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Bau im Verborgenen

Tiefgarage in Deckelbauweise realisiert

Clevere Schallösungen für Tiefgaragen in Deckelbauweise kommen auf einer der größten Münchner Baustellen zum Einsatz. Die Arbeiten laufen größtenteils im Verborgenen ab: Unterhalb des Thomas-Wimmer-Rings entsteht eine 140 Meter lange und 30 Meter breite dreigeschossige Tiefgarage mit 520 Stellplätzen. Extrem beengte Verhältnisse, fehlende Verfahrmöglichkeiten und eine voutenförmige Deckengeometrie lösten die Hünnebeck-Schalungsplaner mit einer Kombination aus "Topflex"-Holzträgerschalung und "Topec"-Modulschalung.

München (ABZ). – Eine der größten aktuellen Münchner Baustellen läuft größtenteils im Verborgenen ab: Unterhalb des Thomas-Wimmer-Rings entsteht eine 140 m lange und 30 m breite dreigeschossige Tiefgarage mit 520 Stellplätzen. Speziell abgestimmte Schallösungen von Hünnebeck helfen dabei, das anspruchsvolle Projekt zügig abzuschließen.

Bauherr ist die Wöhr + Bauer GmbH aus München. Die Köster GmbH führt die Bauarbeiten aus. Gemeinsam haben die Unternehmen eine besondere Vorgehensweise zur Erstellung des Baukörpers entwickelt: Zu Beginn wurde die erste Hälfte der Tiefgarage in offener Bauweise erstellt. Aktuell entsteht die zweite Hälfte des Parkhauses – und zwar unterirdisch in Deckelbauweise. Die Aufteilung der Tiefgarage in zwei nacheinander zu realisierenden Hälften schafft Platz an der Oberfläche. Dieser werde dringend benötigt, da der Bauherr gegenüber der Landeshauptstadt München vertraglich verpflichtet ist, den Altstadtring mit vier Fahrspuren während der gesamten Bauzeit über das Baufeld zu führen, so die verantwortlichen Unternehmen.

Entgegen dem üblichen Vorgehen wird die zweite Parkhaushälfte sukzessive von oben nach unten gebaut. Als "Deckel" für die unterirdischen Aktivitäten fungiert die Decke über dem zweiten Untergeschoss. Sie wurde auf dem "normalen" Erdboden betoniert und soll die Bauaktivitäten nach oben hin abschirmen, so das Unternehmen Hünnebeck. Unter dem Schutz dieser Decke graben sich die Arbeiter Stück für Stück nach unten. Diese Vorgehensweise ist für alle Baubeteiligten eine besondere Herausforderung.

Die Arbeiter setzten "Topec"-Modulschalung für die 35 cm starke Deckenmitte ein. "Topflex"-Holzträgerschalung nutzten sie für die auf 1,45 m anwachsenden Deckenränder.

Denn auf der unterirdischen Baustelle ist vor allem Handarbeit gefragt. Die Kranunterstützung beschränkt sich auf drei Kranlöcher, die zur Materialversorgung dienen. Das spiele den Verantwortlichen zufolge eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der einzusetzenden Schalungen. Leistungsfähig, sicher und vor allem handbedienbar müssen sie sein. Daher werden sämtliche Wandflächen im zweiten Bauabschnitt mit der kranunabhängigen Rahmenschalung "Rasto/Takko" geschalt. Eine Aufgabe, die in der offenen Baugrube mit der kranabhängigen "Manto"-Großrahmenschalung gelöst wurde.

Die Deckenflächen werden in beiden Bauabschnitten mit kranunabhängigen Schallösungen hergestellt: eine Kombination aus "Topflex"-Holzträgerschalung und "Topec"-Modulschalung soll die ungewöhnliche Deckengeometrie in Form bringen, so Hünnebeck. In Längsrichtung der Tiefgarage sind die Decken in den Randbereichen 1,45 m stark und verjüngen sich zur Deckenmitte hin auf 35 cm. Der mittlere Deckenbereich bleibt auf in etwa 8 m Breite 35 cm stark. Zum Rand hin werden es wieder 1,45 m Stärke. Durch entsprechend ausgelegte Wandflächen ergebe sich auf diese Weise ein stützenarmes Tragsystem, so der Schalungshersteller.

In den Deckenrandbereichen setzen die Bauausführenden die "Topflex"-Schalung ein. Diese sei besonders leistungsstark und anpassungsfähig, teilt das Unternehmen mit. Mit ihr lasse sich nahezu jeder Grundriss, jede Deckengröße und -stärke effizient schalen. Das System auf Basis von H20-Holzträgern komme ohne starre System-Rastermaße aus. Daher seien je nach Lasten und Statik bis zu 65 % weniger Stützen nötig.

Die mittleren Deckenbereiche der Tiefgarage wurden mit "Topex" geschalt. Die Modulschalung sei laut Hünnebeck besonders ergonomisch und schnell anwendbar. Durch die leichte Aluminium-Rahmenkonstruktion würden maximal zwei Personen ausreichen, um die trägerlose Schalung vom Boden aus in drei Arbeitsschritten auf- und abzubauen. Dazu hängen Anwender die Tafel ein, schwenken sie hoch und stützen sie ab. Die Demontage der bis zu 1,8 m x 1,8 m großen Tafeln erfolgt dann in entsprechend umgekehrter Reihenfolge.

Trotz der erschwerten Bedingungen kommt das Baustellenteam auch im zweiten Bauabschnitt gut voran. "Wir stehen während des gesamten Bauablaufs in engem Kontakt mit der Baustelle", so ein Hünnebeck-Mitarbeiter. "Das Projekt ist zwar hochkomplex, aber es macht auch Spaß zu sehen, wie gut alles klappt." Auch Diana Rölke und Ferdinand Hackl von der Köster-Bauleitung sind zufrieden: "Die Baustelle ist sehr anspruchsvoll, dennoch kommen wir mit den Schalarbeiten gut voran."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 09/2020.

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