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Ausbildungskampagne „Elternstolz“

Dachdecker-Brüder packen gemeinsam an

Unternehmen, Dachbau

Für Xaver Eckstein der Idealfall: Beide Söhne arbeiten in seinem Dachdeckerbetrieb.

Enkering (ABZ). – „Ich komme aus einer Dachdeckerfamilie“, sagt Xaver Eckstein Senior. Bereits sein Großvater hat diesen Beruf ausgeübt und Eckstein hat das Handwerk beim Vater erlernt. Heute führt er in Kösching bei Ingolstadt einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern, der sich auf Flachdächer spezialisiert hat. Er hofft, dass seine Söhne Xaver und Michael das Unternehmen eines Tages übernehmen werden. Beide sind in die Fußstapfen des Vaters getreten und er hat sie dabei unterstützt.

Die Familie ist ein Beispiel für die Kampagne „Elternstolz“, mit der das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern (HWK) Jugendliche und ihre Eltern von den Chancen einer Handwerkslehre oder Ausbildung überzeugen möchten. „Wir setzen ein klares Zeichen: Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen Karriere- und Entwicklungschancen, die einem Studienabschluss in nichts nachstehen“, betont Ilse Aigner, Bayerns Wirtschaftsministerin. Damit soll dem Mangel an ausgebildeten Fachkräften in der heimischen Wirtschaft entgegengetreten werden. Im September 2015 waren nach Angaben der Agentur für Arbeit in den bayerischen Betrieben noch 10737 Lehrstellen frei. „Eltern sind für die Berufswahl ihrer Kinder die wichtigsten Beeinflusser und Mitentscheider“, fügt Franz Xaver Peteranderl, Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, hinzu. Die Kampagne zeige emotional auf, dass Eltern auf ihre Kinder stolz sein können, wenn diese durch eine erfolgreiche Berufsausbildung finanzielle Sicherheit und dauerhafte Beschäftigungsperspektiven erhalten.

Den Alltag auf der Baustelle hatten die Söhne von Xaver Eckstein schon während der Schule kennengelernt, denn in den Ferien halfen sie oft beim Vater mit. Xaver Junior, der Ältere von beiden, entschied sich nach der Realschule dafür, etwas Neues auszuprobieren und sich zum Fachinformatiker ausbilden zu lassen. Der jüngere Michael hat eine Dachdeckerlehre begonnen. „Ich hatte nichts dagegen, dass Xaver sich für einen anderen Beruf entschieden hat, er war schon immer eher der Computermann, während der Jüngere mehr Spaß am Handwerk hatte“, schildert der Vater. Nachdem der Älteste seine Ausbildung beendet hatte und ein halbes Jahr als Systemadministrator tätig gewesen ist, sah er die Arbeit des Vaters jedoch mit anderen Augen und entschied sich, auch eine Dachdeckerlehre zu beginnen. Ihm gefällt, dass er nun mit den Händen arbeiten kann und etwas Bleibendes schafft. „Außerdem habe ich gemerkt, wie viel abwechslungsreicher der Beruf ist – man arbeitet im Büro, aber auch draußen im Freien, man kommt herum und lernt Kunden kennen“, unterstreicht Sohn Xaver, der seine Lehre im Sommer abschließt.

Der Vater freut sich darüber, dass sich der Älteste umentschieden hat. „Wir waren überrascht, aber natürlich gefällt es mir und macht mich stolz, dass jetzt beide meiner Söhne im eigenen Betrieb tätig sind“, erzählt der Vater. Während Michael mehr auf der Baustelle unterwegs sei, kümmere sich Xaver daneben auch um die Computer-Anlage im Büro und hat die neue Firmen-Website mit aufgebaut. Es sei eben gar nicht so schlecht, einen Dachdecker mit Fachinformatikerkenntnissen im Haus zu haben.

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