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Bauaussichten 2016

Preisentwicklung auf deutschem Schalungsmarkt besorgniserregend

Von Martin HEMBERGER, Geschäftsführer Hünnebeck, Ratingen

Das vergangene Jahr war ein Jahr, das von zahlreichen internationalen Krisen geprägt war. Die Kriege in der Ukraine und in Syrien, terroristische Bedrohungen und die resultierenden Flüchtlingsströme nach Europa werden uns auch in den nächsten Jahren begleiten und Politik, Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Die unsichere Lage in vielen Teilen der Welt schlug sich auch in der Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft nieder. Speziell in der ersten Jahreshälfte war die Nachfrage verhalten aufgrund der abwartenden Haltung vieler Investoren.

Erst ab der zweiten Jahreshälfte zog die Baukonjunktur spürbar an. In der Folge lag der Umsatz im Bauhauptgewerbe von Januar bis September laut Statistischem Bundesamt nur 0,5 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dabei resultierte das Wachstum ausschließlich aus dem Wohnungsbau. Sowohl im Öffentlichen Bau als auch im Wirtschaftsbau blieb der Umsatz im selben Zeitraum um – 1,7 % bzw. – 0,6 % gegenüber dem Vorjahr zurück.

Unsere eigene Geschäftsentwicklung spiegelt diesen Trend wider. Nach einem vergleichsweise ruhigen Auftakt konnten wir ab dem Spätsommer neue Projekte akquirieren.

Wir gehen daher mit einer befriedigenden Auftragslage in das neue Jahr, wenngleich wir das exzellente Vorjahresergebnis nicht wiederholen konnten.

Auf viel positive Resonanz traf das Angebot unserer Abteilung Projektentwicklung, welches von der ersten Planungsphase bis hin zum Baustellenabschluss reicht und speziell bei Großprojekten sehr gut angenommen wird. Strategische Meilensteine bei der Ausweitung unseres Serviceangebotes waren die Übernahme des Schalungs- und Gerüstgeschäfts von Hans Warner sowie die Inbetriebnahme einer 30 000 m großen Niederlassung im sächsischen Nossen.

Durch die Integration aller Mitarbeiter und des 40 000 m großen Mietparks unseres langjährigen Handelspartners Hans Warner können wir Bauprojekte in NRW nun direkt von unserer neuen Niederlassung Düsseldorf aus beliefern, mit Neumaterial sowie mit Mietschalungen und -gerüsten, Sonderschalungen sowie mit technischen Planungs-, Reinigungs- und Reparaturleistungen.

In Nossen haben wir mit unserem hochmodernen Standort – bestehend aus Vertriebs- und technischem Büro, Schalungs- und Gerüstlager, Reinigungs- und Reparatureinrichtungen sowie Sonderschalungsbau – ebenfalls ideale Voraussetzungen geschaffen, um Unternehmen aus der Region noch schneller und umfassender betreuen zu können.

Besorgniserregend ist und bleibt jedoch die Preisentwicklung auf dem deutschen Schalungsmarkt. Auch in diesem Jahr ist es leider nicht gelungen, die Negativspirale zu durchbrechen und zu marktgerechten Preisen zurückzukehren. Hier ist es dringend geboten, den teils ruinösen Wettbewerb zu stoppen. Denn eine hohe Qualität in der Produktentwicklung, Fertigung und Materialwartung sowie in der technischen Planung kann dauerhaft nur gewährleistet werden, wenn Aufwand und Ertrag in vernünftiger Relation stehen.

Für 2016 gehe ich von einem leichten Wachstum im deutschen Baumarkt aus. Dieses wird infolge der Niedrigzinspolitik auch weiterhin vom Wohnungsbau getragen werden. Positive Impulse erwarte ich vor allem von der bauma im April, der nach wie vor wichtigsten Leitmesse für unsere Branche. An unserem angestammten Platz in Halle A2 werden wir Neu- und Weiterentwicklungen im Schalungs- und Gerüstbereich präsentieren, die modernsten ergonomischen Anforderungen entsprechen und für noch mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle sorgen.

Neben den technischen Lösungen werden unsere vielfältigen Dienstleistungsangebote im Mittelpunkt stehen, die wir den Kunden international über unsere Global Engineering Center an den mehr als 300 Standorten der Brand Energy and Infrastructure Gruppe zur Verfügung stellen. Projekt- und produktbezogene Dienstleistungen stellen in unserem Unternehmen bereits heute einen deutlich zweistelligen prozentualen Umsatzbeitrag dar.

Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren noch signifikant steigen, während das reine Produkt in der Kundenwahrnehmung weiter an Bedeutung verlieren wird gegenüber der Dienstleistung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2016.

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