Baden-Württemberg und Hessen-Thüringen

Baustopps und Stornos erwartet

Stuttgart (ABZ). – Der Krieg in der Ukraine beeinträchtigt immer deutlicher die Baukonjunktur. Wie eine aktuelle Erhebung unter den Mitgliedsbetrieben der Bauwirtschaft Baden-Württemberg ergeben hat, bewerten derzeit zwar immer noch gut vier Fünftel der Unternehmen ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut, gleichzeitig erwarten jedoch 52 Prozent in den kommenden Monaten eine konjunkturelle Verschlechterung.

Mitgliedsbetriebe gehen davon aus, dass die Einkaufspreise in den kommenden Monaten weiter ansteigen werden. "Bei laufenden Bauverträgen besteht die Gefahr, dass viele Firmen wegen der höheren Beschaffungspreise spürbare Mehrkosten tragen müssen, die sie nicht an die Auftraggeber weitergeben können", sagt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Aufgrund der stark verteuerten Baumaterialien befürchten zahlreiche Bauunternehmen in Baden-Württemberg.vermehrt Auftragsstornierungen unter anderem im Wohnungsbau. Auch die Bundesfachabteilung Straßenbau des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie hat Anfang Mai die extrem angespannte Lage des Straßenbaus in Deutschland intensiv diskutiert.

"Die Folgen des Ukraine-Krieges, der Preisanstieg bei Bitumen und die Lieferengpässe werden auf den Baustellen in Hessen und Thüringen auf dramatische Weise sichtbar", beschreibt Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverband Hessen-Thüringen die Situation. Gestiegene Dieselkosten ließen seriöse Kalkulationen kaum noch zu. "Das macht es für die Firmen fast unmöglich, Aufträge zu erfüllen oder überhaupt Angebote für den Straßen- und Wegebau abzugeben. Es kommt zu Bauverzögerungen, mittlerweile auch zu Baustopps", sagte Siebert.

Und die Folgen für die Volkswirtschaft seien unabsehbar. Es entstehe durch die Preisexplosion, Inflation und Unsicherheit ein Kreislauf nach unten. Die Nachfrage sinke, die privaten Aufträge gingen zurück. Die öffentliche Hand überdenke Investitionen im Straßenbau, weil die Baubudgets nicht beliebig gesteigert werden könnten.

"Ambitionierte Vorhaben der Verkehrswende sind massiv gefährdet. Die weitere Folge sind einerseits Insolvenzen, Kurzarbeit und Entlassungen bei den Straßenbaufirmen", mahnt Siebert. Und anderseits, wenngleich verzögert, geringere Gewebesteuereinnahmen und höhere Sozialkosten – und wiederum geringere Investitionsmöglichkeiten der Kommunen.

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