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Bauaussichten 2018

Qualität in Planung und Ausführung schafft lebenswerte Räume

Von Clemens Kuhlemann, Geschäftsführer Deutsche Poroton, Berlin

Unabhängig davon, welche Regierung wir denn nun in 2018 (endlich) bekommen werden, wiederhole ich meine Forderung aus dem letzten Jahr: Wir brauchen wieder ein Bauministerium, das diesen Namen verdient! Es war ein Fehler, Bereiche wie die Infrastrukturplanung in ein separates Ministerium auszulagern. Hochbau, Tiefbau und Infrastruktur gehören zusammen! Und wenn ich von Infrastruktur rede, meine ich nicht nur Schienen und Straßen, sondern eine international wettbewerbsfähige digitale Infrastrukutur.

Gerade in diesem Bereich muss sich endlich etwas tun! Die letzten vier Jahre waren verlorene Jahre. Weite Teile Deutschlands sind nach wie vor auf dem Stand der 1990er-Jahre, was die Versorgung mit schnellen Datenleitungen anbelangt. Es ist nur noch ein Frage der Zeit, wann das digitaliserte Planen und Bauen – also BIM – zum Standard auch hier bei uns wird. In einigen EU-Ländern ist es das schon seit Jahren. Planungs- und Ingenieurbüros sowie Bauunternehmen, die bis dahin nicht ans schnelle Internet angeschlossen sind, werden künftig nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die Digitalisierung bietet uns die große Chance, Qualität und Geschwindigkeit von Bauprozessen deutlich zu steigern und die Kosten zu senken.

Ich fordere deshalb alle baupolitischen Akteure auf, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um schnell, kostengünstig und nachhaltig zu bauen – und es dann dem Sachverstand der Marktteilnehmer zu überlassen, welche Bauweise jeweils optimal ist. Was wir brauchen, sind entschlackte Planungs- und Genehmigungsverfahren, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die digitale Zukunft des Bauens. Was wir nicht brauchen, sind von der Politik geführte Diskussionen über bestimmte Bauweisen. Dazu gehören auch die immer wieder geführten Diskussionen über serielle und modulare Bauweisen, mit denen man versucht, dem Problem des fehlenden bezahlbaren Wohnraums Herr zu werden. Was mich an diesen Debatten immer wieder erstaunt, ist deren Eindimensionalität. Als ob es nur darauf ankäme, möglichst billig irgendwelche Gebäude in die Landschaft zu stellen. Wir reden über die Schaffung nachhaltig lebenswerter Räume! Wir reden über Architektur! Wohngebäude werden errichtet, damit Menschen darin leben, sich wohlfühlen, und dies über Generationen hinweg. Und: Wohngebäude müssen Teil einer sinnvollen Stadtplanung im Sinne gut entwickelter Stadträume sein. Nachhaltig geplante und realisierte Wohngebäude berücksichtigen eben nicht nur ökonomische Aspekte, sondern auch soziale, technische, architektonische und stadtplanerische. Wer will schon in Quartieren mit übereinandergestapelten und aneinandergereihten Wohncontainern leben? Ich erinnere in diesem Zusammenhang immer wieder gern daran, dass mit Ziegeln bereits seit 5000 Jahren architektonisch auf höchstem Niveau modular gebaut wird. Mit der Einführung des oktametrischen Maßes (1m : 8 = 12,5 cm) seit Jahrzehnten auch standardisiert. Bauen nach dem "Lego"-Prinzip, einfacher geht es nicht! Und was das Thema Nachhaltigkeit angeht: Die neueste Studie der LCEE Life Cycle Engineering Experts GmbH aus Darmstadt beweist, dass die energetische Qualität von Mauerwerkskonstruktionen über den realitätsnahen Zeitraum von 80 Jahren höher ist als bei anderen Bauweisen und somit einen deutlich besseren CO2-Äquivalenzwert erreicht. Diese Studie bekräftigt die im Grunde seit fünf Jahrtausenden bekannte Tatsache, dass für die ökologische Nachhaltigkeitsqualität eines Gebäudes nicht allein die Bauweise, sondern die energetische Qualität und die Dauerhaftigkeit des Baustoffs entscheidend sind. Das baupolitische Rad muss also nicht permanent neu erfunden werden. Aus Sicht der Deutschen Poroton muss der Weg sein, die Planung im Detail solide zu entwickeln und auf eine werthaltige Ausführung der Gebäudehülle zu achten. Die steht dann sehr lange und überlebt in der Regel jede Haustechnik. Optimale Planung, monolithische Bauweise dank dämmstoffverfüllter, wohngesunder Poroton-Ziegel, auf Maß gefertigte Ergänzungsprodukte sowie zeitsparende Verarbeitungskomponenten ermöglichen einen schnellen Baufortschritt, sichern Gebäudequalität und schaffen bezahlbaren Wohnraum für Generationen – wie bspw. das Projekt Liebighöfe in Aschaffenburg zeigt. Geförderter Wohnraum, geplant und realisiert vom berühmten Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez, errichtet in monolithischer Ziegelbauweise. Um Wohnraum zu schaffen geht es darum, lebenswerte Räume durch Architektur so zu strukturieren, dass ein friedliches soziales Miteinander entsteht. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wunderbares neues "Baujahr" 2018!

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2018.

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