Für zweites LNG-Terminal

Bauarbeiten sollen im Spätsommer starten

Wilhelmshaven (dpa). - Noch vor dem nächsten Winter soll ein zweites LNG-Terminal in Wilhelmshaven den Betrieb aufnehmen. Noch fehlen dafür allerdings der Anleger und die Anbindungsleitungen. Der Betreiber TES setzt dafür auf eine spezielle Technik, die ohne feste Anlegebrücke auskommt.
LNG Baupolitik
Das mit verflüssigtem Erdgas beladene Tankschiff «Maria Energy» (hinten) liegt am schwimmenden Terminal, dem Spezialschiff «Höegh Esperanza». Die Bauarbeiten für das zweite schwimmende Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) vor Wilhelmshaven sollen nach Angaben des Betreibers Tree Energy Solutions (TES) im Spätsommer beginnen. Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Die Bauarbeiten für das zweite schwimmende Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) vor Wilhelmshaven sollen nach Angaben des Betreibers Tree Energy Solutions (TES) im Spätsommer beginnen. Dann sollen binnen weniger Wochen Leitungen und Dalben für den Anleger entstehen, sodass das zweite schwimmende Terminalschiff, die „Excelsior”, noch im vierten Quartal dieses Jahres anlegen kann. „Wichtig ist, dass die LNG-Lieferungen für den anstehenden Winter helfen und deswegen ist nach wie vor alles darauf ausgerichtet, dass wir vor dem Winter in Betrieb gehen”, sagte der technische TES-Geschäftsführer, Jens Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur.

Anders als bei dem ersten schwimmenden LNG-Terminal in Wilhelmshaven, das im vergangenen Jahr an einer bestehenden Umschlaganlage für chemische Güter vor dem Ort Hooksiel entstand, setzt TES auf eine Technik, die ohne feste Brücke mit Leitungen darauf auskommt.

Zwischen der Druckreglerstation auf dem Festland und dem Terminalanleger auf der Jade soll eine Anbindungsleitung rund 1800 Meter auf dem Meeresgrund verlegt und teils vergraben werden. Dieses System sei weltweit erprobt, sagte Schmidt. Dafür arbeitet TES mit dem norwegische Unternehmen Econnect Energy zusammen. Diese flexiblen Leitungen aus Verbundmaterial sollen per Schiff vom Fertigungsort in den Niederlanden nach Wilhelmshaven gebracht und dort verlegt werden.

Mit dieser Technik sollen Zeit und Kosten gespart werden, die sonst für den Bau einer herkömmlichen, festen Umschlagsbrücke notwendig wären. „Wir sind deutlich kürzer in der Installation. Wir gehen im Moment davon aus, dass die Leitung binnen zwei bis drei Wochen verlegt sein können”, sagte Schmidt. Parallel dazu sollen für den Anleger, an der das Terminalschiff festmachen soll, zehn große Dalben gesetzt werden. Die Arbeiten sind für den Spätsommer geplant. Aktuell laufen nach Angaben von TES noch Genehmigungsverfahren.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Herbst mit dem US-Unternehmen Excelerate Energy einen Chartervertrag über ein fünftes, staatlich gemietetes Spezialschiff für den Import von LNG geschlossen. Das Terminal hat demnach eine Kapazität von mindestens fünf Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Das Terminal soll von TES in einem Konsortium zusammen mit Eon Green Gas und Engie betrieben werden. Der Chartervertrag läuft für fünf Jahre.

Parallel sollen in Wilhelmshaven die Voraussetzungen für ein festes Terminal zur Anlandung von grünem Wasserstoff an Land geschaffen werden. Dieser wird mithilfe von Ökostrom produziert. Das schwimmende LNG-Terminal soll nur so lange im Einsatz sein, bis das Wasserstoff-Terminal in Betrieb geht. Laut TES könnte dies Anfang 2026 soweit sein. Allerdings ist dafür eine neue feste Umschlagbrücke samt Anleger nötig - der Bau könnte rund zwei Jahre dauern. Die flexible Anbindungsleitung, die nun für das schwimmende Terminal verlegt werden soll, soll laut TES auch für das feste Terminal genutzt werden.

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