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Bauaussichten 2019

Anforderungen an Mensch und Maschine werden weiter steigen

Von Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) und Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH, Stuhr

Die Anforderungen an das Dreamteam der Baustelle "Mensch & Maschine" sind die Treiber der Wertschöpfungskette auf der Baustelle. Der Auftragsvorlauf in den Bauunternehmen, aber auch die Ausschreibungsbestände in den Verwaltungen sind sprunghaft gestiegen. Angebote für Bauvorhaben können nicht bedient werden, weil die Kapazitäten an Mitarbeitern nicht vorhanden sind. Diese Herausforderungen werden weiterhin ansteigen. Für die Fachkräfte im operativen Baugeschehen stehen immer mehr Maschinen mit modernster digitaler Technik zur Verfügung. Der Maschinenbediener managt immer mehr seine Maschine und muss anstelle des über viele Jahrzehnte besonders wertvollen "Popogefühls" die Prozesssteuerung übernehmen und die Abläufe ggfs. korrigieren. Eine Mehrleistung durch Einzelne kann nur durch Prozessoptimierung und Qualifizierung der Bediener sowie aller Mitarbeiter dieser Baustelle erfolgen. Der hierbei entscheidende Faktor ist in sehr vielen Unternehmen die nicht vorhandene Zeit für ausreichend Schulungen oder Fortbildungen. Da die Konjunktur der Bauwirtschaft noch weitere Jahre dieses Niveau an Auslastung gewährleistet, müssen wir uns die Frage beantworten: Wollen wir den Bauprozess nur mit dem Notwendigsten an Aus- und Fortbildung begleiten, oder investieren wir in Nachhaltigkeit und nutzen die Chance, mit höherer Qualifikation das Optimale an Arbeitsleistung in dem immer knapper werdenden Bauzeitenplan umzusetzen? Der VDBUM wirbt unermüdlich für alle angebotenen Weiterbildungsmaßnahmen, um den Anwendern die Basis für den zukünftigen Baustellenerfolg aufzuzeigen.

Für die technischen Komponenten benötigen wir ein hohes Maß an Standardisierung. Die Prozessabläufe, die Kompatibilität der unterschiedlichen Gerätschaften und Maschinen erfordern kurzfristige Lösungen der Hersteller. Daher ist es ein erster Schritt, dass wir mit dem Bauindustrieverband die Anwenderseite in zielorientierten Gesprächen vertreten und mit der Organisation der Hersteller, dem VDMA, aktuell intensive Gespräche in vier Arbeitskreisen führen. Dabei erkennen alle Teilnehmer dieser Arbeitstreffen, dass zwar das einheitliche Grundverständnis vorhanden ist, in den Details aber größere Differenzen zwischen Herstellern als innovationsgetriebenen Marktteilnehmern und den Anwendern bestehen. Müssen doch die Bauunternehmen immer häufiger die Anforderungen der Baukunden im Prozess und damit eine digital vorgegebene Handlungsweise bzw. Dokumentation gewährleisten.

Das VDBUM-Ziel bleibt, bei allen Gesprächen mit unseren Mitgliedern die Botschaft zu platzieren, dass die sprunghafte digitale Entwicklung beherrschbar wird, indem man nach dem Motto von Erich Kästner handelt: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Also anfangen. Nicht mit einer Komplettlösung, sondern, bezogen auf seine aktuellen und zukünftigen Aufträge, sich mit einem Digitalisierungsspezialisten zusammensetzen und vergleichbar der Beratung eines Fachverkäufers bzw. einer Fachverkäuferin für Anbaugeräte oder Komponenten eine Lösung für das eigene Unternehmen mit dem größten Nutzen auszuarbeiten.

Der VDBUM begleitet diese Entwicklung sehr intensiv durch Veranstaltungen, um die Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik auf der Anwenderseite aufzuklären und Lösungsansätze aufzuzeigen. Auf der anderen Seite durch Abstimmungen mit Herstellern, Händlern und Vermietern über Standardisierungen. Auf dem Weg der digitalen Ausstattung gibt es keinen Wendeplatz, sondern nur Kurzzeitparkplätze, um mit neuen Anforderungen die nächste Strecke zurück zu legen. Wir werden diese Entwicklung weiterhin für unsere Mitglieder transparent machen und diese Anforderungen als Verbandsangebote erstellen sowie Weiterbildungsmaßnahmen anbieten. Der Vorstand und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sind mit den bereits vorhandenen lösungsorientierten Angeboten auf dem richtigen Weg.

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