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Bauaussichten 2019

Baumaschinen noch weiter digital vernetzen

Von Ralf Junker, Präsident der Bomag Gruppe, Boppard

Digitalisierung" und "alternative Antriebe" beherrschen 2019 ganz klar die Themen im Straßen- und Tiefbau. Das Bauen mit BIM hat sich in den letzten Jahren in der Bauwirtschaft stetig entwickelt und ist mittlerweile so fortgeschritten, dass sich Digitalisierung nun nicht mehr nur auf Planungsbüros begrenzt, sondern wirklich auf den Baustellen ankommt. Wir werden uns auf der kommenden Weltleitmesse für Baumaschinen, der bauma, im April 2019 verstärkt dahingehend positionieren. Unsere Baumaschinen wollen wir noch weiter mit dem gesamten Baustellenprozess digital vernetzen. Ganz wichtig bei dem Prozess der Digitalisierung ist uns der direkte und enge Austausch mit unseren Kunden. Das heißt: Wir liefern dort Lösungen, wo unsere Kunden im Bereich digitaler Baustellenprozesse wirklich Optimierungspotenzial sehen. Dass die Digitalisierung der Baustelle nur gemeinsam zu erreichen ist, davon sind wir fest überzeugt. Ganz besonders profitieren würde diese Entwicklung von einer herstellerübergreifenden Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Straßenbau.

Neben der Digitalisierung erwarten wir die Themen Bediener- und Umweltschutz verstärkt im Fokus. Damit einhergehend sind alternative Antriebe für Baumaschinen in aller Munde und auch wir werden uns verstärkt auf die Entwicklung von Maschinen mit alternativen Motorenlösungen konzentrieren. Umweltschutz geht dabei aber über die reine Motorentechnologie hinaus. In Zeiten stärkerer Auflagen, insbesondere was das Arbeiten im innerstädtischen Bereich betrifft, sind weitreichende, innovative Lösungen gefordert, die neben dem Bediener auch die Baustellenanwohner sowie die Umwelt in Gänze vor unnötigen Belastungen schützen. Hierbei muss der gesamte Baustellenprozess bedacht werden. Für Bomag Fräsen mit 1 m Arbeitsbreite gehen wir deshalb einen Schritt weiter und bieten mit dem Ion Dust Shield eine Technologie, die Feinstaub für Fahrer und Umwelt in ungefährlichen Grobstaub umwandelt.

Für das Jahr 2018 konnten wir erneut einen Rekordumsatz verzeichnen: Mit einem Gesamtergebnis von 830 Mio. Euro haben wir das Resultat aus dem Vorjahr noch einmal deutlich übertroffen und dies einmal mehr bei sehr guter Profitabilität. Vor allem in den USA und in China konnte Bomag Rekordumsätze verzeichnen. Wir freuen uns besonders über dieses Ergebnis, weil wir – ebenso wie die gesamte Baubranche – durchaus mit einigen allgemeinen wirtschaftspolitischen Hindernissen kämpfen mussten. So ist hier der sich ab der zweiten Jahreshälfte verstärkende Handelskonflikt zwischen USA und China zu nennen, der die Baumaschinenhersteller als exportorientierte Branche negativ beeinflusst. Dieser Handelsstreit spannt ebenfalls die Situation für die Zulieferer an und wirkt sich damit zusätzlich indirekt abträglich auf das aktuelle Geschäft aus. Auch die anhaltenden Unsicherheiten darüber, wie der Brexit-Prozess konkret ausgestaltet wird, belastete den Handel innerhalb der EU. Zusammenfassend betrachtet war 2018 deswegen ein wirtschaftspolitisch herausforderndes und dennoch außerordentlich erfolgreiches Jahr für die Bomag Gruppe. Besonders erfreulich sind auch die Entwicklungen rund um unser Training Center in Boppard. Vor mehr als einem Jahr haben wir die Demohalle und die Schulungsräume eröffnet und unser Trainingskonzept weltweit für Kunden und Händler erweitert. Die Anmeldezahlen im letzten Jahr haben unsere Erwartungen mehr als übertroffen – wir waren restlos ausgebucht.

Für das kommende Jahr werden wir unser Trainingsangebot deshalb weiter ausbauen. Bspw. bieten wir ab Mai 2019 in Zusammenarbeit mit der ZUMBau und der BG BAU die zertifizierte Prüfung "Fertigerführerschein" an. Außerdem steht im nächsten Jahr auch die finale Bauphase für die Akademie am Standort in Boppard an. Die Arbeiten sind schon in vollem Gange: Bis Anfang 2020 wird ein neues Empfangsgebäude u. a. mit großem Besucherauditorium und neuem Betriebsrestaurant entstehen. Mit diesen Maßnahmen tragen wir der hohen Auslastung der aktuellen Räumlichkeiten und den immer weiter steigenden Besuchen von Kunden und Interessenten Rechnung.

Trotz der wirtschaftspolitischen Unstimmigkeiten und Unsicherheiten erwarten wir für die Branche der Baumaschinenhersteller ein robustes Wirtschaftswachstum für 2019, wenn auch in etwas abgeschwächter Form aufgrund der ungelösten Handelskrisen. Auch steigende Rohstoff- und Energiepreise könnten bremsend wirken. Der weltweite Infrastruktur- und Straßenbau befindet sich seit längerem in einer anhaltenden Hochphase, in der nur schwierig eine weitere Wachstumsbeschleunigung zu realisieren ist. So erwarten wir in China für das kommende Jahr eine moderate Wachstumsverlangsamung am Markt für Baumaschinen. Besondere Wachstumschancen hingegen sehen wir nach wie vor für die Regionen Europa und Nordamerika.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2019.

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