Baldige Öffnung der Bildungszentren erhofft

Baulehrlinge bangen um Prüfungsabschlüsse

Berlin/Stuttgart (ABZ). – Schulen und Kitas in Deutschland sollen in den kommenden Wochen schrittweise wieder öffnen. Wie es hingegen mit der Lehrausbildung weitergeht, ist derzeit noch offen. Auch die überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft sind von den Corona-bedingten Schulschließungen betroffen (Die ABZ berichtete). Damit stehen auch die Abschlussprüfungen für dieses Jahr auf der Kippe. Branchenverbände fordern nun, den Fortgang des Lehrbetriebs auch in diesen Einrichtungen zeitnah zu ermöglichen und die Ausbildungszentren der Branche wirtschaftlich zu unterstützen.„Die Corona-Krise und ihre Folgen hat auch unsere Zentren und die Auszubildenden hart getroffen. Viele standen mitten in den Prüfungsvorbereitungen und wissen im Moment nicht, wie es für sie weiter geht“, erklärt Thomas Möller, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Diese Bildungseinrichtungen unterliegen nicht automatisch den Regelungen von Schulen oder Berufsschulen, weist der Verband hin.In den zwölf überbetrieblichen Bildungszentren der Bauwirtschaft, die über ganz Baden-Württemberg verteilt sind, werden die Bau-Azubis in mehr als 20 Bauberufen ausgebildet. Die verbandseigenen Bau-Bildungszentren sind eine branchenspezifische Besonderheit. Hier erlernen die Jugendlichen neben ihrer praktischen Ausbildung im Betrieb und dem Besuch in der Berufsschule zusätzliche, auch Gewerke-übergreifende Fertigkeiten, die ihnen ihr Ausbildungsunternehmen zum Beispiel aufgrund seiner Größe oder seiner Spezialisierung nicht vermittelt kann.„Auf diese Weise verhelfen wir den jungen Menschen nicht nur zu einer fundierten und qualifizierten Berufsausbildung, sondern erfüllen zugleich eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion. Denn schließlich gelten auch die Bauberufe in Zeiten der Corona-Pandemie als systemrelevant“, so Möller. Um die Bautätigkeit als wichtige Stütze der Volkswirtschaft aufrecht zu erhalten, brauche es laut Möller angesichts des großen Personalmangels in der Bauwirtschaft vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Diese könnten nicht nur aus dem Ausland kommen, sondern müssten selbst ausgebildet werden.Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) appelliert an die Politik, die Bau-Ausbildung zu stützen. „Das duale Ausbildungssystem ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler unserer sozialen Marktwirtschaft. Es ist daher umso wichtiger, auch in der jetzigen Situation die beruflichen Bildungseinrichtungen im Blick zu haben“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Wichtig sei vor allem, wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen auch für die Ausbildungszentren in die Wege zu leiten. „Ohne Ausbildungszentren keine duale Ausbildung. Ohne duale Ausbildung keine Fachkräfte. Bund und Länder müssen daher dringend ein Hilfspaket einschließlich eines direkten Zuschusses als Soforthilfe schnüren, um den Ausbildungszentren in der jetzigen Krise unter die Arme zu greifen“, so Pakleppa.Darüber hinaus setzt sich der ZDB ebenfalls dafür ein, schnell Klarheit über den Umgang mit Abschlussprüfungen und Anrechnung von Ausbildungsjahren zu erhalten sowie eine zeitnahe Öffnung der Zentren anzustreben. „Die Betriebe brauchen Sicherheit in der Frage, wie ihre Auszubildenden eingeplant werden können. Daher müssen sich Bund und Länder zügig über die Regelungen zum laufenden sowie zum kommenden Ausbildungsjahr verständigen. Wir müssen zudem die Ausbildungszentren möglichst schnell wiedereröffnen können, damit der Ausbildungsbetrieb weiterläuft. Wir glauben, dass die Voraussetzungen dafür bei den überbetrieblichen Ausbildungszentren besser sind als bei Grundschulen, Gesamtschulen, Gymnasien oder Universitäten. Denn unsere jungen Auszubildenden wissen, wie sie mit Gefährdungsbeurteilungen, Schutzregelungen und Schutzausrüstungen umgehen können“, erklärt Pakleppa abschließend.

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