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Aus Holzmodulen

Grüne wollen kleinere Flüchtlingsunterkünfte

Berlin (dpa). – Mehr lebenswerter Wohnraum statt Massenunterkünften: Die Berliner Grünen-Fraktion setzt bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf dezentrale und kleinere Standorte als jetzt vom Senat geplant. "Wir sollten mehr Baulücken und auch unkonventionelle Flächen wie Flachdächer zum Bau der Häuser nutzen", sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek. Unterkünfte für 50 bis 200 Menschen statt der 500 plus wie vom rot-schwarzen Senat vorgesehen seien schneller und auch kostengünstiger zu errichten, sagte Kapek.

Sogenannte Wohnkuben auf Flachdächern kosteten rund 15 000 Euro pro Platz. Der Senat rechne heute mit rund 35 000 Euro pro Platz in den Fertighäusern (MUF's) und Containern.

Als Bauweise bevorzugen die Grünen Fertighäuser aus Holz- statt aus Betonmodulen. Auch sie seien preiswerter und nachhaltiger. Für ihre Errichtung würden im Schnitt nur drei Monate benötigt, während der Senat bei Betonmudulen von mindestens einem halben Jahr ausgehe. Holzmodule seien nach eigenen Recherchen doppelt so günstig wie Betonfertigteile, sagte Kapek. Auch der Brandschutz sei gewährleistet, wie Beispiele aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zeigten.

Bei Betonmodulen rechne der Senat mit 1500 Euro/m. In dem Preis seien aber die Kosten für Erschließung und Außenanlagen nicht eingerechnet. Bei Unterkünften aus Holzmodulen fielen 1300 bis 1600 Euro/m an, alles inklusive. In Rheinland-Pfalz sei ein Prototyp entwickelt worden, der von jeder örtlichen Schreinerei nachgebaut werden könnte. So würde auch noch die regionale Wirtschaft mit angekurbelt.

Die Grünen forderten vom Senat eine vorausschauende Planung, in die auch Architekten, Stadtplaner, die Flüchtlinge selbst und die jeweilige Nachbarschaft einbezogen werden sollten, sagte die Grünen-Fraktionschefin. Kleinere Standorte hätten auch den Vorteil gemischter Quartiere, um Flüchtlinge nicht zu isolieren. "Wir wollen keine Ghettos", betonte Kapek.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 09/2016.

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