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Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover

Zwischen Lüneburg und Uelzen steht die Strecke noch nicht fest

Im Streckenabschnitt Hannover–Celle untersuchte die Bahn den Untergrund auf seine Beschaffenheit und Tragfähigkeit, um herauszufinden, wie aufwendig die Strecke ausgebaut werden kann.

Hamburg/Hannover (ABZ). – Das Bundesverkehrsministerium prognostiziert, dass es im Seehafenhinterland künftig mehr Verkehr geben wird. Da außerdem mehr Verkehr von der Straße auf die klimafreundliche Schiene verlagert werden soll, schafft die DB im Auftrag des Bundes mit dem Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover mehr Kapazitäten für den Schienengüterverkehr.

Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover soll außerdem elf Minuten schneller werden. Um das zu erreichen, sollen Züge zwischen den beiden Metropolen schneller fahren können. So soll unter anderem im Streckenabschnitt Celle–Hannover-Vinnhorst die Geschwindigkeit auf bis zu 250 km/h erhöht werden. Die Vorplanung dafür geht laut DB-Sprecher Armin Skierlo zügig voran. Im rund 37 km langen Streckenabschnitt Hannover–Celle hat die DB dafür Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Untergrundes untersucht, um herauszufinden, ob und wie aufwendig der Baugrund verbessert werden muss.

Im Untersuchungsraum zwischen Hamburg und Hannover wird laut Skierlo derzeit eine umweltfachliche und raumordnerische Sensitivitätsbetrachtung durchgeführt. Die DB untersucht alle ernsthaft in Betracht kommenden Varianten zwischen der Bestandsstrecke und der Autobahn 7 unter anderem hinsichtlich des Schutzes von Mensch, Natur und Umwelt, um einen planrechtlich vorzugswürdigen Trassenkorridor zu finden.

Im Vorfeld wurde bewertet, ob dreigleisige Varianten zwischen Lüneburg und Uelzen die verkehrlichen, betrieblichen und volkswirtschaftlichen Ziele erfüllen können. Dabei konnten erste Lösungsansätze im Sinne des Bundesverkehrswegeplans identifiziert werden. "Jedoch verbleibt auch bei diesen Varianten noch Handlungsbedarf", so Skierlo. Daher sei eine über eine optimierte Dreigleisigkeit hinausgehende Lösung erforderlich und im Dialog mit der Region zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang betrachte die DB auch Vorschläge aus einem Diskussionspapier von einem Verkehrsberatungsbüro, das von Bürgerinitiativen beauftragt wurde. Eine "vorzugswürdige Variante" im Sinne des Planrechts könne voraussichtlich erst Ende 2022 nach abgeschlossener Vorplanung ausgewählt werden.

Das Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover soll mehr Kapazitäten für den Schienengüterverkehr schaffen.

In diesem Jahr startet mit der Vor-planung in diesem Abschnitt zudem ein Planungsschritt, der unter anderem Ausstattungsstandards, beispielsweise für notwendige Bauwerke und Telekommunikations-/Signaltechnik, in den Fokus nimmt. Im Streckenabschnitt Bremerhaven–Bremen–Langwedel–Uelzen beginnen dieses Jahr erste Planungen auf dem Streckenabschnitt zwischen Bremen-Burg und Uelzen. Durch Elektrifizierung, moderne Signalisierung und abschnittsweise auch zusätzliche Gleise will die Bahn dort Engpässe beseitigen.

Im Streckenabschnitt Verden–Nienburg–Wunstorf wird die Vorplanung in Kürze abgeschlossen. Aktuell laufen unter anderem Arbeiten, um die Strecke in 3D zu visualisieren. "Die Erkenntnisse aus diesem Teil der Vorplanung liefern eine Grundlage für die weitere Beteiligung der Öffentlichkeit und die Informationsarbeit", erläutert Skierlo. Ziel der Vorplanung ist, in Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange eine Vorzugsvariante zu entwickeln und Lösungen für Umwelt- und Schallschutz und das Flächenmanagement zu erarbeiten. Parallel stimmt sich die DB mit den Kommunen ab, um Bahnübergänge zu beseitigen. Die Vorplanung steht laut Skierlo aktuell kurz vor der technischen Fertigstellung.

Am weitesten ist die Planung im Bereich Rotenburg–Verden vorangeschritten. Ab Mitte dieses Jahrzehnts können hier laut Skierlo die ersten Bautätigkeiten starten.

Die gesetzliche Vorplanung ist bereits abgeschlossen, eine 3D-Visualisierung der Strecke kann auf der Projekt-Website abgerufen werden (unter www.hamburg-bremen-hannover.de/buergerbeteiligung.html).

Die gesetzliche Vorzugsvariante beinhaltet Schallschutzwände und Schienenstegdämpfer, auch sollen Schallschutzfenster eingebaut werden. Als nächstes befasst sich der Bundestag parlamentarisch damit und entscheidet darüber, ob über das gesetzliche Maß hinausgehende Forderungen aus der Region finanziert und umgesetzt werden. Aktuell prüft das Eisenbahn-Bundesamt ein Entscheidungs-Dokument der Bahn mit der gesetzlichen Vorzugsvariante. Die DB hat für die Anrainerkommunen zudem eine Anlage mit regionalen Forderungen erstellt. Die Kommunen prüfen und vervollständigen nun diese Anlage und begründen ihre Forderungen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 36/2020.

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