkpavillon als neues Familienmitglied des Jagdschlosses entworfen: als ein zeitgenössisches Landhaus mit einer Reihe von typischen Merkmalen dieser Typologie, wie dem Satteldach und dem Kamin, aber immer mit einem Augenzwinkern", beschreibt Job Floris von Monadnock.

Der Neubau wird seiner Funktion als Landmarke gerecht: "Dies wird besonders deutlich in der abstrakten Silhouette der beiden Satteldächer an der Nordseite, welche die Besucher als Erstes sehen. Diese Abstraktion ist gewollt, um das Gebäude als Wahrzeichen darzustellen. Dabei entfaltet es sich als ein eher kleiner Baukörper; das Landhaus als Typologie ist monumental, aber gleichzeitig malerisch und intim. Wo der Kopf an der Nordseite des Gebäudes hoch ist – 12 Meter – sinkt die Dachlinie um die Ecke auf eine Höhe von 3 Metern", erklärt der Projektarchitekt. Die Aufteilung des Gesamtvolumens mit der Gestaltung des Daches als zwei kleine Dächer sorgt dafür, dass das große Bauwerk nicht als solches wahrgenommen wird. Unterstützt wird dieser Effekt durch die Krümmung, welche die Länge optisch verkürzt.

Der architektonische Entwurf von Monadnock und De Zwarte Hond orientiert sich an einem Jagdhaus, das zeitgemäß interpretiert wurde. Durch die Staffelung des Daches in zwei kleine Dächer wird das Gebäudevolumen kleiner wahrgenommen.

Die Fassadengestaltung greift in ihrer Farbigkeit ihre Umgebung auf: den Sand und die Heide. Monadnock und De Zwarte Hond entschieden sich hier für eine Kombination aus champagnerfarbenem Aluminium und Klinker. Gesucht wurde ein Stein, der optisch mit den Leichtmetallprofilen harmoniert. Fündig wurden die Architekten mit der sandfarbenen Hagemeister-Sortierung "Kopenhagen" in der Sonderausführung GT+FU. Die glatte Sichtseite des Klinkers wurde hier mit der raueren, ursprünglicheren Fußseite zusammen im Wechsel vermauert. Diese Objektsortierung von "Kopenhagen" ist ein harter, langlebiger und nachhaltiger Klinker, der nicht verschmutzt, und gleichzeitig ein nuancierter Stein mit einer sandgelben Tönung, rotbraunen und rosa Akzenten und weniger Sinterung. Diese Merkmale fügen sich nahtlos in die Aluminiumverkleidung des Pavillons und seine Verwendung an diesem Standort ein."

Außerdem wollten die Architekten mit dem Stein Mauerfelder schaffen, die nicht zu abstrakt anmuten. Ermöglicht wurde dies durch den Einsatz der Rückseite der Hagemeister-Klinker. Diese Fußseite ist an den Rändern etwas gröber, was die strenge Geometrie der Mauerfelder belebt. Auf diese Weise schufen die Architekten mehr Lebendigkeit in der Fassade.

Gemauert wurde der Parkpavillon in einem speziellen Verband, der aus dem Gebäude selbst entsteht: "Bei der Planung sahen wir, dass wir die vier Seiten des Gebäudes, die alle ihre eigene Ästhetik haben, zusammenführen mussten, um auch eine zusammenhängende Geschichte erzählen zu können. Wir haben dies erreicht, indem wir das Gebäude rundum mit vertikalen Lamellen versehen haben; Lamellen aus Aluminium und aus Klinker, die sich abwechseln und auch in unterschiedlichen Abständen zueinander befinden", erläutert Job Floris. "Bei den Lamellen aus Klinkern spielte der Widerstand des Klinkerformats eine große Rolle. Bei der Ausarbeitung des Mauerverbandes war die Gestaltung der Lamellen am wichtigsten. Daraus entstand ein Fantasieverband, der eine schöne und regelmäßige Eckengestaltung, ausgewogene Lamellen und ausreichend Klinkerbinder integriert. Der Mauerverband des Parkpavillons ist also kein wilder Verband, denn er hat eine Regelmäßigkeit." Das bringt schließlich Ordnung in die Wildheit der Natur und gibt den Nationalpark-Besuchern einen Ankerpunkt zum Ankommen, Krafttanken und Weiterziehen.

Der Parkpavillon belegte den ersten Platz in der Kategorie "Identität und Symbolwert" bei der Wahl zum besten Gebäude des Jahres 2020 durch den Bund niederländischer Architekten (BNA).

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